Skitour in den Kitzbüheler Alpen am 18.01.2015

Nachdem ich meine letzte Skitour im freien Gelände unternehmen konnte, ging es angesichts der schwierigen Schneesituation dieses Mal wieder in ein Skigebiet. Von Hopfgarten aus wollten Boris, Robi, Simon und ich die Hohe Salve besteigen, einen schönen Aussichtsberg, den ich bislang nur im Sommer besucht hatte.

Schon bei der Fahrt nach Hopfgarten (622m) viel uns auf, dass die Schneelage noch einmal dürftiger war, als wir erwartet hatten. Da würde Bodenkontakt wohl nicht ganz ausbleiben.

Am Liftparkplatz angekommen, hielten wir uns links der Pisten, um zumindest bis zur Kälberalm nicht direkt im Skigebiet aufsteigen zu müssen. Der untere Teil wurde dann nicht besonders schön: Unter den Ski hatten wir kaum Schnee, der dazu auch noch stark anstollte, und das Wetter war auch nur mäßig.

Bereit zur Bachquerung

Bereit zur Bachquerung

Später im Wald wurde die Schneeauflage noch knapper, was zu wunderbaren Laubstollen führte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass hier der Latschenmoses voran ging. Kein Wunder, dass die Spur da bis zum Boden ging!

Nach einer kurzen Skiklettereinlage im Steilwald und einer Bachquerung ging es über neblige Wiesenhänge weiter hinauf, bis wir an einer Scheune Pause machten. Ab hier wurde es dann besser: Mehr Schnee unter den Latten und auch der Hochnebel riss auf und gab den Blick auf die umliegenden Berge frei.

Es reißt auf

Es reißt auf

An der Kälberalm ging es schließlich zurück ins Skigebiet mit Kurs auf die Hohe Salve. Über den etwas steileren Gipfelhang ging es dann zügig zum Gipfel (1828m), wo wir uns einen Platz auf der Drehterrasse ergattern  und in der Sonne sitzen konnten.

Die Hohe Salve

Die Hohe Salve

Winterimpressionen kurz unter dem Gipfel

Winterimpressionen kurz unter dem Gipfel

Nach Weißbier und Gulaschsuppe machten wir uns an die Abfahrt, die nur auf der Piste möglich und auch hier im unteren Teil schon ziemlich sulzig war.

Der Höhepunkt dieser Tour aber war das von Boris inspirierte gemeinsame Dichten der Ode an die Spitzkehre:

Oh nein, es ist kein Witz
Du bist so mächtig spitz
Mit dir schaff‘ ich behende
Sogar die große Wende
Ab 30 Grad hab ich die Ehre
Mit Dir, Du spitze Kehre.

Nun steh‘ ich hier – mir wird ganz bang
In diesem steilen Hang
Und ich erkenne mit Erschrecken:
Die Spur ist voller Ecken
Doch lass ich mir von diesen Kehren
Den Aufstieg nicht verwehren.

Erst wird der Bergski umgestellt,
Damit man nicht nach hinten fällt
Dann wird der Talski ordentlich gekickt
Wie sich das im Anstieg schickt
So geht es zick und zack bergan
Bis wir schließlich oben san

Und all das nur – es sei mir eine Lehre
Dank Dir, Du spitze Kehre.

Sicherlich ein Höhepunkt der deutschsprachigen Alpindichtung! Wenn schon kaum Schnee liegt, muss man sich mit Humor und Poesie darüber hinweg helfen.