Über den Schellschlicht

Wanderung im Ammergebirge am 21.05.2014

Nach der kalten und unbeständigen letzten Woche hat nun endlich der Sommer eingezogen – da war eine Feierabendtour natürlich Pflicht. Dieses Mal war ich mit Boris unterwegs und wie beim letzten Mal suchten wir uns ein Ziel im Ammergebirge nahe Garmisch. Auf den Schellschlicht hatten wir es abgesehen, den man von Griesen aus in einer schönen Runde überschreiten kann.

Wiederum starteten wir zwanzig vor sechs. Wir gingen gleich zügig los, denn die Tour ist doch recht lang für eine Abendunternehmung. Es war wahrscheinlich der bislang wärmste Tag des Jahres und dementsprechend floss uns der Schweiß in Strömen herunter, während wir rechts der Schellaine (orografisch links) durch den lichten Bergwald bergan stiegen. Gegenüber grüßte beeindruckend und noch recht eingeschneit der Wetterstein herüber, vor uns ergaben sich immer wieder faszinierende Blicke in die Schlucht der Schellaine, die die Südflanke des Berges durchzieht.

Zu Beginn ist er noch ziemlich weit weg

Zu Beginn ist er noch ziemlich weit weg

Blick auf die Mieminger mit der <a href="index.php?p=21">Ehrwalder Sonnenspitze</a> im Zentrum

Blick auf die Mieminger mit der Ehrwalder Sonnenspitze im Zentrum

Der Wald ging schließlich in Latschen über, das Steigen ging gleichmäßig weiter. Nachdem wir den Hang der Schlucht verlassen hatten, stiegen wir fast wie in Trance die gleichmäßigen Kehren hinauf, bis wir etwas unvermittelt auf 1872m den Sunkensattel erreichten, der den Blick nach Norden und Osten freigibt. Hier wendet sich der Weg nach Westen und zieht auf einem Rücken dem Gipfel entgegen. Leider verpassten wir einen Abzweig und stiegen – Pfadspuren folgend – zu hoch. so mussten wir über leichte aber etwas heikle Schrofen noch einmal etwa 30m absteigen.

Nicht mehr weit bis zum Gipfel

Nicht mehr weit bis zum Gipfel

Panorama von Kreuzspitze bis Frieder

Panorama von Kreuzspitze bis Frieder

Kurz unter dem Gipfel kam uns eine einsame Bergsteigerin entgegen, die sich bereits im Abstieg befand; ein paar Minuten keuchten wir danach noch bergan und waren dann Punkt acht Uhr am höchsten Punkt (2052m). Toll war die Aussicht übers Ammergebirge und auf den Wetterstein. Kreuspitze und -spitzl schienen zum Greifen nahe und die Geierköpfe standen als imposante Silhouette vor der sinkenden Sonne. Eine gute halbe Stunde rasteten wir hier oben, dankbar dafür, solche Eindrücke an einem Wochentag nach der Arbeit genießen zu können, bevor wir uns an den Abstieg über die Westseite machten. Das 1957m hohe Brandjoch nahmen wir noch mit, dann eilten wir – vorbei an einigen erstaunlich wenig scheuen Gämsen – talwärts bis zur Schellalm. Nun ging es hinab in den Wald und bald mussten die Stirnlampen aus dem Rucksack.

Wir beginnen mit dem Abstieg

Wir beginnen mit dem Abstieg

Sonnenuntergang hinter den Geierköpfen

Sonnenuntergang hinter den Geierköpfen

Etwa zwanzig nach zehen erreichten wir Griesen und konnten sehr zufrieden die Rückfahrt antreten. Welch ein Privileg, so etwas nach Feierabend unternehmen zu können!

1 Kommentar

  1. Oh ja das stimmt. 🙂 Ein herrlich Ausklang des Tages – eine FeierabendBergtour. Schöne Fotos, schöne Stimmung.

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