Wanderung in den Ortler-Alpen am 27.08.2016

Urlaub in Südtirol bei bestem Wetter. Tagsüber werden über 30Grad erreicht und die Bergsucht meldet sich schon wieder. Tja, was tun, wenn es tagsüber zu heiß ist und man selbst zu faul, um früh aufzustehen? Zum Beispiel erst in der zweiten Nachmittagshälfte losgehen und dann schnell sein. Soweit also der Plan.

Von Tabland aus fuhren wir über interessante Bergstraßen den Tomberg hinauf bis zu Parkplatz Schartegg (1490m). Kurz vor 14:00 Uhr stellten Claudia und ich das Auto hier ab und begannen unsere Wanderung zur Tablander Alm in der größten Nachmittagshitze. Jeden Schattenfleck ausnutzend gingen wir auf der Forststraße langsam bergan. Etwa 40min brauchten wir bis zur Alm auf 1758m, wo wir uns in den angenehmen Schatten setzen und mit Holunderschorle und Kaiserschmarren dopen konnten.

Die Tablander Alm

Die Tablander Alm

Anschließend trennten sich unsere Wege: Während Claudia über mein weiteres Vorhaben den Kopf schüttelnd noch auf der Alm blieb und später allein abstieg, wandte ich mich bergwärts und begann um 15:00 Uhr den weiteren Aufstieg. Zügig stieg ich nun durch den Wald bergan, denn ich hatte nicht allzu viel Zeit. Im Wald war das Steigen angenehm, darüber wurde es wieder sehr heiß. Trotzdem fühlte ich mich gut und konnte ein recht hohes Tempo gleichmäßig gehen.

Tiefblick auf Tabland

Tiefblick auf Tabland

Schöne Aussicht; links der Kamm vom Kirchbach- zum Zielspitz.

Schöne Aussicht; links der Kamm vom Kirchbach- zum Zielspitz.

Nach einer Stunde hatte ich ca. 700 Hm geschafft und es war nicht mehr weit bis zu den schön gelegenen Plonbodenseen. Dort machte ich kurz Pause, aß einen Riegel und ging weiter zum Joch zwischen Schwarzer und Rontscher. Nur ein paar Schafe waren hier oben noch unterwegs, ansonsten war nichts los. Mittlerweile war es nicht mehr ganz so heiß, dazu wehte in Kammnähe ein leichter Wind, der das Steigen angenehmer machte.

Der größere der beiden Plonbodenseen

Der größere der beiden Plonbodenseen

Schafe

Schafe

In Richtung Rontscher waren hier keien Markierungen zu sehen. Da ich mich nicht lange mit Suchen aufhalten wollte, ging ich einfach den breiten Grat direkt an. Das ging gut und bald kamen von der Südseite auch wieder Markierungen herauf, denen ich nun zum Gipfel (2711m) folgen konnte. Kurz genoss ich die Aussieht vom Ötztaler Hauptkamm bis zu den Dolomiten, dann lief ich auch schon weiter nach Westen, auf den Muttegrub zu. Über einfaches Block- und Wiesengelände gelangte ich in die Scharte und von dort über Schrofen und Geröll wieder hinauf zum Gipfelplateau des Muttegrub.

Am einfachen Grat zum Rontscher

Am einfachen Grat zum Rontscher

Dolomitenblick

Dolomitenblick

Der Ötztaler Hauptkamm zeigt sich in der Ferne.

Der Ötztaler Hauptkamm zeigt sich in der Ferne.

Nach knapp zwei Stunden hatte ich dann den höchsten Punkt der Runde auf 2736m erreicht. Die Aussicht war zwar getrübt durch Dunst und Wolken, gefiel mir aber auch so, denn die Weite des Blicks in alle Richtungen und das weiche Nachmittagslicht entschädigten dafür. Ein paar Fotos machte ich hier, dann wurde es auch schon wieder Zeit zu gehen und über den Westgrat lief ich bergab, den Kofelraster Seen entgegen. Die südseitige Umgehung des nördlichen Sees brauchte noch einmal Zeit und erforderte einige Bonus-Höhenmeter, dann stand ich am Rontscherjoch und konnte endgültig absteigen.

Am Gipfel des Muttegrub

Am Gipfel des Muttegrub

Dort geht es jetzt runter.

Dort geht es jetzt runter.

Hurtig ging es bergab, erst durch Geröll und Wiesen, später durch den Wald. Allerspätestens halb sieben wollte ich wieder am Auto sein, um mein Rendezvous mit dem Abendessen in der Pension nicht zu verpassen. Dementsprechend beeilte ich mich und schaffte es auch gerade so pünktlich zurück. Trotz der Eile hatte dieser Ausflug richtig Spaß gemacht. Und mit der Hitze hatte es auch gut gepasst.