Wanderung im Mangfallgebirge am 24.04.2021

Nach einer tollen, rein bayerischen Skitourensaison wurde es für mich Zeit, das Frühlingsprogramm zu starten. Also tauschte ich Ski- gegen Wanderschuhe und Bretter gegen Räder. Als erste Wanderung der Saison wählten wir eine Runde über die Hochsalwand oberhalb von Bad Feilnbach.

Da die Straße im Jenbachtal noch gesperrt war, hatten Boris und ich heute die Bergräder mitgebracht, auf denen wir zwanzig nach acht die Straße bis zum P907 in Angriff nahmen. Mit Boris dabei ging es natürlich gleich mal ordentlich los und zügig erreichten wir das Ziel unseres Radlabschnitts. Mit den ersten gut 300 Höhenmetern hinter uns schlossen wir die Räder an den Wegweiser und setzten die Tour zu Fuß fort.

Durch den Bergwald wanderten wir gemütlich weiter. Ab etwa 1200m nahm der Schnee allmählich zu, blieb aber gutmütig. Mehr als knöcheltief brachen wir während der ganzen Tour kaum ein. Schließlich erreichten wir das offene Gelände der Reindleralm (1429m). Herrlich war es hier. Nix los, Sonnenschein, angenehme Temperaturen. Dazu die frühlingstypische Mischung aus Wiesen, Latschen und Schneehängen. Einfach schön.

An der Alm saßen zwei Jungs und genossen ihr erstes(?) Bier. Auch nicht verkehrt. Ansonsten war niemand zu sehen. Querwaldein schlugen wir uns nun zum Gipfel der Kirchlwand (1521m) durch. Hoch war es dabei einfach, der Abstieg in Richtung des nächstes Ziels, der Haidwand, dagegen deutlich anspruchsvoller. Über steile Schrofen (T4) und alte Schneereste suchten wir uns einen Abstieg. Die erste Schrofenkraxelei im Jahr geht ja üblicherweise etwas hakelig und so dauerte diese Übung einen Moment.

Schließlich hatten wir aber wieder halbwegs flachen Boden unter den Füßen und konnten den unschwierigen Waldanstieg zur Haidwand angehen. Zehn vor elf erreichten wir den 1585m hohen Gipfel. Nett war es hier und aussichtsreich. Perfekt für eine Brotzeitpause.

Nach einer halben Stunde machten wir uns an den Weiterweg. Der direkte Abstieg nach Osten schien sehr latschenverseucht. Daher entschieden wir uns für den Abstieg zurück nach Südwesten und den markierten Weg zur Hochsalwand. Hier war allmählich mehr los, die Hochsalwand ist eben doch etwas bekannter. Genau mittags erreichten wir ihren Gipfel (1625m) und damit den höchsten Punkt des heutigen Tages.

Hier blieben wir nicht lange, sondern fassten gleich das nächste Ziel ins Auge, den kühnen Lechnerkopf. Dieser Felskopf ist der Hochsalwand nördlich vorgelagert und der exklusivste Gupf der Runde. Um dorthin zu gelangen, suchten wir uns – alten, übermalten Markierungen folgend – einen direkten Abstieg. Auf unterhaltsamer Route erreichten wir den Sattel zwischen beiden Gipfeln. Von dort führt dann ein hübscher Aufstieg (T4, I) weiter. Die leichte Kraxelei machte richtig Spaß und viel zu schnell erreichten wir den Gipfel des Lechnerkopfes (1547m).

Noch mal kurzer Gipfelgenuss, dann stiegen wir gleich wieder ab und folgten dem Wanderweg zur Rampoldplatte. Dieser war gut gespurt, stellenweise rutschig, aber für uns noch gut ohne Grödel gangbar. So erreichten wir den gut besuchten letzten Gipfel des Tages (1422m). Der Abstieg führte uns dann über die aussichtsreiche Rampoldnasen. Hier fotografierte ich fleißig, nur leider versehentlich im Makromodus und damit unscharf. Na ja, die schönsten Eindrücke bleiben im Kopf.

Zurück an der Forststraße gab Boris dann Gas, weil er später noch verabredet war. Ich hingegen schlenderte entspannt um die Schloßalm herum und zurück zum Radl. Ab dann ging es geschwind dahin und ganz entspannt zurück zum Parkplatz, wo diese herrliche Frühlingsrunde kurz nach halb drei zu Ende ging. Ach ja, endlich Frühling!


Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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