Draußen übernachten ist eine tolle Sache – allerdings oft mit einiger Schlepperei verbunden. Was für eine Wochenendtour noch gehen mag – ein schweres Zelt, Schlafsack, etc. mitnehmen – wird für längere Touren schnell unpraktisch. Bereits im letzten Jahr begann ich daher nach Möglichkeiten zu suchen, das Gewicht für meine Übernachtungsausrüstung von ca. 6 kg deutlich zu senken. Und siehe da, ich wurde fündig!

Durch Fortschritte in der Materialentwicklung wird Outdoor-Ausrüstung ja ohnehin immer leichter. Um so richtig Gewicht zu sparen, muss man allerdings trotzdem einige Komforteinbußen in Kauf nehmen. Das Zelt wird ersetzt durch Biwaksack und Tarp. Der Schlafsack kommt ohne Extras wie Taschen oder Wärmekragen aus und die Isomatte erfordert etwas mehr pusten als die (fast) komplett selbstaufblasenden Matten. Aber macht das wirklich viel aus – ich denke nicht. Natürlich muss man beim Zusammenstellen der Ausrüstung im Blick behalten, welche Touren man unternehmen möchte. Das Tarp für die Mittelgebirgswanderung wird einem patagonischen Sturm evtl. nicht standhalten, die Isomatte für den Sommer mag im Winter zu kalt sein…

Und so sieht meine neue Biwakausrüstung aus, die für Übernachtungen bei moderaten Bedingungen und bis zu leichten Minusgraden gedacht ist:

  • Tarp: Mountain Laurel Designs Patrol Shelter  (346 g)
  • Heringe: 10 Hilleberg Aluminium Y-Pegs (150 g)
  • Leinenspanner (natürlich schon Luxus ;): Exped smart tent cord adjuster (110 g inklusive Leinen)
  • Biwaksack: Mountain Laurel Designs Superlight Bivy (230 g)
  • Isomatte: Therm-a-Rest Neo Air (427 g)
  • Schlafsack: Ajungilak Sphere Spring (652 g)

Alles zusammen wiegt 1915 g – das heißt geschützt schlafen für unter 2 kg.

Der Biwaksack ist auf der Oberseite nicht wasserdicht, d.h. allwettertauglich ist er nur zusammen mit dem Tarp. Es gibt natürlich auch wasserdichte Säcke aus Event oder Gore-Tex, allerdings sind diese Säcke etwas schwerer und weniger atmungsaktiv. Da ich auf längeren Touren bei Regen eh ganz gerne ein (Zelt-)Dach über dem Kopf habe, schien mir ein wasserdichter Sack daher nicht ideal. Für alpine Biwaks bei unsicherem Wetter ist Wasserdichtheit aber natürlich ein Muss.

Das Tarp besteht aus silikonisiertem Nylon, einem sehr leichten, wasserdichten Material, das den Nachteil hat, sich zu dehnen. Das bedeutet, dass man die Abspannung des Tarps bei starkem Wind ab und an nachziehen muss. Es gibt Materialien, die nicht dehnbar und sogar noch leichter sind, allerdings waren mir diese schlicht zu teuer.

Lange gesucht habe ich nach einem geeigneten Daunenschlafsack. Einige Hersteller werden ja gerade ziemlich gehypt. Ajungilak gehört in den letzten Jahren eher nicht mehr dazu. Um so überraschter war ich, als ich ausgerechnet dort den Sack mit dem besten Wärme/Gewichts-Verhältnis fand.

Leicht fiel hingegen die Wahl der Isomatte. Die Therm-a-Rest Neo Air ist derzeit die leichteste aufblasbare Isomatte am Markt. Wie gesagt, verglichen mit den klassischen Therm-a-Rest-Matten muss man deutlich mehr selber pusten, dafür sind Gewicht und Packmaß unschlagbar.

Hier das Gesamtpaket in eingepacktem Zustand. Oben die Isomatte, dann von links nach rechts Schlafsack, Heringe, Leinen und Leinenspanner in einer Tasche, Biwaksack und Tarp.

Aufgebaut sieht das Ganze dann so aus; zum Aufspannen des Tarp verwendet man Wanderstöcke:

So richtig tauglich ist eine Biwakausrüstung natürlich nur dann, wenn man darin auch gut schlafen kann.  Dieser Aspekt wurde kürzlich beim Boofen in der Sächsischen Schweiz ausprobiert und ich war überrascht, wie bequem Schlafsack und Isomatte sind. Auch der Biwaksack ist – selbst bei geschlossenem Mückenfenster – sehr angenehm. Die nächsten Touren können also kommen, dieses Mal mit weniger Schlepperei als bisher.

Mein Bewertung nach etwas längerer Verwendung habe ich in einem neuen Beitrag zusammengefasst.