Klettersteig im Karwendel am 11.09.2020

Der Innsbrucker Klettersteig ist ein Klassiker. Klar, dass Claudia und ich ihn uns irgendwann einmal ansehen wollten. Und da wir ausnahmsweise unter der Woche Zeit hatten, bot sich dafür nun eine sehr gute Gelegenheit.

Für den Innsbrucker Klettersteig (Beschreibung & Skizze) startet man im Herzen Innsbrucks. Mit den Nordkettenbahnen geht es hinauf zum Hafelekar und ab dort sind es noch brutale 10min Zustieg. Viel bequemer geht es kaum und entsprechend beliebt ist der Steig.

Als wir gegen 10:00 Uhr starteten, war es leider bewölkt, so dass die sonst herrliche Aussicht eingeschränkt war. Doch Besserung war vorhergesagt und wir waren optimistisch.

Der Einstieg in den Steig war dann gleich mal schön steil und mit etwas unwuchtigen Krampenabständen versehen. Tatsächlich ist es der schwierigste Abschnitt des ersten Steigabschnitts (C). Nach dieser Steilstufe lehnt sich das Gelände zurück und bald waren wir an der 2350m hohen Seegrubenspitze, dem ersten Gipfel des Tages.

Nach einem einfachen Abstieg und etwas Gehgelände ging es dann wieder steiler (B/C) hinauf zur Östlichen Kaminspitze (2435m). Nun ging es in beständigem Auf und Ab am Grat weiter. Gehgelände wechselte sich dabei mit steileren Abschnitten (bis C) ab. Dazu kam als ein Höhepunkt eine kurze Hängebrücke.

Das machte schon Spaß hier, auch wenn es unterwegs immer voller wurde. Da wir irgendwann dann eh im Stau standen, beschlossen wir, unsere Gipfelpause vom Kemacher zur Westlichen Kaminspitze (2445m) vorzuziehen. Während wir unsere Brotzeit auspackten, kam sogar die Sonne heraus. Sehr passend.

Anschließend gingen wir weiter zum Kemacher. In der Scharte überholten wir einige eher gemütliche Klettersteiggeher und dann nochmal am letzten Steilaufschwung vor dem Gipfel, den wir im Schrofengelände (I-II) umgingen. Auch am Kemacher – mit 2480m höchster Punkt des Steigs – machten wir noch einmal 5min Pause.

Danach gingen wir den Abstieg an, der sich auch noch mal zieht. Immerhin war jetzt kaum noch was los. Wahrscheinlich saßen alle Anderen am Gipfel und machten Pause. Als wir schließlich den Langen Sattel erreichten, schien es uns doch etwas zu stressig, den zweiten Teil des Steigs auch noch zu gehen und dann zur letzten Talfahrt zu eilen. Stattdessen legten wir uns in die Wiese und genossen die Sonne, die sich nun mehr und mehr durch die Wolken kämpfte.

Gemütlich stiegen wir zur Seegrube ab. Mittlerweile wurde es richtig warm und wir beobachteten einige Segel- und Gleitschirmflieger, die die Thermik der südseitigen Hänge für ihren ganz eigenen Spaß nutzten.

An der Seegrube angekommen, mussten wir diese super Gelegenheit nutzen, um ein Bier und eine kleine Mahlzeit zu genießen. Über den folgenden, ein gieriges Schaf, einen missglückten Abwehrversuch und ein zerbrechendes Weißbierglas beinhaltenden Vorfall soll aber der Mantel des Schweigens gebreitet werden. Stattdessen sei erwähnt, dass wir zum Abschluss entspannt zu Tal schwebten und so diesen schönen Ausflug zum Innsbrucker Klettersteig abschlossen.


Hannes

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.