Bergtour im Kaisergebirge am 09.08.2014

Stabiles Wetter am Wochenende ist zur Zeit schwer zu haben. Also muss man auch kürzere Wetterfenster nutzen, wenn man nicht zu Hause versauern will. Am Samstag entschieden sich Robi und ich daher zu einem Halbtagesausflug in den Kaiser und planten die Tour so, dass wir vor dem Gewitter zurück oder zumindest aus dem gröbsten raus sein sollten – was dann auch perfekt aufging.

Nachdem der Samstag morgen bewölkt begann, sorgte der Föhn bald für Aufklarung und so sah es nach einem richtig schönen Tag aus, als wir uns viertel vor acht in Kufstein trafen. Nach kurzen Wegfindungsschwierigkeiten ging es mit den Rädern zur Hinterduxer Alm. Es folgte eine kurze Schiebestrecke, dann ging es radelnd weiter hinauf zum Brentenjoch (1204m). Von hier aus mussten wir ca. 60Hm wieder abfahren, bevor das recht steile Finale zur Kaindlhütte (1293m) folgte.

Der Pendling wacht übers Inntal

Der Pendling wacht übers Inntal

Die beeindruckende Nordwand des Scheffauers

Die beeindruckende Nordwand des Scheffauers

An der Hütte, die von einigen anderen Almhütten und einer Kapelle umgeben ist, stellten wir die Räder ab und gingen zu Fuß weiter. Im Westen konnte man bereits gut erkennen, wie der Föhn nach und nach zusammenbrach, aber noch hatten wir Zeit und ohne allzu große Eile wanderten wir zum Einstieg des Widauersteiges.

Die Kaindlhütte

Die Kaindlhütte

Der Zahme Kaiser von <a href="index.php?p=547">Pyramidenspitze bis Rosskaiser</a>

Der Zahme Kaiser von Pyramidenspitze bis Rosskaiser

Der Steig ist nicht allzu schwer (A/B und I) und gelegentlich etwas ausgesetzt. Wahrscheinlich aus Unterforderung legte Robi eine Freiklettereinlage als direktere Variante zum Steig ein (ca. II-III), die nachzusteigen mir einige Schwierigkeiten bereitete. Schließlich hatte ich es aber geschafft und wir konnten den Aufstieg zum Sattel auf dem normalen Weg fortsetzen.

Am Widauersteig

Am Widauersteig

Von Westen ziehen Wolken auf

Von Westen ziehen Wolken auf

Robis Freiklettereinlage

Robis Freiklettereinlage

Vom Sattel aus konnten wir auf die noch wolkenfreien Kitzbüheler Alpen hinweg bis in die Tauern blicken. Im Nordwesten hingegen formierte sich die anrückende Front. Noch ein paar Meter, dann waren wir am Gipfel des Scheffauers (2111m). Im Gegensatz zu meiner letzten Tour waren wir dieses Mal schneller hier als die Wolken und konnten kurz die Aussicht genießen, bevor es grau um den Gipfel wurde.

Dieser Segelflieger hat Spaß

Dieser Segelflieger hat Spaß

Nach angemessener Gipfelrast machten wir uns an den Abstieg. Bis auf eine Alleingängerin (die wahrscheinlich südseitig abstieg) waren wir die letzten, die aufbrachen. Die Überschreitung der Hackenköpfe hätte mich ja schon gereizt, aber daran war heute nicht zu denken. Ein anderes mal vielleicht. Im Abstieg überholten wir noch einige andere Bergfreunde, die aber alle ebenfalls rechtzeitig das Ende des Steiges erreicht haben sollten.

Dunkle Wolken über dem Inntal

Dunkle Wolken über dem Inntal

Bald wird es ungemütlich

Bald wird es ungemütlich

Zurück an der Hütte sah es bereits ziemlich schwarz aus über dem Inntal. Schweren Herzens entschieden wir uns also gegen eine Einkehr und für den schnellstmöglichen Abstieg nach Kufstein. Nach der Gegensteigung zum Brentenjoch hielten wir uns dieses Mal links und fuhren richtung Aschenbrenner, während es allmählich zu regnen begann. Und als über uns die ersten Blitze den Himmel erhellten, waren wir schon fast wieder in Kufstein. Unser Plan war also aufgegangen – den Rädern sei dank, die uns einen sehr langen und ziemlich nassen Abstieg erspart hatten.