Wandern und Klettern im Kaisergebirge am 31.05.2015

Nachdem das Kribbeln in den Fingern in den letzten Wochen immer schlimmer wurde, gab es gestern endlich Abhilfe: Das erste Mal klettern in diesem Jahr. Dieses Mal war ich mit Daniel unterwegs, dem Autor von bergheimat.net, der eine schöne Wander- und Kletterkombination im Zahmen Kaiser ausgesucht hatte.

Ausgangspunkt war die Straße am Pointner Häusl bei Oberndorf / Ebbs auf knapp 500m Höhe. Kurz nach halb acht brachen wir hier auf und dank des steilen Weges, der hinauf zur Ritzau Alm führt, kamen wir auch schnell auf Betriebstemperatur. Tatsächlich lief trotz der schattigen Lage schon bald der Schweiß in Strömen. Dafür gewannen wir schnell an Höhe und waren noch vor neun an der Alm, an der gerade zahlreiche Gäste ihr Frühstück einnahmen.

Auf halbem Wege eröffnet sich bereits der Blick übers Inntal.

Auf halbem Wege eröffnet sich bereits der Blick übers Inntal.

Postkartenidylle an der Ritzau Alm

Postkartenidylle an der Ritzau Alm

Wir blieben hier aber nicht, sondern setzten unseren Weg in Richtung Naunspitze fort. Eigentlich wollten wir an der Vorderkaiserfeldenhütte einen Kaffee trinken, aber diese war zu unserer Überraschung noch geschlossen. Was da wohl los ist? Tja, es half nichts, wir mussten gleich weiter zum Berg! Kurz vor Erreichen der kleinen Spitze bogen wir dann links ab und stiegen durch den Wald zum Einstieg der SW-Kante „Für Mattie“, die wir seilfrei angingen. Die Kante hatte sich extra für den Frühling hübsch gemacht und war voller Alpenaurikel. Ansonsten wusste sie mit schönen Tiefblicken nach Norden zu beeindrucken. Ich merkte, dass ich mich daran nach der Wintersaison erst wieder gewöhnen muss, aber in diesem Schwierigkeitsgrad (eine Stelle III-, sonst leichter) ging es gut, zumal die Kletterei kaum ausgesetzt und der Fels fest ist. Die Route ist übrigens auch hervorragend mit Bohrhaken abgesichert. Wer hier sichern möchte, wird also keine Probleme haben.

Auf geht's zur Naunspitze.

Auf geht’s zur Naunspitze.

Aufstieg zwischen Aurikeln

Aufstieg zwischen Aurikeln

Relativ bald standen wir also am Gipfel der 1633m hohen Naunspitze und genossen die Aussicht, die sich allerdings von Westen her eintrübte. Auf dem Weiterweg zum Petersköpfel (1745m) waren wir schließlich ganz in den Wolken. Davon unbeeindruckt setzten wir unsere Weg zur verlassenen Hinterkaiserfeldenalm fort. Hier stiegen wir über Geröll und durch Latschen zu einem kleinen Klettergarten an der Steingrubenwand auf.

Gipfelblick auf der Naunspitze

Gipfelblick auf der Naunspitze

Sieben ebenfalls bestens abgesicherte Baseclimbs von IV- bis VII- warten hier auf den Kletterfreund, die wir auch alle kletterten (wobei ich die beiden schweren Routen nur mit einigen Sitzeinlagen bewältigte). Zum Abschluss ging es dann an die 5 SL lange Südkante. Die Schlüsselstelle der Tour ist mit V- bewertet, ansonsten gibt es einige Stellen im III. Grad und der Rest ist leichter. Da sich die Wolken bald wieder verzogen, konnten wir bei angenehm warmen Temperaturen in der Sonne klettern.

Klettern...

Klettern…

…an sonnigem Fels

…an sonnigem Fels

Zweimaliges Abseilen in ein Schuttkar brachte uns wieder zurück zum Wandfuß, der auch ein sehr nettes Pausenplätzchen ist. Von hier aus wanderten wir schließlich zurück zur Ritzau-Alm, wo wir noch kurz einkehrten und dann den steilen Abstieg angingen. Gegen halb fünf waren wir nach einem gut genutzten Tag wieder am Auto. Daniel hatte die Klettersaison schon einige Wochen zuvor eingeläutet, ich nun endlich auch. Besser spät als nie.

Die malerisch gelegene Hinterkaiserfeldenalm

Die malerisch gelegene Hinterkaiserfeldenalm

Hier geht es zu Daniels Bericht der Tour: Naunspitze – Steingrubenwand.