Wanderung in den bayrischen Voralpen am 28.08.2014

Donnerstag war vergangene Woche der einzige Tag, an dem kein Niederschlag in den Bergen vorhergesagt war – also ein perfekter Tag für die vielleicht letzte Feierabendtour in diesem Jahr, denn die Tage werden kürzer und die Saison für abendliche Ausflüge geht allmählich zu Ende.

Für dieses Mal hatte ich mir einen Berg ausgesucht, den man als Wahlmünchner einfach mal besteigen muss: Die Benediktenwand ist nach Süden hin der erste richtige Berg, der mit seiner markanten Silhouette schon von weitem zu erkennen ist und mit 1800m Höhe seine direkten Nachbarn deutlich überragt.

Ein erster Blick auf die Benediktenwand

Ein erster Blick auf die Benediktenwand

Ihre Besteigung ging ich um 17:00 Uhr in Benediktbeuern (651m) an. Mit dem Radl startete ich am Alpenthermalbad und folgte der Forststraße in Richtung Tutzinger Hütte. An der Eibelsfleckalm (1034m) dachte ich fälschlicherweise, dass ich nun zu Fuß weitergehen müsste. Tatsächlich kann man auf der Forststraße  in einem weiten Bogen um die Alm herum und bis zur Talstation (1159m) der Materialseilbahn fahren, mit der die Hütte versorgt wird. Stattdessen stellte ich also um 18:00 Uhr mein MTB an der Alm ab und setzte meinen Weg zu Fuß fort.

Die Nordwand der Benediktenwand von der Eibelsfleckalm aus gesehen

Die Nordwand der Benediktenwand von der Eibelsfleckalm aus gesehen

An der Tutzinger Hütte war allerhand los, die Terrasse war gut besetzt. Überhaupt begegnete ich an diesem Abend ungewöhnlich vielen Leuten und es war nach dem Risserkogel im letzten Jahr erst das zweite Mal, dass ich bei einer Feierabendtour auch am Gipfel Andere traf.

Die Tutzinger Hütte

Die Tutzinger Hütte

Kurz nach der Hütte muss sich der Benediktenwand-Aspirant für den weiteren Weg entscheiden: Rechts führt der einfachste Weg über die Westseite, nach links zweigt der etwas schwierigere Steig über die Ostseite ab. Ein wenig hatte ich ja mit der Nordwand geliebäugelt. Allerdings war der Boden noch recht feucht und es waren auch nur noch 1,5h bis Sonnenuntergang. Keine erfolgversprechende Kombination. Also ging ich stattdessen über die Ostseite.

Hier führt der Maximiliansweg durch die Nordwand

Hier führt der Maximiliansweg durch die Nordwand

Im Bereich des Rotohrsattels sind einige Passagen des Steiges versichert. Nutzen musste ich die Stahlseile nicht, an einigen nassen und stark abgespeckten Stellen war aber doch Aufmerksamkeit gefragt. In der Folge wird der Weg wieder leichter und führt westwärts über den Rücken der Benediktenwand zum Gipfel (1800m), den ich gegen 19:40 Uhr erreichte. Die Aussicht hier oben war herrlich; im Norden lagen Starnberger See und Ammersee zu meinen Füßen, auch München war gut erkennbar. Im Süden schweifte der Blick über die langen Ketten von Karwendel und Wetterstein. Und dazwischen die von der Abendsonne beschienenen Voralpen mit all ihren Untergebirgen und vielen mir bekannten Gipfeln, welche wie alte Freunde herübergrüßten und in mir wohlige Heimatgefühle weckten.

Nicht mehr weit bis zum Gipfel

Nicht mehr weit bis zum Gipfel

Panoramablick nach Süden

Panoramablick nach Süden

Blick nach Südwesten; links im Bild der Walchensee

Blick nach Südwesten; links im Bild der Walchensee

Erst als die untergehende Sonne über dem Staffelsee hinter Wolken verschwand, machte ich mich zum Abstieg auf. Über die Westseite des Benewand gelangte ich einfach zurück zur Tutzinger Hütte und ging gleich weiter durch den Wald zur Forststraße. Dieser folgte ich unter den Sternen bis zum meinem Radl. Die Abfahrt nach Benediktbeuern erforderte dann doch den Einsatz der Stirnlampe, ging dafür aber auch angenehm schnell. Sehr zufrieden packte ich anschließend das Mountainbike ins Auto und machte mich an die Heimfahrt.

Leuchtender Karwendel

Leuchtender Karwendel

Abendrot über dem Staffelsee

Abendrot über dem Staffelsee

Falls es die letzte Feierabendtour dieses Sommers gewesen sein sollte, war es auf jeden Fall ein würdiger Saisonabschluss.