Wanderung in den Stubaier Alpen am 18.10.2020

Bei der letzten Tour hatte ich den Neuschnee so gut es ging gemieden. Dieses Wochenende war das kaum möglich. Also mitten hinein ins weiße Glück bei der Kammbegehung von der Salfeins zum Schaflegerkogel.

Ausgangspunkt dieser Runde war der Gasthof Bergheim im Fotscher Tal. Mein Auto war immerhin das zweite an diesem Tag. Also richtig was los hier an diesem noch sehr trüben Herbsttag. Die Fahrt hierher hatte ich auf mich genommen, weil der Kamm auf der Ostseite des Fotscher Tals eine Tour über mehrere Gipfel bei recht neuschneefreundlichem Gelände versprach. Und das sollte im Laufe des Tages dann auch genau aufgehen.

Zunächst ging es mal hinein in den vernebelten Wald. Schon nach wenigen Höhenmetern lag der erste Schnee auf dem Forstweg und er sollte mir den Tag über treuer Begleiter bleiben. Eine kurze Unterbrechung der Forststraße führte mich durch weglosen Wald und damit durch teils knietiefen Schnee. Wühlspaß vom Feinsten!

Mäßig geneigt ging es danach weiter zur Schmalzgrubenalm (1677m) und dann über einen gut markierten Weg richtung Salfeins. Kurz vor diesem ersten Gipfel verließ ich endlich den Wald und der Blick öffnete sich. Erst mal auf noch mehr Nebel. Aber die Sonne arbeitete sich schon durch. Ein kurzer Abstecher führte mich auf den wenig markanten Gipfel (2000m), auf dem bereits drei andere Schneefreunde Tee tranken.

Ich machte ebenfalls kurz Pause und mich anschließend an die eigentliche Überschreitung. Und dann – was war denn das? – fand ich hier eine frische Spur. Ja Wahnsinn! Gibt es also doch noch mehr Wühlfreunde. Ich war nicht unglücklich, war die Spurarbeit bis hierher doch schon ziemlich anstrengend gewesen.

Nächstes Zwischenziel war der 2158m hohe Grieskogel, der ebenfalls noch keine nennenswerte Aussicht vorweisen konnte. Auf dem nächsten Abschnitt zum Breitschwemmkogel bekam ich dann die beiden Tiroler zu Gesicht, die mir hier so schön den Weg bereiteten. Und kurz vor dem 2264m hohen Gipfel holte ich die beiden dann auch ein. Mittlerweile wurde das Wetter immer besser. Die Sonne kämpfte sich allmählich durch die Wolken und ließ die weißen Hänge ringsherum funkeln.

Im Folgenden wechselten wir uns mit dem Spuren durch den knietiefen Schnee mehrfach. Ich war ein wenig schneller unterwegs, dafür kannten die anderen beiden den Wegverlauf besser. Am Angerbergkopf (2399m) konnte ich dann in der strahlenden Sonne Pause machen. Während die anderen Beiden gleich weitergingen, genoss ich meine mitgebrachte Brotzeit unterm Gipfelkreuz.

Auf zum letzten Gipfel!, hieß es anschließend. Wieder ging es ein Stück hinunter und wieder ging es ein Stück hinauf. Etwas erschöpft war ich mittlerweile und hatte nichts dagegen, dass es nach dem 2405m hohen Schaflegerkogel nur noch bergab gehen würde. Wieder holte ich die beiden Tiroler ein (die nun wieder ganz alleine gespurt hatten). Noch einmal genossen wir den Gipfelblick, dann verabschiedeten wir uns, denn hier trennten sich endgültig unsere Wege. Während die beiden ins Kreuzjöchl und zur Kemater Alm abstiegen, drehte ich um und machte mich auf den Weg zur Furggesalm.

Etwas mühsam ging es durch den tiefen Schnee hinab zur Alm. Ab dort wurde der Schnee allmählich weniger, die Sonne hatte hier bereits einiges weggeschmolzen. Über ein Stück Forststraße und einen schönen Wanderweg ging es durch den Bergwald hinab zum Parkplatz. Kurz vor fünf war ich wieder am Auto – nach dieser schönen, frühwinterlichen Wühlrunde über Salfeins und Schaflegerkogel.


Hannes

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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