Skitour im Karwendel am 06.03.2021

Nach zuletzt eher abenteuerlichen Touren (die nicht alle hier veröffentlicht sind) unternahmen wir letztes Wochenende mal wieder eine Standard-Skitour. Durchs Dammkar ging es hinauf und hinunter. Und zwar bei unerwartet guten Bedingungen.

Als mein Sektionskollege Armin und ich viertel vor neun am Parkplatz der Karwendelbahn losgingen, waren wir nicht ganz alleine. Da für den Vormittag noch Restbewölkung vorhergesagt war, hatten wir uns gegen einen früheren Start entschieden. Dafür waren wir jetzt natürlich mitten im Pulk.

Egal. Wir trugen die Ski den jedes Mal wieder ekligen geteerten Steilweg hinauf und kurz darauf konnten wir dann schon auf die Bretter steigen. Das war ja schon mal gut. Kurz darauf kamen uns auch schon die ersten Tourengänger entgegen. Und zwar ganz ohne das frühjahrstypische Kratzgeräusch. Klang irgendwie sogar richtig gut.

Mit zunehmender Höhe schienen die Verhältnisse immer verheißungsvoller und ab dem Bankerl wurde ich ein wenig nervös und wir legten einen Zahn zu. Armin meinte zu mir „Hannes denkt sich jetzt, mit jedem Tourengeher, den wir überholen, ist nachher eine Spur weniger im Pulver“. Und was soll ich sagen – genau das ging mir tatsächlich durch den Kopf.

Also los. Schnell überholten wir einige Gruppen, während wir zum Dammkarhütte aufstiegen. Dort teilten sich die vielen Aufstiegsspuren dann allmählich auf: Ins Viererkar, ins hintere Dammkar, den Hang hinauf zur Basis der Tiefkarspitze. Überall fuhren auch schon Einige herunter und hatten offensichtlich Spaß an den 10cm Pulverschnee auf dem Harsch.

Auch auf dem Weg zur Bergwachthütte überholten wir noch mal ein paar Tourengänger, ab dort wurde es ein wenig ruhiger. Nun ging es in zahlreichen Spitzkehren recht steil weiter hinauf. Dabei waren die Verhältnisse so gut, dass die Harscheisen im Rucksack bleiben konnten.

Kurz vor Erreichen des Tunnelausgangs passierte es dann: Auch wir wurden überholt. Eine sehr schnelle Bergfreundin spurtete locker an uns vorbei. Wir störten uns nicht daran (tatsächlich waren wir überrascht, dass uns nicht mehr überholt hatten, waren wir doch nicht gerade leichtgewichtig unterwegs) und gingen einfach noch ein Stück den Hang zum Südlichen Karwendelkopf hinauf, wo wir dann Pause machten.

Mittlerweile war es zwanzig vor zwölf, also perfekt für die Mittagspause. Unsere Brotzeit essend ließen wir die Blicke über das Panorama aus verschneiten Karwendelgipfeln schweifen. Und wir waren uns einig, dass das schon ganz nett hier war. Wenn jetzt nur die Aussicht noch was taugen würde..

Dann stand die Abfahrt an. „Schauen wir mal, ob es aushaltbar wird,“ meinte ich zu Armin. Und dann gingen wir es grinsend an. Ok, der erste Hang war teilweise schon arg abgefahren und etwas unrhythmisch. Aber dann folgte Megahang auf Megahang und wir kamen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Der frische Pulverschnee auf harter Unterlage sorgten für jede Menge Fahrspaß. Und da wir im Aufstieg so viele Andere überholt hatten, hatten wir auch immer wieder Platz für eine eigene Spur. 😉

Erst das schmale Stück unterhalb der Dammkarhütte fiel wieder etwas ab. Und dann waren wir auch schon wieder am Forstweg und rutschten entspannt richtung Parkplatz. Ein pandemiekonformer Fistbump zum Abschluss – das hatte sich mal so richtig gelohnt heute.


Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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