Wanderung im Ammergebirge am 26.10.2014

Die Sommersaison 2014 endete, wie sie begonnen hatte – mit Schneestapferei. Dieses Mal allerdings in ihrer eher sinnfreien, da unnötigen Variante. Aber gut, Beim Bergsteigen sucht man ja ohnehin die Herausforderung, sonst könnte man ja auch im Tal bleiben.

Nach den Schneefällen der Vorwoche schien eine südseitige Tour auf einen nicht allzu hohen Gipfel angeraten. Daher schlug ich vor, von Linderhof aus zum Pürschlinghaus und weiter zum Teufelstättkopf aufzusteigen. Je nach Schneelage und Tempo würden wir vielleicht noch die Überschreitung über den Hennenkopf zu den Brunnenkopfhäusern anhängen können und dann zurück nach Linderhof absteigen.

Kurz nach halb neun starteten Franzi, Mark und ich also am Wanderparkplatz in der Nähe des Schlosses und begannen mit dem Aufstieg. Nur der allerunterste Teil war aper und schon bald war Schneestapfen angesagt. Dabei konnten wir zunächst einer Spur folgen, die sich jedoch schließlich im steilen Wald verlor.  Leider waren wir ihr eher unachtsam gefolgt und mussten nun feststellen, dass hier nicht nur keine Spur, sondern auch kein Weg mehr zu finden war.

Schneestapfen im Wald

Schneestapfen im Wald

Also begannen wir uns nun selbst einen Weg durch den Wald, über kurze rutschige Grashänge und über umgestürzte Bäume zu suchen. Mark übernahm den Großteil der Spurarbeit durch den stellenweise knietiefen Schnee. Schließlich fanden wir sogar den Weg wieder  und folgten ihm nach Osten. Einen lawinengefährdeten Abschnitt umgingen wir oberhalb in steilem Wald-Gras-Gelände und sahen dort auch zum ersten Mal das Pürschlinghaus. Wir waren viel zu weit westlich aufgestiegen und befanden uns nun auf dem Wanderweg, der von den Brunnenkopfhäusern herüberquert. Wir hatten also noch ein ganzes Stück zu gehen.

Steiler Zwischenabstieg

Steiler Zwischenabstieg

Vielleicht war es gar nicht so clever, ein Tour mit so viel Querungsanteil auszusuchen, denn dieser braucht bei Schneelage anders als im Sommer viel Kraft und Zeit. Schließlich hatten wir uns trotz allem durchgestapft und erreichten das Pürschlinghaus. Hier trafen wir zahlreiche Wanderer, die den gespurten Weg von Oberammergau herauf gekommen waren. Die dreieinhalbstündige Schneestapferei (für gerade einmal 600 Hm!) wäre also gar nicht notwendig gewesen. Und eigentlich hätte ich mir das auch denken können.

Das Pürschlinghaus

Das Pürschlinghaus

Nun ja, immerhin bereitete der Weiterweg zum Teufelstättkopf, da ausgelatscht, nun keine Probleme mehr und wir erreichten bald den Gipfel (1758m). Dort erfreuten wir uns an der Aussicht auf Ammergauer Schönheiten wie Hochplatte, Klammspitze, Kreuzspitze, Geierköpfe und Sonnenberggrat sowie auf die entfernter stehenden Gipfel des Estergebirges, der bayrischen Voralpen und des Karwendels. Nur vor dem Wetterstein hingen größtenteils Wolken.

Kurz unterhalb des Teufelstättkopfes

Kurz unterhalb des Teufelstättkopfes

Hinter uns Latschenkopf und Kreuzspitze

Hinter uns Latschenkopf und Kreuzspitze

Blick über's Alpenvorland

Blick über’s Alpenvorland

Nach der Gipfelrast und einem kurzen Abstecher zum spektakulären Latschenkopf (1740m), kehrten wir noch im Pürschlinghaus ein. Und während alle Anderen von hier entspannt über den Fahwerg absteigen konnten, machten wir uns auf den Rückweg nach Linderhof. Immerhin schafften wir es dieses Mal, auf dem Weg zu bleiben und schafften den Abstieg tatsächlich in den angegebenen anderthalb Stunden. Gegen 16:00 Uhr waren wir wieder am Parkplatz und beendeten diese etwas kuriose, alles in allem aber doch erquicklich Bergtour.

Zurück zum Pürschlinghaus

Zurück zum Pürschlinghaus

Abstieg nach Linderhof

Abstieg nach Linderhof