Ausflug mit Hochtour am 24.-26.03. 2005

Österlicher Ausflug nach Pucón zusammen mit Nicole, Alberto und Alessandro.

Nach einer Fahrt mit dem Nachtbus erreichten wir gegen halb elf unser Reiseziel, den idyllisch am Ufer des Lago Villarrica gelegenen Touristenort Pucón. Die Landschaft dort mutet fast europäisch an: Große Seen, ausgedehnte Mischwälder und bewaldete Bergketten prägen das Bild. Aber irgendetwas passt nicht zu Österreich oder Norditalien, irgendetwas stimmt hier nicht: die Vulkane! Gleichmäßig kegelförmig und rundum vergletschert sehen sie so aus, wie man sich Vulkane vorstellt, wenn man noch nie welche gesehen hat.

Nach der ersten Nacht in unserer Cabaña stand dann am Samstag der erste Höhepunkt unserer Reise bevor: Die Besteigung des Villarrica! Der Villarrica sieht – wie gesagt – wie der perfekte Vulkan aus. Dementsprechend fehlt sein Bild auch in keinem Reiseführer oder Bildband über Chile, zumal sich der See im Vordergrund auf Photos sehr gut macht. Er ist mit 2847 m nicht besonders hoch, aber dank seiner Schönheit uns seiner Aktivität ein lohnendes Ziel.

Da der Vulkan aktiv ist, muss man sich einer geführten Tour anschließen, wenn man nach oben möchte. Nicht ganz nach meinem Geschmack, aber da kann man nichts machen. Die Touren der verschiedenen örtlichen Reiseveranstalter sind alle gut besucht und so bildet sich eine riesige Menschenschlange, die sich zunächst über Vulkangestein, später über den Gletscher in Richtung Gipfel wand. Oft war nicht ganz klar, wo eine geführte Gruppe aufhört und die nächste anfängt. Aber da sowieso Alle das gleiche Ziel hatten, war das wohl auch nicht so wichtig.

Es dauerte etwa drei Stunden, bis unser Teil des menschlichen Lindwurms (insgesamt ca. 150 Personen) am Gipfel ankam. Dort wurden wir dann auch gleich standesgemäß begrüßt: Eine Magmafontänte spritzte in den blauen Himmel und warme, nach Schwefel schmeckende Luft wehte zu uns herüber. Der Krater des Villarrica hat einen Durchmesse von – grob geschätzt – 100 Metern. Wenn man am Rand steht ist man also ziemlich sicher vor Auswürfen jeglicher Art, allerdings sollte man darauf achten, nicht in der Rauchfahne zu stehen, denn vulkanische Gase sind nicht sonderlich gesund.

Der Blick vom Gipfel war phantastisch: Im Norden erhob sich mächtig Volcán Lanin, im Süden Volcán Osorno. Dazwischen konnte man durch einige Lücken in der Wolkendecke auch den Lago Villarica und andere Seen erkennen.

Was gibt es nach einer Bergbesteigung Besseres als ein heißes Bad? Genau, ein natürliches Thermalbad unter freiem Himmel mit ungetrübtem Blick auf den Südsternhimmel (zumindest, wenn man nicht kurzsichtig ist..). Die Termas de Huife, etwa 30 km nordöstlich von Pucón gelegen waren also der Ort der Wahl für einen abendlichen Ausflug. Nach ausführlicher Entspannung in den Thermen und einem späten, dafür mit umso mehr Appetit verzehrten Abendessen, stand einem festen Schlaf nichts mehr im Wege.

Am Sonntag entschlossen wir uns dann zu einer anderen Art von Ausflug: Zu Pferd ging es durch Wälder und teils durch und teils über den Tabancura in eine kleine Maputche-Siedlung, in der wir uns an frischegebackenen Tortillas, ganz hervorragenden Empanadas sowie der Maputche-Variante des Feldhockeys versuchten. Alberto, der zuvor noch nie in senem Leben auf einem Pferd gesessen hatte, entpuppte sich dabei als der geborene Cowboy. Mit ungeschlagener Lässigkeit hatte er sein Pferd fest im Griff.

Abends mussten wir dann leider wieder in den Bus steigen und zurück nach Santiago fahren. Jeder von uns wäre wohl gerne noch länger in dieser herrlichen Gegend geblieben, doch die Arbeit rief uns zurück.