Wanderung im Mangfallgebirge am 07.04.2018

An diesem Wochenende ist endlich der Frühling eingezogen. Eine prima Gelegenheit, ins Gebirge zu fahren. Die Schneemengen, die derzeit noch in den Bergen liegen, mahnen allerdings zur Vorsicht. So musste ich unterwegs auch mein Ziel ändern – und landete auf dem Trainsjoch.

Für diese Tour hatte ich mir zwei weitgehend unbekannte Gipfel im Tiroler Teil des Mangfallgebirges ausgesucht: Schönfeldjoch und Wildenkarjoch. Ausgangspunkt für ihre Besteigung ist ein Parkplatz etwas südlich des Ursprungpasses, von dem aus man auch zum Hinteren Sonnenwendjoch wandern kann.

Zwanzig nach acht startete ich hier meine Runde, froh, dass der steile Wiesenhang, den es zunächst hinauf ging, bereits komplette schneefrei war. Erst ab ca. 1100m kam ich immer wieder an Schneeflecken vorbei. Geschlossen war die Schneedecke sogar erst 200m weiter oben.

Die ersten Frühlingsboten zeigen sich zwischen den Bäumen.

Die ersten Frühlingsboten zeigen sich zwischen den Bäumen.

Der Großvenediger ist auch mal wieder da.

Der Großvenediger ist auch mal wieder da.

Mir war es recht, denn so ging die anstrengende Stapferei erst weiter oben los als zuletzt. Auf einer anscheinend neuen (zumindest neuer als mein Kartenmaterial) Forstraße näherte ich mich auf alten Schneeschuhspuren der Schönfeldalm. Schließlich kam ich an einen offenen Hang, der mir nicht gut gefiel: Sonnenbeschienen, weiter unten schon Schneemäuler sichtbar, die darunter liegende Vegetation unklar. Im Aufstieg würde es ziemlich sicher kein Problem sein, hier weiter zu gehen, doch für den Rückweg war ich mir nicht ganz sicher. Also ließ ich es sein. Ich versuchte noch, den Hang am Grat zu umgehen, doch auch hier bewegte mich der nasse Frühlingsschnee am steilen Hang schließlich zur Umkehr.

Weit wäre es nicht mehr gewesen zur Schönfeldalm.

Weit wäre es nicht mehr gewesen zur Schönfeldalm.

Dieser kurze Gratabstecher blieb letztlich erfolglos.

Dieser kurze Gratabstecher blieb letztlich erfolglos.

Was nun? Der Tag war eindeutig zu schön, um jetzt heim zu fahren. Ich blickte in die Runde. Das Trainsjoch gegenüber fiel mir auf. Hmm, dort schienen die sonnenexponierten steilen Hänge als waldbestanden zu sein. Das sah doch ganz gut aus. Warum also nicht noch dort hinauf?

Ausweichziel: Trainsjoch

Ausweichziel: Trainsjoch

Ich machte zunächst eine Pause, dann stieg ich zurück zur Straße ab und wanderte 11:30 Uhr gegenüber richtung Trainsjoch. Etwa 700Hm hatte ich jetzt schon in den Beinen, aber der Tag war ja noch lang. Bis zur Mariandl-Alm war allerhand los, auch einige Familien waren unterwegs und mit fröhlichem Kinderlärm im Hintergrund ging ich den Aufstieg an.

Vorhin war ich noch da drüben unterwegs.

Vorhin war ich noch da drüben unterwegs.

Nach der Alm wurde es schlagartig ruhiger. Es waren aber immerhin noch genug Wanderfreunde unterwegs, um eine bequeme Spur im Schnee hinterlassen zu haben. Trotzdem brach ich hin und wieder ein, verglichen mit dem spurfreien Stapfen am Berg gegenüber war das hier aber doch sehr entspannt.

Den Kaiser muss ich halt auch jedes Mal fotografieren.

Den Kaiser muss ich halt auch jedes Mal fotografieren.

Um 14:00 Uhr erreichte ich schließlich den 1708m hohen Gipfel des Trainsjoches. Alle Anderen waren schon wieder weg, so dass ich ganz allein die umfassende Aussicht dieses beliebten Gipfels genießen konnte. Da ich unterwegs zu wenig gegessen hatte, war ich etwas erschöpft und machte mich gleich mal über die mitgebrachte Brotzeit hier. Und dann saß ich da und ließ den Blick schweifen. Diese Ruhe. Diese Aussicht. Herrlich!

Die Aussicht am Trainsjoch lohnt den Aufstieg.

Die Aussicht am Trainsjoch lohnt den Aufstieg.

Tauern und Zillertaler im Zoom

Tauern und Zillertaler im Zoom

Fast oben

Fast oben

Später kam noch ein dreiköpfige Familie über den Westgrat, die sich vom Nesselberg heraufgegraben hatte. Eine starke Leistung. Für den Abstieg empfahlen sie mir diesen kürzeren Weg allerdings nicht, da die südseitigen Hänge nachmittags lawinengefährdet seien.

Das Weißbier wartet schon.

Das Weißbier wartet schon.

Also stapfte ich den Aufstiegsweg auch wieder zurück zur Mariandl-Alm, an der ich mich an gespritztem Johannisbeersaft und Weißbier auf der sonnigen Terrasse labte, bevor ich schließlich ganz abstieg. Kurz nach halb fünf war ich wieder unten. Auch wenn nicht alles nach Plan gelaufen war, hatte ich diesen Tag definitiv gut genutzt.

Mit Frühlingsboten endet die Tour.

Mit Frühlingsboten endet die Tour.