Wanderung im Ammergebirge am 23.04.2014

Nach einem stressigen Arbeitstag gibt es kaum eine bessere Entspannung als eine Bergtour – wenn denn die Zeit dazu reicht. Vorgestern hat es mal wieder gepasst und so fuhr ich am späten Nachmittag nach Oberammergau. Ab Eschenlohe regnete es stark, aber ich war entschlossen, es trotzdem zu versuchen. Und es sollte sich lohnen.

Los ging die Tour gegen halb sechs am Parkplatz des Kolbenlifts. Noch regnete es leicht, aber die Wolken zogen bereits ab. Bis zur Südostecke des Kofel ging es zunächst mehr oder weniger flach dahin, dann endlich bergauf. Inzwischen war es trocken genug, dass ich die Jacke im Aufstieg ausziehen konnte.

Regenbogen vor Laber

Regenbogen vor Laber

Der Kofel - Wahrzeichen von Oberammergau

Der Kofel – Wahrzeichen von Oberammergau

Der Bergwald zeigte sich frühlingshaft mit oft matschigen Wegen und zartem Grün an den Laubbäumen. Dazu passend wurde das Wetter immer freundlicher.

Es grünt im Bergwald

Es grünt im Bergwald

Am Kofelsattel

Am Kofelsattel

Vom Kofelsattel aus führt ein versicherter Steig hinauf zum Gipfel. Mit meinen Turnschuhen, die besonders bei Nässe oder nassen Sohlen keinen wirklich guten Halt auf Fels bieten, und ohne Verwendung der Versicherungen war es gutes Gelände, um Trittpräzision und -sicherheit zu üben. Jetzt, zu Beginn der Wandersaison, sind diese Fähigkeiten doch noch etwas eingerostet.

Am Gipfel des Kofel

Am Gipfel des Kofel

Laber und Estergebirge

Laber und Estergebirge

Tiefblick auf Oberammergau

Tiefblick auf Oberammergau

Am Gipfel des Kofel (1342m), den ich ca. 18:45 Uhr erreichte, boten sich dann sehr schöne Ausblicke ins Estergebirge und richtung Notkarspitze und Co. Und auch der Tiefblick nach Oberammergau war nicht zu verachten. Hier machte ich kurz Pause, aß meine Brotzeit und genoss die Aussicht.

Allzu lange blieb ich dann aber nicht, denn ich hatte noch etwas Weg vor mir: Zunächst stieg ich zurück zum Kofelsattel; dort wandte ich mich nach Westen, folgte dem Weg zum Pürschling ein gutes Stück und bog schließlich richtung Zahn und Sonnenberg ab.

Mittlerweile stand die Sonne knapp über dem Horizont und so beeilte ich mich ein bisschen – immer darauf bedacht, auf dem schlammigen Pfad und den gelegentlichen Schneefeldern nicht auszurutschen.

Bizarre Felsgestalten am Zahn

Felstürme am Zahn

Die Sonne geht unter

Die Sonne geht unter

Das letzte Stück zum Gipfel des Sonnebergs (1622m) legte ich dann direkt an der Gratkante zurück. Überraschend alpin war es hier – teilweise ausgesetzt und auch mit zwei kurzen IIer-Stellen. Und dazu eine Riesenfreude, hier mit toller Aussicht an einem so schönen Frühlingsabend herumzukraxeln. Für diesen Grat würde sich wohl auch ein Tagesausflug lohnen, schließlich setzt er sich sowohl richtung Zahn als auch zum Sonnenberggrat noch ein gutes Stück fort.

Kurz vor halb neun war ich dann endlich oben. Herrlich war es hier. Aufgrund der aufziehenden Dunkelheit konnte ich zwar nicht lange bleiben, aber das störte mich kaum – den Moment am Gipfel genoss ich auch so.

Abendhimmel

Abendhimmel

Im Abstieg war dann noch einmal Konzentration angesagt. Doch so sehr ich auch acht gab – irgendwann passierte es doch: Kurz bevor ich die Stirnlampe einschalten wollte, rutschte ich aus und legte mich schön in den Matsch. Abgesehen davon war es aber ein erfolgreiches Trittsicherheitstraining und insgesamt ein toller, entspannender Feierabend.