Neuseeland hat mehrere katastrophale Einschleppungen fremder Arten erlebt. Schon die Polynesier brachten im 12 Jh. Ratten auf die Insel, europäische Entdecker ergänzten diese im 18. Jh. um europäische Nagetierarten. Sie alle nahmen auch Vogeleier auf den Speiseplan. Und da die neuseeländischen Vogelarten an keinerlei landlebende Säugetiere gewöhnt sind, hatten sie dem wenig entgegenzusetzen.

Mitte des 19. Jahrhunderts trafen europäische Pioniere dann gleich zwei verhängnisvolle Entscheidungen: erst wurde das Kaninchen eingeführt, später das Opossum.

Das Kaninchen wurde aus England eingeführt (wo es eigentlich auch nicht heimisch ist, und sich nach Einführung durch die Römer ähnlich explosionsartig vermehrte wie ca. 1800 Jare später in Australien und Neuseeland). Zweck war die Hasenjagd – sowohl aus sportlichen als auch aus Nahrungsgesichtspunkten. Die Kaninchen vermehrten sich so rasant, dass sie als Nahrungskonkurrenten von Nutztieren insbesondere Schafzüchter reihenweise in den Ruin trieben.

Die Antworten auf die Kaninchenplage waren Bejagung, der Bau von Zäunen – und die Einführung des Hermelins. Letzteres erlegte zwar weniger Kaninchen als erhofft, erwies sich dafür als sehr effektiver Räuber von Eiern und Jungvögeln und hat mehrere  endemische Vogelarten an den Rand der Ausrottung gebracht.

Ähnlich erfolgreich verlief die Einführung des aus Australien stammenden Opossums, das als Pelzlieferant ausgesetzt wurde. Mittlerweile gibt es ca. 30 Millionen Tiere im ganzen Land, die einheimische Bäume schädigen und als Nahrungskonkurrenten auch der Vogelwelt zu schaffen machen. Daneben sins Opossums auch Agrarschädlinge, da sie Nutztierkrankheiten übertragen.

Diese Eindringlinge werden mittlerweile vor allem mit Fallen und Giftködern bekämpft. Letztere werden in schwer zugänglichen Gegenden auch aus der Luft abgeworfen. Diese Methode ist durchaus umstritten, derzeit scheint es aber keine bessere Alternative zu geben. Mit viel Aufwand hat das Department of Conservation (DOC) einige schädlingsfreie Inseln (teils im wörtlichen teils, im übertragenen Sinne) geschaffen, die bedrohten endemischen Arten als Rückzugsraum dienen.

„The forest is silent“ ist das Schlagwort, mit dem der Rückgang der neuseeländischen Vögelpopulation beschrieben wird. Mir scheint es keinesfalls sicher, dass die Maßnahmen des DOC das Ökosystem langfristig bewahren können.  Immerhin ist die Zahl der Opossums in den letzten Jahren etwas zurück gegangen. Auch haben Gifteinsätze gezielt während der Nistphasen einiger Vogelarten Erfolge gezeigt. Es besteht also Hoffnung, dass die weltweit einmalige Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands doch noch gerettet wird und uns so erstaunliche Vögel wie Kiwi, Tūī und Kākāpō erhalten bleiben.

Quellen: Wikipedia, New Zealand Department of Conservation