Skitour in den Stubaier Alpen am 06.04.2015

Bei angespannter Lawinensituation und zweifelhafter Wettervorhersage sind Modetouren eine gute Wahl, da sie eben doch ein wenig sicherer sind als die abgelegenen, einsamen Touren. Dementsprechend hatten wir uns nach eingehendem Studium des Wetterberichts für den Ostermontag die beliebte Lampsenspitze ausgesucht und diese Wahl stellte sich als goldrichtig heraus.

Also mal wieder Sellrain – zum ersten Mal in diesem Jahr. Da wir im Gegensatz zum Osterwochenende im letzten Jahr ordentlich bereift waren, mussten Flo, Robi und ich nicht den Bus nehmen, sondern konnten mit dem Auto bis Praxmar (1694m) fahren. Dort starteten wir dann viertel vor neun zu dieser winterlichen Frühjahrsskitour.

Winterlich kalt war es bei unserem Aufbruch; der Himmel war mittelgrau und wurde im Norden bereits dunkler. Wie erwartet war trotzdem einiges los und geschätzte 50 andere Tourengeher machten sich auf den Weg zu dem Paradeskiberg im Sellrain. Am benachbarten Zischgeles war dagegen deutlich weniger los, was sicherlich auch an der größeren Lawinengefahr dieser Tour liegt.

Ein paar Andere waren schon auch unterwegs.

Ein paar Andere waren schon auch unterwegs.

Der Anstieg führt nach der Einstiegswiese durch einen schmalen Waldgürtel und anschließend über schöne weite Hänge. Ziemlich perfektes Skigelände, nie zu steil und nie zu flach. Kein Wunder, dass hier so Viele hochgehen. Unter den Tourengehern waren wir heute zwar nicht die schnellsten aber ziemlich sicher die lustigsten. So gingen wir gut gelaunt bergan, auch wenn das Wetter – wie vorhergesagt – allmählich schlechter wurde.

Jacke an, Jacke aus - ein ewiges Drama

Jacke an, Jacke aus – ein ewiges Drama

So geht's dahin.

So geht’s dahin.

Schließlich schneite es und von Norden drückten dunkle Wolken ins Tal. Das sah nicht gut aus und da wir die Abfahrt gerne bei etwas Sicht absolvieren wollten, entschieden wir uns ca. 200 Hm unter dem Gipfel zum Abbruch. Also Felle in den Rucksack, Brotzeit und Tee heraus. Wir hatten gerade fertig gegessen, da zeigt sich die Sonne schwach durch die Wolken und der Schneefall hörte auch auf. Ein Blick rings herum bestätigte, dass es eher aufriss als zuzog. Da fackelte ich nicht lange und holte die Felle wieder raus. Wäre doch gelacht, wenn wir bei diesen Bedingungen nicht noch auf den Gipfel gehen würden! Flo und Robi taten es mir bald gleich und so stiegen wir bald die letzten Meter zum Skidepot hinauf.

Der Gipfel der Lampsenspitze

Der Gipfel der Lampsenspitze

Nach dem Depot folgte etwas mühsame Stapferei am Grat und dann standen wir am Gipfel auf 2875m. Die Aussicht war der, die vor 2 Wochen auf der Bleispitze genießen durfte, sehr ähnlich – und das, obwohl letztere ganz woanders liegt. Verrücktes Gebürg! Solch intensive Eindrücke konnten wir nicht lange aushalten und traten bald den Rückzug zu unseren Ski an, die bereits in Vorfreude auf die Abfahrt unruhig hin und her rutschten.

Auf den letzten Metern

Auf den letzten Metern

Auf den allerletzten Metern

Auf den allerletzten Metern

Und dann folgte der große Spaß. Natürlich waren die Hänge schon etwas verspurt, aber erstens gab es immer wieder Platz für eine eigene Spur und zweitens macht bei einem halben Meter Pulverschnee fast alles Spaß. Der Schnee fühlte sich an wie Anfang Februar – eine Riesengaudi.

Flo hat Spaß...

Flo hat Spaß…

…und Robi auch.

…und Robi auch.

Zum Abschluss gab es noch Weißbier und Kaspressknödelsuppe im Alpengasthof Praxmar, bevor es über – ab Mittenwald erstaunlich weiße – Straßen heimwärts ging. Alles wie im Winter, nur der Sonnenbrand erinnerte mich abends daran, dass wir schon Frühling haben.