Bergtour im Ammergebirge am 21.05.2017

Schon einmal hatte ich mir die Gratbegehung von der Kohlbergspitze zum Pitzenegg im Danielkamm vorgenommen, musste es aufgrund von schwierigen Bedingungen allerdings bei ersterer belassen. Nun – ein gutes Jahr später – versuchte ich es bei deutlich besseren Bedingungen wieder. Dieses Mal mit mehr Erfolg.

Früh Aufstehen war heute nicht angesagt, so startete ich meine Wanderung erst gegen halb elf im Zentrum von Bichelbach. Trotz der Bewölkung war es ein freundlicher Tag und dies wahrscheinlich die erste Tour in diesem Jahr, bei der der kalte Hauch des Winters nicht mehr zu spüren war.

Im Tal blüht der Löwenzahn.

Im Tal blüht der Löwenzahn.

Da ich den Steig auf der Westseite der Kohlbergspitze schon vom letzten Mal kannte und dieses Mal Zeit sparen wollte, entschied ich mich für den leichteren Aufstieg über die Südostseite. Viel Schnee war hier nicht mehr vorhanden und so gelangte ich fast komplett trockenen Fußes zum Gipfelkreuz (2202m), das ich nach etwa 2:15 h erreichte. Hier oben wehte ein frischer Wind, zum Glück fand ich aber ein geschütztes Plätzchen für eine Brotzeit.

Gegenüber in den Lechtalern gefällt der Rote Stein

Gegenüber in den Lechtalern gefällt der Rote Stein

Der Gipfel der Kohlbergspitze ist bald erreicht.

Der Gipfel der Kohlbergspitze ist bald erreicht.

Links im Hintergrund stehen Bleispitze und Gartnerwand.

Links im Hintergrund stehen Bleispitze und Gartner Wand.

Nun stand der interessante Teil des heutigen Tages an, der weglose Übergang zum Pitzenegg. Noch etwas wacklig stieg ich ins Joch vor dem Zahn ab. Die Trittsicherheit war irgendwie nicht so da und die steile Wand, die auf der Nordseite unter mir lag, beeindruckte mich auch ein wenig.

Plansee und Säuling liegen unter mir...

Plansee und Säuling liegen unter mir…

...und die Tannheimer Berge hinter mir.

…und die Tannheimer Berge hinter mir.

Den Steilaufschwung zum Zahn umging ich südlich und nutzte dann die erste Möglichkeit, um durch steiles und grasiges Schrofengelände aufzusteigen. Einige Tritte waren noch rutschig vom letzten Regen, ansonsten ging es und so gelangte ich schon bald zum 2110m hohen flachen Gipfel. Weiter ging es ins nächste Joch, das ostseitig wiederum durch einen zu umgehenden Steilaufschwung abgeschlossen wird.

Auch die Gämsen genießen den Frühling.

Auch die Gämsen genießen den Frühling.

Der Zahn liegt vor mir.

Der Zahn liegt vor mir.

Hier ist die Umgehung ziemlich weitläufig, allerdings entdeckte ich deutlich näher eine Rinne, die kletterbar aussah. Also versuchte ich hier mein Glück und gelangte in interessanter  und gar nicht so ganz leichter Kletterei (II – III) zum Grat zurück. Schnell war das nicht unbedingt gegangen, aber deutlich kürzer als die übliche Route.

Vor dem Kesseljoch wird es noch einmal steil.

Vor dem Kesseljoch wird es noch einmal steil.

Nun war die Unsicherheit wie weggeblasen und hurtig, die Ausgesetztheit am Grat genießend wanderte ich zügig übers Kesseljoch (2126m) und weiter zum Pitzenegg. Kurz vor dessen Gipfel musste ich noch einmal Hand anlegen (II-), dann war ich oben (2174m) und hatte diese überraschend interessante Überschreitung geschafft.

Kurz vor dem Pitzenegg wartet die letzte Kraxelstelle.

Kurz vor dem Pitzenegg wartet die letzte Kraxelstelle.

Der Gipfel hält eine schöne Aussicht in die Mieminger bereit.

Der Gipfel hält eine schöne Aussicht in die Mieminger bereit.

Noch einmal machte ich Pause, legt mich ins Gras und ließ mir die Sonne, die zwischen den Wolken hindurchblitzte, ins Gesicht scheinen. Einfach schön.

Es blüht…

...so blau.

…so blau.

Den Abstieg konnte ich durch Abrutschen im Schnee sehr angenehm abkürzen, dann ging es auf Wander- und Forstwegen zurück nach Bichelbach. Halb sechs war ich zurück, mit einer Ammergauer Grattour mehr im Gepäck.