Klettersteig / Bergtour im Karwendel am 07.07.2013

Nach unserer Wanderung im Ammergebirge wollten Claudia und ich noch eine gemütliche Bergtour zum Abschluss unserer Urlaubswoche unternehmen. Schnell fiel unsere Wahl auf den Mittenwalder Höhenweg, der dank Seilbahn nur wenige Aufstiegsmühen bereithält. Mit dabei war Claudias Onkel Hans, ein echter Gebietskenner, der zwischen Vorkarwendel und Arnspitzen jeden Stein kennt und uns unterwegs immer wieder spannende Details zu Geschichte, Viehwirtschaft, Wildtieren und -pflanzen und lohnenden Bergtouren der Umgebung erzählte.

Wir starteten also an der Bergstation der Karwendelbahn (2243m). Die erste Gondel hatten wir ausgelassen, um der Hektik zu entgehen, und kamen so erst gegen neun oben an.

Morgendlicher Blick ins Karwendel - in Bildmitte die <a href="index.php?p=65">Pleisenspitze</a>

Morgendlicher Blick ins Karwendel – in Bildmitte die Pleisenspitze

Um nun aber nicht im Stau zu stehen, umgingen wir die Nördliche Linderspitze auf dem Heinrich-Noé-Weg und trafen auf der Scharte unter der ersten Leiter wieder auf den Höhenweg. Kondition und Trittsicherheit waren bei mir zu Beginn noch nicht ganz optimal. Es scheint, mir liegen diese Kaltstarts nicht und ich brauche erst einmal ein paar hundert Höhenmeter Warmlauf-Hatscherei, bevor das Gelände anspruchsvoller wird.

Hans erläutert den weiteren Wegverlauf; ganz links Sulzleklammspitze, rechts davon Linderspitzen

Hans erläutert den weiteren Wegverlauf; ganz links Sulzleklammspitze, rechts davon Linderspitzen

In der Scharte legten wir Gurt und KS-Set an und kraxelten los. Der Höhenweg ist als Klettersteig nicht allzu anspruchsvoll (B), dafür landschaftlich reizvoll und auch stellenweise durchaus etwas ausgesetzt. Zunächst hatten wir auch gutes Wetter mit passabler Fernsicht und konnten so die Ausblicke von Mittlerer und Südlicher Linderspitze (2304m) genießen.

Spaß am Grat

Spaß am Grat

Stellenweise ist es schon etwas ausgesetzt

Stellenweise ist es schon etwas ausgesetzt

Nachdem wir eine kleine Hütte mit „Fahrräder verboten“-Schild passiert hatten, begann der Aufstieg zur Sulzleklammspitze, der höchsten Erhebung unserer Wanderung. Einige nette Kraxelpassagen warteten hier auf uns, bis wir den grasigen Gipfel (2323m) erreichten. Nach einem Gipfelfoto machten wir in einem windgeschützten Winkel unsere Mittagspause und genossen den herrlichen Wildschweinspeck, den Hans mitgebracht hatten. Inzwischen zog es bereits merklich zu und die Zeichen standen auf Niederschläge am späten Nachmittag.

Rückblick zur Westlichen Karwendelspitze

Rückblick zur Westlichen Karwendelspitze

Oh wie blau er blüht, der Enzian!

Oh wie blau er blüht, der Enzian!

Doch noch hatten wir Zeit, überschritten entspannt die Kirchlspitze (2302m) und erreichten nach einem originellen Felsrücken das Ende des versicherten Steiges. Da Fernsicht mittlerweile nicht mehr zu haben war, beschlossen wir, die Brunnensteinspitze auszulassen und direkt abzusteigen. An der Brunnsteinhütte machten wir noch einmal Pause; gerade so fanden wir noch Plätze auf der vollen Sonnenterasse und ließen es uns bei Radler, Apfelschorle und Kaiserschmarrn gutgehen, während wir über uns zwei Steinadler beobachten konnten. Einige erste Regentropfen mahnten uns zum Aufbruch und so setzten wir unseren Abstieg schließlich fort.

Die ersten Wolken wallen an Kirchlspitze und Brunnensteinspitze

Die ersten Wolken wallen an Kirchlspitze und Brunnensteinspitze

Claudia an der letzten versicherten Passage

Claudia an der letzten versicherten Passage

Gegen halb vier erreichten wir schließlich das Auto, genau als der Platzregen los ging. Wieder einmal gutes Timing!