Wanderung im Elbsandsteingebirge am 29.01. 2012

Es gibt diese Tage, die einfach eine besondere Stimmung mitbringen. Nach der großartigen Karwendel-Skitour zwei Wochen zuvor zog es mich am vergangenen Wochenende wieder in die Sächsische Schweiz. Und dort erwartete mich eine seltsame Mischung aus Herbst- und Winterstimung: Braunes Laub auf den Wegen, dazu herbstlicher Dunst über der Elbe, doch auch erstarrte Wasserläufe und Eiszapfen an den Sandsteinklippen. Eine gute Gelegenheit, endlich einmal die Bastei zu besuchen.

Ich begann meine Runde in Hohnstein, das im Winter in eine Art Dornröschenschlaf fällt, bevor im nächsten Sommer dann wieder Touristenscharen aus ganz Deutschland hier eintreffen werden.

Von hier aus ging ich durch den Halbengrund südwärts, immer wieder Eiskaskaden und teilweise gefrorene Wasserfälle passierend.

Schnee lag kaum auf dem Weg, nur hin und wieder ein Fleck. Dafür waren einige Passagen vereist und verlangten Vorsicht.

Von der Waltersdorfer Mühle aus ging es dann über den Füllhölzelweg nach Rathen. Am Ortseingang grüßten die Honigsteine.

Hier nun war ich im Herzen des Elbsandstein-Tourismus angelangt; bislang hatte ich mich noch nier hierher getraut. Mein nächstes Ziel war der bekannteste Aussichtspunkt Sachsens, das beliebteste Postkartenmotiv der Region: die Bastei. Einsam war es hier nicht, aber dank niedriger Temperaturen hielt sich der Andrang doch in Grenzen. Die Aussicht wurde dafür bald um so besser.

Noch ein wenig höher stieg ich und erreichte dann den eigentlichen Ausichtspunkt, von dem aus man einen spektakulären Tiefblick auf die Elbe genießen kann.

Kein Wunder, dass im Sommer Busladungen von Besuchern hierher kommen. Und es ist ja auch gut, dass dieser herrliche Ort allen zugänglich ist – so lange es auch ähnlich schöne Punkte gibt, die denen vorbehalten bleiben, die bereit und in der Lage sind, ein wenig Mühe zu investieren.

Das Café des Panoramahotels zog micht nicht besonders an; und so ging ich zügig weiter bis zu einem weiteren Aussichtspunkt – weniger spektakulär, dafür mit dem in Dunst gehüllten Lilienstein leicht geheimnisvoll.

Anschließend stieg ich durch die Schwedenlöcher hinab in den Amselgrund. Nach einem kurzen Abstecher zum Amselloch

wandte ich mich einmal mehr nach Süden und bewunderte den einsamen Talwächter.

Hier zweigte ich nach links ab und beschritt den Knotenweg zurück nach Hohnstein. Am Hockstein bietet sich bereits ein umfassender Blick auf Burg und Ort,

doch liegt dazwischen noch das schluchtartige Polenztal,

 dass man durch die engen Wolfsschlüchte erreicht.

Der stimmungsvolle Abstieg führte mich noch an einem eisigen Vorhang vorbei,

dann hatte ich den Talgrund erreicht; von hier aus war es dann auch nicht mehr weit bis zu meinem Auto. Eine schöne Halbtageswanderung (17 km) in spezieller Stimmung – die Sächsische Schweiz ist doch immer wieder einen Ausflug wert!