Skitour im Mangfallgebirge am 16.02.2021

Am Röthenstein hinterm Tegernsee fand ich das richtige Gelände für eine kleine, ruhige Nachmittagsrunde und eine kurze Auszeit unter der Woche.

In diesem Winter meide ich die klassischen Münchner Hausberge am Brauneck sowie rund um Tegern- und Spitzingsee. Dort ist es am Wochenende immer voll, in diesem Jahr angesichts geschlossener Skipisten aber noch mehr als sonst.

Da ich am Dienstag nachmittags frei hatte, ergab sich doch noch die Gelegenheit, die Tegernseer Berge ohne Massenansturm zu besuchen. Viertel nach zwei stellte ich das Auto an der Kistenwinterstube ab und begann den bekannten Aufstieg am Schiffbach entlang.

Zwei andere Skifreunde machten sich gerade startklar, als ich losging, und später kamen mir noch mal vier entgegen, ansonsten war nix los hier. So konnte ich ganz für mich durch den schönen Winterwald aufsteigen. Warm war es und der Schnee durch den Regen etwas mitgenommen (was für ein Kontrast zu Samstag!), aber trotzdem gefiel es mir hier.

Über Forstwege erreichte ich die Röthensteinalm (1385m). Zahlreiche Spuren belegten, dass hier in den letzten Tagen einiges los gewesen war, heute aber nicht mehr. Hier entschied ich mich zum Direktaufstieg in der westseitigen Schneise, statt wie üblich den Röthenstein von Süden zu erreichen.

Ich konnte einer alten Spur folgen, trotzdem war der Aufstieg teilweise eine ziemliche Eierei. Der Regen hatte den Schnee oberflächlich aufgeweicht, so dass er immer wieder unter dem Talski wegrutschte. Und der Aufstieg ist hier mit ca. 40° durchaus steil.

Als ich schließlich den kleinen Gipfel (1703m) erreichte, musste ich enttäuscht feststellen, dass aus der ausgedehnten Gipfelpause, auf die ich mich gefreut hatte, nichts werden würde. Zu stark blies der Wind, zu ungemütlich war es hier oben. Schade. So blickte ich nur kurz hinüber zu Risserkogel und Plankenstein und machte mich dann bereit zur Abfahrt.

Ich war unsicher, wie gut sich der regennasse Schnee fahren würde und ging es erst mal vorsichtig an. Doch ging es viel besser als erwartet und machte sogar richtig Spaß. So hatte ich mir das vorgestellt heute!

Zurück an der Alm holte ich dann die Pause nach und freute mich. Über die Ruhe, die schöne Landschaft, die gelungene Abfahrt. Und darüber, dass ich solche Hänge mittlerweile sicher und mit Freude befahren kann. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Skitourenjahre. Da war es normal, mindestens einmal pro Tour auf dem Hintern zu sitzen. Und beim Blick hinunter in steile Hänge war mir nicht immer wohl. Abfahren war meistens harte Arbeit und nur selten Genuss. Schön, dass das mittlerweile anders ist.

Mit solchen Gedanken schloss ich meine Pause ab und stieg wieder auf die Ski. Der nasse Schnee hier unten war langsam, erst auf dem glatt gehobelten Forstweg ging es wieder besser. Viertel nach fünf war ich wieder am Auto, froh, diese entspannte, ruhige Tour unternommen zu haben.


Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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