Klettern im Karwendel am 20.09.2020

Was tun, wenn man Klettern will, das Wetter für eine große Tour aber nicht ganz passt? Auf ins Dammkar, wo man auch in niedrigen Schwierigkeiten schöne, gut abgesicherte Routen findet. Zum Beispiel die „Joe Muff“ an der Kreuzwand.

Gregor und ich trafen uns um acht am Parkplatz in Mittenwald und wanderten los. Das Wetter war herrlich und weckte die Vorfreude. Auch wenn wir wussten, dass es im Laufe des Nachmittags zuziehen sollte.

Wir wählten heute den kurzen Anstieg über die Forststraße bis zum Bankerl. Ab dort ging es weiter über die Serpentinen zur Dammkarhütte (1650m), die noch ziemlich geschlossen aussah. Überhaupt war erstaunlich wenig los hier und wir sahen nur zwei andere Seilschaften im Kar – eine vor uns und eine hinter uns.

Nach etwa 2h und etwas mühseligem Schottersteigen im Viererkar erreichten wir den Einstieg der „Joe Muff“. Bei perfektem Kletterwetter – sonnig, aber nicht heiß – machten wir uns fertig. Nachdem Gregor bei unserer letzten gemeinsamen Tour die erste Länge hatte, ließ er heute mir den Vortritt.

Die erste Länge führt durch eine Verschneidung (IV) mit nervenschonenden Hakenabständen. Der Fels war fest und griffig und die Kletterei richtig schön. Für die zweite Länge liegt die Schlüsselstelle (IV+) gleich zu Beginn, wo man vom Stand aus etwas seltsam nach links um eine Kante muss. Danach geht es über Platten und eine weitere Verschneidung zum Stand.

Das machte schon Spaß hier. In Länge drei durfte ich zunächst auf schmalem Band nach rechts queren und dann einen Kamin hinauf (IV). Gregor durfte dann anschließend den kleinen Überhang (IV+) im Kamin bezwingen. Hier mussten wir an großen Griffen richtig zulangen.

Die fünfte Länge war dann noch mal interessant, da ich zu Beginn über eine schöne Hangelplatte (IV+) klettern durfte. Danach ging es einen Riss hoch und dann über gestuftes Gelände.

Nun endete der richtig schöne Teil der „Joe Muff“. Gregor führte uns in Länge sechs über Schrofen und Stufen (III) in eine breite Rinne. Hier gibt es verschiedene Varianten und da wir die schönste rechts oberhalb vermuteten, stieg ich über eine Wand (IV-) aus der Rinne und suchte. Irgendwie war da nix zu finden und ich querte über ein Band (IV) nach links zu einer kleinen Scharte, wo ich Stand an einem Köpfel machte.

In der achten Länge führte uns Gregor in die nächste Rinne und dort hinauf. Wir gingen dann am laufenden Seil durch das teils brüchige Gelände (II-III), bis wir nach ca. 90m den Kamm erreichten. Damit war die eigentliche Kletterei bereits geschafft.

Über zwei steile Aufschwünge (II-III) kraxelten wir am Grat entlang zum Gipfel der Kreuzwand (2132m) und machten erst mal Pause. Das war doch mal eine schöne, relativ entspannte Kletterei gewesen.

Nach angemessener Pause stiegen wir zum Joch ab und wanderten noch zur Viererspitze hinüber. Mittlerweile zog es ziemlich zu, aber es blieb trocken. Also kraxelten wir noch über den abgespeckten Normalweg auf die Viererspitze (2054m).

Anschließend ging es zurück und durch den Schotter des Viererkars zur Dammkarhütte, wo bereits ein kühles Bier auf uns wartete. Gegen 18:00 Uh waren wir dann zurück am Auto und beendeten diesen schönen Dammkar-Klettertag.


Hannes

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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