Von Schmilka zum Desolation Lake – ein Jahresrückblick

Jahresrückblick 2011

Jetzt – zwischen Weihnachten und Neujahr – ist die Zeit der Jahresrückblicke. Und so will auch ich einen Rückblick wagen, jedoch nicht auf Finanzkrise und Fukushima, sondern auf das, was dieses Blog bewegt, also Reisen, Wandern und Bergsteigen.

Für den Autor war es ein außergewöhnlich intensives Wanderjahr: 570 km und 17 000 Hm im sächsischen Mittelgebirge, 27 Tourentage mit 26 000 Hm im Hochgebirge. Dazu vom Sextnerstein am 14. Februar bis zum Gänsekragen am 13. November 16 alpine Gipfel; außerdem zwei neue Tagesstrecken-Rekorde, zunächst beim Fichtelbergmarsch (63 km), dann bei der 14 8000er-Tour (65 km) sowie einen Weitwander-Rekord auf der Sierra High Route (17 Tage, 314 km). Nur das Klettern kam etwas kurz in diesem Jahr…

Soweit die nackten Zahlen, die den wahren Bergfex nicht beeindrucken werden, für mich aber allesamt Bestmarken darstellen, die in den nächsten Jahren schwer zu übertreffen sein werden. Doch geht es beim Bergsteigen natürlich nicht um Zahlen, sondern um Erlebnisse; um Eindrücke, die im Gedächtnis bleiben. Und auch daran war dieses Jahr reich.

Schon Mitte Januar ging es los, als ich auf meiner ersten Wanderung auf einsamen Pfaden wunderscherschöne Eindrücke in der Sächsischen Schweiz sammeln konnte. An Aussichtspunkten wie dem hier abgebildeten versteht man, dass diese Lanschaft die Malerei der deutschen Romantik mitgeprägt hat, dass Friedrich, Carus, Dahl hier Inspiration fanden.

Blick über das Elbtal bei Schmilka

Und auch der Jahresabschluss konnte sich sehen lassen mit zwei Gipfeltouren im November, die sich spätsommerlich anfühlten und mir die Reize des herbstlichen Gebirges näher brachten. Überhaupt war es das erste Jahr, in dem ich konsequent zu jeder Jahreszeit unterwegs war. Dass der ein oder andere Regentag dabei war, ist klar, doch es hat sich gelohnt.

Denn dazwischen lagen viele schöne Momente in den Wäldern und Wiesen des Erzgebirges, herrliche Skigipfel in den Dolomiten, einsame Mahlzeiten an wenig besuchten Aussichtspunkten, spannende Stiegen in der Sächsischen Schweiz, abendliche Unterhaltungen bei Übernachtungen in Elbsandstein-Boofen, an Seeufern oder im Winterraum der Winnebachseehütte.

Auf dem Pfarrhübel südlich von Chemnitz

Und natürlich Kalifornien. Die High Route war eine Tour, wie ich sie lange erträumt hatte: einsam, weit, abenteuerlich. Nie hatte ich vor einer Unternehmung so viel Respekt. Und keine andere hat mir so viel abverlangt, mich durch emotionale Höhen und Tiefen geschickt wie diese. Die Höhen werden bleiben; einige besondere Momente, die ich nicht vergessen werde.

Das nächste Jahr wird sehr wahrscheinlich an Rekorden ärmer und auch ein so ehrgeiziges Vorhaben wie die High Route hege ich nicht. Doch entscheidend ist, was man erlebt; und so hoffe ich auf Wind im Haar, Regen auf der Haut, Sonne im Gesicht; Hunger, Durst, Erschöpfung, Kälte und Wärme, Frust und Freude, Einsamkeit und Geselligkeit – all das, was das Leben so intensiv macht und mich immer wieder nach draußen treibt. Nach einem erlebnisreichen Jahr 2011 auf ein erlebnisreiches 2012!

Sonnenuntergang am Arnstein in der Sächsischen Schweiz

1 Kommentar

  1. Etwas verspätet: Ein frohes Neues Jahr, Hannes!

    Der letzte Absatz ist einfach perfekt.

    Es freut mich, dass ich einen kleinen Anteil daran habe, dass dein Rückblick positiv ausfällt.

    Viele Grüße
    Mark

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