Skitour in den Stubaier Alpen am 12.04.2015

Tagestouren im Sellrain sind von München aus etwas heftig. Aber einmal wollte ich es mir diese Saison noch mal geben, denn bei den aktuellen Bedingungen schien es mir ratsam eine eher hochgelegene Tour anzugehen. Und da ich alleine unterwegs war, wählte ich wiederum eine beliebte Tour, dieses Mal – von Daniel inspiriert – den Längentaler Entfernungskogel Weißenkogel. Für eine so lange Tour war überraschend viel los. Aber ich wollte es ja so (zumindest mehr oder weniger).

Irgendwie ist immer was los, wenn ich allein ins Sellrain fahre. Letztes Jahr hatte ich die falschen Reifen, dieses Mal war nach einem Erdrutsch die L13 gesperrt, was eine interessante Umleitung erforderlich machte. Aber wer will nicht mal durch Oberperfuss fahren?

Zu Beginn dominiert der Lüsenser Fernerkogel.

Zu Beginn dominiert der Lüsenser Fernerkogel.

So kam ich mit ein paar Minuten Verspätung in Lüsens (1636m) an, wo bereits allerhand los war. Kurz nach halb acht stand dann auch ich auf den Ski und los ging es, zunächst der Loipe folgend nach Süden. Am Talschluss des Lüsenser Tales verzweigten sich die Skitourengeher. Viele stiegen zum Lüsenser Ferner auf, ein paar weniger ins Längental. Dort wartete im Wald eine kurz Steilstufe mit frisch überfrorenem Harsch. Da die Passage nicht allzu lang war, wollte ich mir das Anlegen der Harscheisen sparen. Das ging auch ganz gut bis ich wenige Meter unterhalb flacheren Geländes nicht richtig aufpasste, mir beide Ski nach hinten wegrutschten und ich frontal mit dem Gesicht in den Harsch flog. Leider erwiderte dieser meine Liebe nicht und blieb hart. Autsch!

Flach geht es dahin zum Westfalenhaus.

Flach geht es dahin zum Westfalenhaus.

Es folgte der nächste flache Abschnitt bis unters Westfalenhaus. Hier dreht das Tal wiederum von West auf Süd und man kann den weiteren Wegverlauf einsehen – der Gipfel selbst ist allerdings noch vom Bachfallenkopf verdeckt. Er ist halt lang, dieser Anstieg durchs Längental, aber landschaftlich sehr schön und dazu abwechslungsreich, da von Wald bis Gletscher alles dabei ist.

Der Bachfallenkopf kommt ins Blickfeld; das Tagesziel liegt direkt dahinter.

Der Bachfallenkopf kommt ins Blickfeld; das Tagesziel liegt direkt dahinter.

Etwas weiter die Moränenhänge hinauf zweigte nach rechts die Spur zum Hohen Seeblaskogel ab. In steilen Serpentinen stiegen auch dort eine ganze Reihe Skitourengeher hinauf. Da ich dort aber vor einigen Jahren schon war, blieb ich dem Längental treu und setzte an, eine große DAV-Sektionstour (dem Dialekt nach aus Schwaben) zu überholen.

Das Ziel rückt näher.

Das Ziel rückt näher.

Am Gletscher angekommen, machte ich eine kurze Pause, denn mein Magen forderte vor weiterem Aufsteigen Käsebrot und Schokoriegel. Immerhin war das Meiste hier auch schon geschafft und es lagen nur noch rund 500 Hm vor mir.

Im Gletscherbecken unter dem Gipfel

Im Gletscherbecken unter dem Gipfel

Kurz nach der Pause überholte ich die nächste DAV-Gruppe (dieses Mal eine bayrische Jugendgruppe) und dann ging es auch schon an den Gipfelhang, der doch immerhin spitzkehren-steil ist. Kurz vor zwölf stieg ich dann oben von den Ski. Geschafft! Nach dem Abfellen stapfte ich die paar letzten Schritte zum Gipfel, den ich tatsächlich für einen kurzen Moment für mich hatte, denn die frühen Gruppen waren schon wieder weg und die Gruppen hinter mir noch nicht da. Schön war die Aussicht auf die Hohen Stubaier im Süden mit dem Schrankogel prominent im Vordergrund, auf die Gruppe rund um den Lüsenser Fernerkogel im Osten, auch auf Seeblaskogel und seine Nachbarn im Norden, sowie schließlich richtung Geigenkamm und Kaunergrat im Westen.

Blick zurück vom Skidepot

Blick zurück vom Skidepot

Herrliches Gipfelpanorama

Herrliches Gipfelpanorama

Geschafft!

Geschafft!

Bald schon war die Ruhe allerdings vorbei und ich suchte mir ein ruhigeres Plätzchen für die Gipfelrast. Danach folgte die Abfahrt. Der Schnee war zwar im oberen Bereich noch pulvrig, aber schon recht schwer, so dass ich meine liebe Mühe hatte. So kam es, dass die Gruppen, die ich im Aufstieg überholt hatte, nun wieder an mir vorbeizogen. Tja, besser Skifahren müsste man können!

Skifahrer

Skifahrer

Jetzt doch etwas verspürt, dieser Hang

Jetzt doch etwas verspürt, dieser Hang

Ab dem Westfalenhaus wurde es dann sehr sulzig und zum Schluss folgte das mühsame Anschieben auf der Loipe zurück nach Lüsens. Dieser Tour ist eben doch recht lang, aber es lohnt sich.