Schlafsack o.k., Autor k.o.

Schneeschuhtour in den Ötztaler Alpen vom 14.-15.12.2013

Mark wollte eine Schneeschuhtour gehen, ich wollte ein neues Zelt und einen neuen Schlafsack bei einer winterlichen Übernachtung testen – heraus kam eine Schneeschuhhochtour auf die hintere Ölgrubenspitze in den Ötztalern, zu der sich Franzi, Mark und ich Samstag mittag bei strahlendem Sonnenschein in Mandarfen im Pitztal einfanden. Tagesziel war zunächst das Taschachhaus.

Schon nach den ersten Schritten vom Auto weg, merkte ich, dass ich nicht recht in Form war. Ich hatte keine Ahnung warum, aber mir war klar, dass dies ein mühsames Wochenende werden würde.

Beim Abmarsch in Mandarfen grüßt der Linke Fernerkogel
Beim Abmarsch in Mandarfen grüßt der Linke Fernerkogel

Der Aufstieg führt vom Parkplatz in Mandarfen (1690m) zunächst 100m bergauf zur Taschachalm, wo sich bereits einige Skifahrer tummelten, und dann flach durch das lange Taschachtal bis zur Breit Gampen. Perfektes Gelände, um mich wieder an die Schneeschuhe zu gewöhnen, die ich zum letzten Mal vor anderthalb Jahren an den Füßen hatte.

Auf guter Spur geht es zunächst flach ins Taschachtal

Auf guter Spur geht es zunächst flach ins Taschachtal

An der Talstation der Materialseilbahn, die zur Hütte hinauf führt, endet der Forstweg und es bieten sich zwei Möglichkeiten: Der alte (gesperrte) und der neue Aufstiegsweg. Wir entschieden uns für den alten, der uns kürzer erschien. Im felsigen Gelände der Seitenmoränen des inzwischen aus dem Talgrund verschwundenen Taschachferners war ich ganz froh, nicht mit Ski hier zu sein – das hätte denen nicht gut getan.

Im oberen Teil des Zustiege verschlechterte sich das Wetter

Im oberen Teil des Zustiege verschlechterte sich das Wetter

Gegen halb fünf erreichten wir (ich schon arg schnaufend) das Taschachhaus auf 2434m. Mittlerweile hatte es zugezogen und war recht frisch. Der warme Winterraum lockte, doch erst wurde das Zelt aufgebaut. Danach dann ab ins Warme, wo schon drei Gruppen Skitourengeher ihr Essen kochten.

Das Taschachhaus ist fast erreicht

Das Taschachhaus ist fast erreicht

Während wir es ihnen gleichtaten, begann es zu schneien – erst schwach, dann immer stärker. Im Schnefall 10m neben einem Winterraum zu zelten, ist auf den ersten Blick nicht die schlaueste Idee – aber wenn man im Sommer neben der Hütte biwakiert, kann man ja im Winter auch dort zelten.

Meine Unterkunft neben der Hütte

Meine Unterkunft neben der Hütte

Irgendwann noch vor Mitternacht hörte der Schnefall auf. Der Himmel zog auf und es wurde eine klare, sehr kalte Nacht. Draußen beschien der fast volle Mond die frisch beschneiten Berge und ließ sie in fahlem Licht erleuchten. Drinnen war es die meiste Zeit recht angenehm und erst gegen Morgen wurde mir etwas kalt.

Zelt und Schlafsack hatten ihren Test also bestanden, doch wie sah es mit dem Bergsteiger aus, der darin genächtigt hatte? Dieser fühlte sich nur ein wenig fitter als am Tag zuvor und ahnte bereits, dass es heute knapp werden würde mit dem Gipfel.

Hohe Geige und Puitkogel im ersten Sonnenlicht

Hohe Geige und Puitkogel im ersten Sonnenlicht

Kurz vor acht brachen wir auf. Ich wollte mich nicht ganz vor dem Spuren drücken und übernahm wenigstens einen kurzen Teil zu einer ersten Moräne des kaum noch existenten Sexegértenferners. Später hatte ich dann etwas Schwierigkeiten, mit Franzi und Mark mitzuhalten.

Hinten links zeigt sich unser Gipfelziel

Hinten links zeigt sich unser Gipfelziel

Es war ein kühler Tag, immer wieder zogen hoch gelegene Wolken über den Himmel und nur selten schien die Sonne ungefiltert bis zu uns. Schlüsselstelle der Tour war ein sehr steiler Hang aus grundlosem Schnee, der zum Ölgrubenjoch (3050m) führt. Oben angekommen machten wir kurz Pause und setzten unseren Weg fort. Ich hatte einige Probleme mit den Schneeschuhen, was teilweise an meiner mangelnden Übung mit dieser Art von Fortbewegungshilfe lag und teilweise daran, dass meine Schuhe nicht so recht in die Bindung passten. Von meiner mangelnden Fitness eh schon genervt, konnte ich mir den ein oder anderen herzhaften Fluch nicht verkneifen. Es war nicht mein Tag.

Der Glockenturm zeigt sich am Ölgrubenjoch

Der Glockenturm zeigt sich am Ölgrubenjoch

Auf dem Weg Richtung Gipfel

Auf dem Weg Richtung Gipfel

Nach einer Querung entlang der Ölgrube erreichten wir den Ansatz des schwach ausgeprägten Ostgrates und kurz danach war für mich Schluß: Es war bereits nach Mittag, wir hatten noch einen weiten Abstieg vor uns und ich war mittlerweile sehr langsam. Also umdrehen, während Franzi und Mark noch ohne mich zum Gipfel kraxelten.

Franzi und Mark auf den letzten Metern

Franzi und Mark auf den letzten Metern

Etwa gegen drei kamen wir wieder am Taschachhaus an; wir blieben nur kurz, denn der Abstieg nach Mandarfen zieht sich. Dieses Mal wählten wir an der Hütte den neuen Weg, der sich als einfacher gangbar als der alte herausstellte. Allmählich wurde es bereits dunkel, als wir anschließend über die weite Fläche des Breit Gampen stapften und Venus zeigte sich über dem Gipfel des Pitztaler Urkunds. Mit einer herrlichen Stimmung verabschiedete uns das winterliche Taschachtal aus diesem Wochenende.

Der Gipfel der Hohen Geige leuchtet in der Abendsonne

Der Gipfel der Hohen Geige leuchtet in der Abendsonne

Rückblick zum Pitztaler Urkund

Rückblick zum Pitztaler Urkund

3 Kommentare

  1. Servus,

    schöne Tour & ebensolche Buidl – aber ‚ ohne ‚ SKI ??

    Gruß Daniel

  2. Hannes
    Hannes

    19. März 2014 at 5:23 pm

    Hast ja recht – nächstes Mal wieder mit. 😉

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