Skitour im Mangfallgebirge am 23.01.2021

Die Schneeverhältnisse sind derzeit sehr wechselhaft. Doch am Schönberg erwischten wir es so gut, dass wir dort gleich drei Mal hoch und runter mussten. So machte der Berg seinem Namen alle Ehre.

Als Jochen und ich in Fleck ankamen, waren unsere Erwartungen nicht allzu hoch. Abfahrtsspaß schien eher nicht angesagt, aber immerhin ein schöner Tag draußen im Gebirge. Da der Parkplatz bereits voll war (und sich die U10 der Dorfjugend als Parkplatzwarte betätigte), mussten wir weiter vorne parken und starteten gegen 10:30 Uhr am Ortsausgang zu unserer Tour.

Zunächst ging es durch Wiesen und Wald flach dahin, ab dem P1005 wurde der schon ordentlich glatt gehobelte Wanderweg etwas steiler. Nach großem Abfahrtsspaß sah das hier wirklich nicht aus, immerhin war dann ab dem Schneisengelände zum Mariaeck wieder etwas mehr Platz zum Skifahren vorhanden.

Gegen 12:45 Uhr erreichten wir den 1620m hohen Gipfel des Schönbergs. Die Aussicht war noch verhangen, immerhin konnte man am gegenüberliegenden Seekarkreuz einige Bergfreunde erspähen. Und auch am Schönberg waren wir natürlich nicht alleine. Doch verteilten sich die Leute gut auf dem ausgedehnten Gipfelrücken und konnten sich pandemiegerecht aus dem Weg gehen.

Am Gipfel entdeckten wir noch eine schöne Überraschung. Direkt am Vermessungspunkt lagen sorgfältig eingepackt zwei schöne runde Semmeln. Da weit und breit niemand Anspruch auf diese Brotzeit erhob, bedienten wir uns schließlich. Mit Käse und Speck belegt schmeckten sie herrlich. Schade nur für die Kollegen, die sie dort vergessen hatten.

So gestärkt stand bald die Abfahrt an. Jochen wollte den Südhang testen, der perfektes Skigelände bietet und bis auf einige alte Spuren noch komplett unverspurt war. Nach den ersten, vorsichtigen Schwüngen war klar: Das geht super. Abwechselnd harter, griffiger und pulvriger Schnee sorgten für Skivergnügen. Erstaunlich, dass hier noch niemand gefahren war, zumal wir auch die Lawinengefahr an diesem Tag als sehr gering einschätzten.

Bis knapp unter die Schönbergalm fuhren wir den Hang ab. Dort wurde der Schnee schwerer und wir fellten wieder auf. Noch während wir zurück zum Gipfel stiegen, meinte Jochen grinsend, dass der Hang so gut sei, den sollten wir doch noch mal fahren. Da hatte er recht! Oben angekommen fuhren wir also noch einmal in den Südhang, dieses Mal etwas zentraler als beim ersten Mal.

Nach dieser zweiten Genussabfahrt fellten wir gut gelaunt zum letzten Anstieg auf. Noch einmal ging es also bergauf. Dieses Mal gingen wir allerdings nicht ganz zum Gipfel, sondern hörten am Westrücken auf und stellten wieder auf Abfahrt um.

Und dann ging es wieder ab. Oben im Wald fanden wir sogar noch ein paar kurze Pulverabschnitte, die richtig Spaß machten. Dann ging es mehr und mehr in zerfahrenes, pistenartiges Gelände über. Der Weg unten war dann eher Pflichtprogramm, aber ging auch recht ordentlich. Auf jeden Fall kein Grund für Trübsal, hatten die Abfahrten am Schönberg heute unsere Erwartungen doch bei Weitem übertroffen!


Hannes

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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