Wanderung im Vorkarwendel am 22.03.2014

Nach Skitouren in Nord- und Südtirol stand am Samstag mal wieder ein Abstecher in die heimisch-bayrischen Berge an – der Schneelage entsprechend allerdings ohne Ski. Für dieses Einläuten der Sommersaison wählten wir das Vorkarwendel, das abseits von Schafreuter und Juifen mit einigen eher einsamen aber aussichtsreichen Bergen aufwartet.

Ausgangspunkt für unsere Wanderung auf das Demeljoch ist ein Parkplatz östlich des Sylvensteinspeichers auf ca. 800m Höhe, an dem sich Dani, Jörg und ich gegen halb neun einfinden. Der Weg führt von hier zunächst und kurz hinab und über die malerische Weichtalklamm, dann geht es durch lichten Mischwald den Hühnerberg hinauf. Die Sonne schien kräftig und es war frühlingshaft warm an diesem Vormittag; die Ankunft einer Kaltfromt war allerdings für den Nachmittag angekündigt, es galt also, rechtzeitig wieder abzusteigen.

Die Weichtalklamm

Die Weichtalklamm

Waldveilchen kündigen den Frühling an

Waldveilchen kündigen den Frühling an

Oberhalb des Waldes warteten die ersten Schneefelder, dann führte der Weg über einen sonnigen Grashang hinauf zum Kamm, dem wir nun in südlicher Richtung folgen würden. Von hier aus hatten wir bereits einen guten Blick auf den von Norden recht beeindruckenden Kegel des Demeljochs, der doch noch ein gutes Stück entfernt stand.

Der Kamm zum Dürrnbergjoch; ganz links der Grat, der zum Demeljoch führt.

Der Kamm zum Dürrnbergjoch; ganz links der Grat, der zum Demeljoch führt.

Wir überqueren die ersten Schneefelder

Wir überqueren die ersten Schneefelder

Den ersten kleinen Gipfel, das 1623m hohe Schürpfeneck – nicht mehr als der höchste Buckel im Kamm – erreichten wir gegen 11:00 Uhr. Kurz darauf beschlossen wir, dass Jörg und ich allein weitergehen würden, um noch rechtzeitig den Gipfel erreichen zu können, während Dani lieber gemütlich Aussicht und Landschaft genoss.

Ausblick zum Sylvensteinspeicher

Ausblick zum Sylvensteinspeicher

Blick vom Schürpfeneck zum Dürrnbergjoch

Blick vom Schürpfeneck zum Dürrnbergjoch

Ein Stück ging es noch horizontal weiter, dann folgte ein steiler, noch schneebedeckter Aufstieg auf eine Schulter des Dürrnbergjoches, wo der Kamm nach links in östlicher Richtung abbiegt. Hier konnten wir einer frischen Spur folgen, was den Aufstieg sehr erleichterte; regelmäßige Löcher und leichter Latschenkampf (Stellen LKK 2-3) sorgten aber auch so für etwas Abwechslung.

Da geht's hinauf

Da geht’s hinauf

Latschenkampf

Latschenkampf

Kurz nach der Schulter holten wir die beiden Ersteller der Spur ein, bedankten uns höflich und übernahmen nun selbst. Wenige Minuten später erreichten wir den latschigen Gipfelgrat des 1835m hohen Dürrnbergjochs und machten uns auch gleich an den Weiterweg. Nach den ersten Metern im Abstieg lässt die Latschendichte deutlich nach, was das Vorwärtskommen deutlich erleichtert. Der Aufstieg zum Demeljoch wartet dann mit keinen nennenswerten Schwierigkeiten auf und kurz nach halb eins erreichten wir dessen Gipfel (1923m).

Der Gipfel des Demeljochs vom Dürrnbergjoch aus; dahinter Juifen und Guffert

Der Gipfel des Demeljochs vom Dürrnbergjoch aus; dahinter Juifen und Guffert

Rückblick über den Aufstiegskamm

Rückblick über den Aufstiegskamm

Trotz der schönen Aussicht ins Karwendel blieben wir nicht lang, denn im Westen, hinter Jochberg und Herzogstand, sah es bereits ziemlich finster aus. Noch hielt der Föhn, aber wie lange noch? Also traten wir bald den Rückweg an, der dank des weichen Schnees dann auch nicht so furchtbar schnell ging.

Von Westen nähert sich die Kaltfront

Von Westen nähert sich die Kaltfront

Rückweg zum Dürrnbergjoch

Rückweg zum Dürrnbergjoch

Wir hatten allerdings Glück und das Wetter hielt bis zum Schluss. Gegen 15:45 Uhr kamen wir wieder am Parkplatz an, wo Dani bereits auf uns wartete. So war es ein gelungener Frühlingseinstand, bevor am nächsten Tag noch einmal 50cm Neuschnee fielen.