Zwischen den Wolken

Wanderung in den Stubaier Alpen am 22.07.2018

Nach einem Monat Bergabstinenz wurde es Zeit, wieder raus zu gehen. Daher ließ ich mich auch vom Wetter nicht abhalten, dass pünktlich zum Wochenende eine Kaltfront von Nordwesten lieferte. Stattdessen suchte ich mir eine Tour, auf der ich zumindest nicht durchgehend nass werden würde. Dass ich am Ende sogar trocken blieb, war zwar nicht erwartet, aber auch nicht schlimm.

Bei der Abfahrt in München herrschte Dauerregen; südlich von Starnberg schüttete es dermaßen, dass ich fast umgedreht wäre. Doch erstaunlicherweise nahm der Regen am Alpenrand ab und im Inntal war es dann trocken. Und als ich das Auto schließlich halb elf an der Straße nach Praxmar auf 1594m abstellte, war das Wetter ganz brauchbar: Eine hoch gelegene Wolkenschicht, eine tiefe, die immer mal wieder aus den Tälern heraufzog und dazwischen frei.

So wanderte ich gut gelaunt los, meinem ersten Ziel, dem Roten Kogel entgegen. Von dort wollte ich anschließend am Kamm weiter zum Windegg. Konditionell lief es heute nicht so gut wie zuletzt, das merkte ich schnell, aber es würde schon langen für diese Tour. Durch Bergwald und über weite Almhänge stieg ich auf, die umliegenden Berge meist von Wolken verhangen. Immer wieder zogen einzelne Schwaden die Hänge hinauf. Doch jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt würde es gleich zumachen, verflüchtigte sich die Wolke.

Hinter mir Wolken

Hinter mir Wolken

Diese Bergfreunde sind wetterfest.

Diese Bergfreunde sind wetterfest.

Erst am Grat kam ich in leichten Nebel, kurz bevor ich nach 2,5h den 2834m hohen Gipfel erreichte. Dieser ist ganz nett, nur leider furchtbar von Schafen zugeschissen und damit kein idealer Pausenplatz. Auch weil es kühl und windig war, blieb ich nicht lange und wanderte bald weiter nach Norden über den Kamm, den ich bis zum Windegg begehen wollte.

Interessante Wolkenstimmung am Lüsener Fernerkogel

Interessante Wolkenstimmung am Lüsener Fernerkogel

Zweiter Gipfel voraus

Zweiter Gipfel voraus

Nächster Stopp war der 2789m hohe Gipfel Auf Sömen, der unschwierig erreicht wird und bis zu dem noch Markierungen führen. Hier nun beginnt der weglose Teil des Weges über die Hühnereggen. Das Gelände hier war für mich nicht ganz einfach mit der Karte in Einklang zu bringen, da es zahlreiche kleine Kuppen gibt. Am ehesten Gipfelcharakter haben eine 2735m hohe Kuppe unweit des in der Karte verzeichneten P2712, auf dessen Nordseite es etwas steiler bergab geht, sowie der P2667 etwas weiter nördlich.

Meist waren die Wolken über und unter mir.

Meist waren die Wolken über und unter mir.

Der nordseitige Abstieg vom P2667 ist dann auch die Schlüsselpassage, die jedoch kaum den ersten Grad erreicht. Von hier aus führen einfache Wiesenhänge zum Windegg (2577m), das ich nach etwas über fünf Stunden erreichte – froh, nun nicht mehr aufsteigen zu müssen. Hier machte ich noch mal Pause. Die Aussicht gab leider nicht allzu viel her, trotzdem freute ich mich, dass die Tour bis hierhin überhaupt so gut geklappt hatte.

Noch ein Stück bis zum Nordgipfel des Hühnereggen

Noch ein Stück bis zum Nordgipfel des Hühnereggen

Diese Alpenrosen waren ein willkommener Farbtupfer an diesem grauen Tag.

Diese Alpenrosen waren ein willkommener Farbtupfer an diesem grauen Tag.

Nach etwas Ausruhen ging es dann an den Abstieg. Dieser zieht sich etwas und hält auch eine Gegensteigung bereit, aber auch diese ging vorbei. Schließlich kam ich kurz nach halb sechs zufrieden wieder beim Auto an. Zwar hatte ich die Runde für noch etwas schlechteres Wetter ausgesucht, aber sie hatte sich auch so gelohnt.

 

2 Kommentare

  1. Wir möchten Mitte Juli 2019 vom Windegg zum Roten Kogel laufen – also in umgekehrter Richtung wie Du. Diese „Schlüsselpassage“ beim P2667 hätten wir dann im Aufstieg – kannst Du die Stelle genauer beschreiben? Ist diese Stelle richtig ausgesetzt oder sollte die auch von Nicht-Schwindelfreien noch machbar sein?

    • Hannes
      Hannes

      30. September 2018 at 11:57 am

      Servus Günther, die Schlüsselpassage ist nicht schwierig – nur eben weniger leicht als der Rest der Tour. Der Grat wird etwas schmaler, ist aber nicht ausgesetzt. Und der I. Schwierigkeitsgrad wird gerade so erreicht. Es gibt im (für Eure Richtung) weiteren Verlauf dann noch ein paar Stellen, an denen der sonst breite Kamm Gratcharakter bekommt. Wirklich ausgesetzt ist es aber eigentlich nirgendwo.
      Viel Spaß und Grüße
      Hannes

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