Skitour im Mieminger Gebirge am 30.03.2013

Als früh der Wecker klingelte, schneite es draußen. Kurze Konfusion – war Schneefall nicht erst für den Nachmittag vorhergesagt? Ein Blick auf’s Regenradar brachte dann Entwarnung: Richtung Alpen sah es besser aus. Also ging es wie geplant mit Simon nach Ehrwald.

Auf dem Weg dorthin wurde es langsam freundlicher und ab Garmisch zeigten sich die ersten blauen Flecken am Himmel. In Ehrwald (1108 m) schien sogar die Sonne durch eine dünne Hochnebelschicht. Es sah nach einem schönen Tag aus.

Freundliches Wetter in Ehrwald

Freundliches Wetter in Ehrwald

Um neun schnallten wir die Ski an und begannen, südlich der Piste zur Ehrwalder Alm (1502 m) aufzusteigen. Warm war es und bald gingen wir beide im T-Shirt. Nach einer dreiviertel Stunde erreichten wir die Alm und gingen auf der Langlaufloipe weiter zum Igelsee. Hier waren nun auch einige andere Tourengeher unterwegs. In diesem Winter war ich bereits zum dritten Mal hier und hoffte, dieses Mal auch einen ersten Mieminger Gipfel zu erreichen. Der Hintere Tajakopf war unser Ziel und das Wetter sah nach wie vor gut aus.

Blick zur <a href="index.php?p=21">Sonnenspitze</a>

Blick zur Sonnenspitze

Im Tal sammeln sich die Wolken

Im Tal sammeln sich die Wolken

Als nicht ganz so gut entpuppte sich im steilen Aufstieg zum Brendlkar der extrem klebrige Schnee, der schnell Stollen unter den Fellen bildete und das Gehen mühsam machte. Als wir schließlich die Moräne im Kar erreichten, hatte es nun doch zugezogen. Es war halb zwölf und wir schätzten, noch ca. eine Stunde bis zum Einsetzen des Schneefalls zu haben.

Im Brendlkar

Im Brendlkar

Weiter ging es erst südwärts, dann nach Westen zum Tajatörl (2259 m). Da der Tajakopf unser eigentliches Ziel war, steuerten wir statt des eigentlichen Törls die Scharte direkt nördlich davon an, zu der noch keine Spur hinaufführte. Hier wollte ich die Steighilfe einstellen, doch wollte die Stockspitze partout nicht in die Öffnung des Hinterbackens hineinrutschen. Ich begann schon, an meinen koordinativen Fähigkeiten zu zweifeln, als ich einen Blick auf den Stock warf: Die Spitze war gebrochen. Dieser Stock halt also ausgediehnt. Schade, aber nach über 12 Jahren Einsatz auch akzeptabel.

Spitzkehren unterhalb der Scharte

Spitzkehren unterhalb der Scharte

Während wir (d.h. Simon) den steilen Hang hinauf spurten, begann es bereits leicht zu schneien und im Westen sah es noch um einiges dunkler aus. An der Scharte angekommen, nahm der Schneefall noch zu und so ließen wir nach kurzer Beratung die Hintere Tajaspitze links liegen und rüsteten uns für die Abfahrt. Das Wetter würde schließlich nicht besser werden.

Ausstieg an der Scharte

Ausstieg an der Scharte

Blick zum Hinteren Tajakopf

Blick zum Hinteren Tajakopf

Der alleroberste Teil der Abfahrt war anspruchsvoll, da sich extrem klebriger Schnee kleinräumig mit windgepressten Platten abwechselte und man dank des Schneefalls wenig sehen konnte. Bald aber wurde es einfacher  – hier war alles klebrig, ließ sich aber meist gut fahren. Die Gegensteigung zwischen Igelsee und Ehrwalder Alm konnten wir ohne Felle gehen, dafür mussten wir am Forstweg hinab anschieben. Ein ganz komisches Zeug!

Simon hat Spaß an der Abfahrt

Simon hat Spaß an der Abfahrt

Trotz des Wetters war es eine schöne Tour in den Miemingern. Und beim nächsten Mal klappt es ja vielleicht auch mit einem Gipfel.