Wanderung im Mangfallgebirge am 24.11.2019

Heute war Wellness-Wandern mit Freunden auf den Brünnstein angesagt. Ganz entspannt. Dass ich zuletzt die Wellness-Definition etwas ausgedehnt hatte, wussten sie ja nicht. Und so wurde es zwar entspannt, aber doch ein wenig mit alpiner Würze angereichert. Wellness-Wandern plus sozusagen.

Halb zehn starteten wir am Taztlwurm. Claudia, Minh, Stephan und ich wanderten am Wasserfall vorbei und dann weiter zur Schoißeralm. Das Wetter war noch nicht ganz so gut wie vorhergesagt und eine hoch gelegene Wolkenschicht blockierte die Sonnenstrahlen. Doch Besserung zeichnete sich bereits ab.

Wasserfall

Die erste Attraktion des Tages

Am Steig, der zur Großalm hinaufführt, kam dann auch richtiges Bergwander-Feeling auf. Endlich keine Forststraßen mehr, sondern ein Wanderweg. Und eine kurze Stelle war sogar versichert. Oben trafen wir dann noch Robi, der heute ebenfalls an seinem Hausberg unterwegs war und uns ab hier begleitete.

Kaiserblick

Kaiserblick

Unter teils mehr, teils weniger sinnvollen Unterhaltungen setzten wir unseren Weg fort zum Brünnsteinhaus (1342m). Der Weg war stellenweise schlammig und rutschig, insgesamt aber gut zu gehen. Etwa viertel vor zwölf erreichten wir dann die Hütte. Das Wetter hatte sich schon soweit gebessert, dass wir gerne draußen saßen und dort ein frühes Mittagessen genossen. Ich mag das Brünnsteinhaus: Die Wirtsleute sind freundlich, das Essen gut und die Aussicht ziemlich einmalig.

Nach der Pause wollte wir weiter zum Gipfel. Tatsächlich hatten Claudia und Minh ursprünglich gar nicht vorgehabt, noch weiter zu gehen. Doch jetzt, so direkt unter dem Gipfelaufbau, packte es sie doch. Also gingen wir es zu viert an, Robi kam nach.

Wir wählten den Dr.-Julius-Mayr-Weg, der direkt östlich der Hütte zum Gipfel zieht. Der ist aussichtsreich und schön, bietet einige versicherte Kraxelstellen (I) und ein klein wenig Ausgesetztheit. Also alles, was ein voralpiner Steig so braucht, um Spaß zu machen. Probleme hatte hier keiner von uns, doch wurde der Wellness-Charakter der heutigen Ausfahrt von einigen Teilnehmern bereits in Frage gestellt.

Aufstieg Brünnstein

Es geht hinauf zum Gipfel.

Felsdurchschlupf

Spaß in der Spalte

Nun ja, der Gipfelblick war dann wieder Wellness pur. Es ist einfach schön auf dem Brünnstein. Während es sich die Anderen gemütlich machten, ging ich noch weiter zum 1634m hohen Hauptgipfel. Ein wenig Kraxelei am Grat (II) war dabei durchaus willkommen.

Brünnstein-Aufstieg

Der Dr.-Julius-Mayr-Weg ist bewältigt.

Für den Abstieg wählten wir den westseitigen Weg, der etwas länger und einfacher ist. Anschließend mussten wir dann noch mal einkehren, schließlich bietet das Brünnsteinhaus auch Kaffee und Kuchen, bzw. in meinem Fall Kaffee und Weißbier, eine weithin unterschätzte Genussmittel-Kombination.

Toter Baum

Arboreale Vergänglichkeit

Alles Gute hat ein Ende und so mussten wir auch nach diesem kulinarischen Wellness-Programm irgendwann wieder aufbrechen. Von Robi verabschiedeten wir uns, dann wandten wir uns nach Westen, um über die Seelacheralm zurück zu wandern. Am Sattel hatten wir dann auch schon 1000 Hm in den Beinen, was teilweise als jenseits der Wellness-Grenze angesehen wurde. Es ist halt alles relativ.

Wandern Himmelmoosalm

Auf dem Weg zur Himmelmoosalm

Über einige Schneeflecken stiegen wir zur Alm ab bei zunehmend abendlicher Stimmung. Ich liebe es, bei solchem Licht unterwegs zu sein und auch meinen Begleitern gefiel es gut. Auf etwa 1100m zweigten wir den Markierungen folgend vom Forstweg ab auf einen Pfad. Im Halbdunklen wanderten wir durch den Wald bis zu einer Brücke. Oder zumindest bis zu einer Stelle, wo eine Brücke hätte sein sollen. Drei traurig verbogene Stahlträger erinnerten an das Bauwerk, das wohl einem Murenabgang zum Opfer gefallen war.

Seelacheralm

Es wird abendlich.

Tja, nun war improvisieren angesagt. Ich erkundete den Übergang durch die kleine Bachrunse, dann halfen Stephan und ich den beiden Mädels hinüber und auf das gegenüberliegende Betonfundament. Dann war auch dieses Miniabenteuer überstanden. Und die Tour musste spätestens jetzt als Wellness-Wandern plus eingestuft werden.

Zerstörte Brücke

Pontinische Vergänglichkeit

Immerhin, jetzt war es nicht mehr weit und trotz Dunkelheit kamen wir bald wohlbehalten am Auto an. Allen hatte die Runde gut gefallen. Wellness-Wandern plus bietet eben die perfekte Kombination aus Wohlbefinden und Herausforderung. Und im nächsten Leben werde ich Werbetexter für Hotelketten. Ich freu mich drauf.