Wanderung im Mangfallgebirge am 18.07.2013

Letzten Donnerstag war ich mal wieder Feierabendwandern. Angesichts der wenig spezifischen Wettervorhersage war die Wahl des Ziels mehr oder weniger Glücksspiel, so dass ich entschied, eine bislang noch nicht von mir aufgesuchte Gegend zu besuchen: Die Berge südlich des Tegernsees.

Ausgangspunkt meiner Runde war die Bergwachthütte (970m) an der Mautstraße nach Sutten im Rottachtal, etwa 17:50 Uhr brach ich hier auf. Von dort führt zunächst ein asphaltierter Wirtschaftsweg nach Westen hinauf und ein ebenfalls aspahltierter Abzweig weiter zu Siebli-Alm. Hier betritt man endlich nicht künstlich verfestigten Boden.

Blumenpracht, deren Namen ich nicht kenne

Wundklee

Erwartungsgemäß war wenig los, das Wetter meinte es aber gut mit mir: über mir befand sich zwar der Rand einer Gewitterzelle, deren Zentrum aber weit im Süden lag und die sich auch langsam dorthin zu bewegen schien. Trotzdem war es schwül und die Sicht eher trübe. Da somit aus Landschaftsbildern nicht viel herauszuholen war, fotografierte ich vor allem Blumen, von denen auf den üppigen Almwiesen eine ganze Menge wuchsen.

Blütenkomposition (Fuchsknabenkraut)

…in violett (Bergdistel)

Nach der Riedereck-Alm führt der Weg südlich oberhalb des Riederecksees entlang. Hier folgte ich dem Abzweig zum Ostgrat des Risserkogels, der auf diesem Steig jedoch leider kaum betreten wird. Stattdessen steigt man zunächst vor allem in der N-Flanke, später in der S-Flanke zum höchsten Punkt (1826m), den ich kurz vor halb acht erreichte.

Plankenstein (rechts) und Risserkogel

Hier rasteten bereits zwei andere Wanderer (die einzigen, die ich an diesem Abend traf) und genossen wie ich die stimmungsvolle Aussicht auf Wolkenfront und abendliches Sonnenlicht im Westen.

Die Südwand des Plankensteins vom Gipfel des Risserkogels aus gesehen; der Normalweg verläuft über den Westrücken

Bergsilhouetten im Westen

Nach einer kurzen Pause stieg ich in den Sattel zum Plankenstein ab. Dieser steht dort so einladend, dass ich entscheid, mir den Normalweg (II) mal anzuschauen, wohl wissend, dass mein Schuhwerk (Turnschuhe mit schlechter Haftung auf Fels) dafür nicht optimal war.

Die Einstiegsrinne am Plankenstein

Die ersten IIer-Stellen gingen ganz gut, auch wenn ich merkte, dass die Schuhe auf den teilweise arg agespeckten Tritten ziemlich rutschten. Als ich dann am Grat ankam, dachte ich schon, ich hätte es geschafft, aber der letzte Kamin, der zum Gipfel (1768m) hochzieht, war dann doch zu schwer. Auf den ersten Absatz kam ich noch, dann wurde es mir auf den rutschigen Sohlen zu heiß und ich trat wenige Meter unter dem Gipfelkreuz den Rückzug an.

Gipfelgrat des Plankensteins

Fünf Tage nach Besteigung der Sonnenspitze kurz unter dem Gipfel eines vermeintlich kleinen Berges umzudrehen, fühlte sich zwar komisch an, aber Sicherheit geht vor. Das Abklettern zurück zum Sattel immerhin ging besser als erwartet und gegen halb neun nahm ich von dort den weiteren Abstieg in Angriff.

Großartiges Abendlicht

Bis zur Röthenstein-Alm ging es auf einem schönen Pfad dahin, ab dort wieder auf einem asphaltierten Weg zurück zum Parkplatz, den ich ca. 21:20 Uhr erreichte. Schade, dass man hier so lange Strecken auf Asphalt zurücklegen muss, was dieser Runde etwas von ihrem Reiz raubt. Ansonsten aber ist sie sehr schön und die Aussicht vom Risserkogel auf jeden Fall einen Besuch wert.