Skitour im Mangfallgebirge am 05.02.2022

Die angespannte und – zumindest für mich – schwer kalkulierbare Lawinenlage machte meine ursprüngliche Tourenplanung zunichte. Eine Ausweichtour musste her und so entschied ich mich, die Rotwand-Reib’n mal wieder zu gehen.

Die erste Tour im Jahr erst im Februar – das ist mir auch noch nicht passiert, seit ich nach München gezogen bin. Insbesondere eine Covid-19-Erkrankung hatte mir den Januar vermiest. Jetzt war ich gespannt, ob die Fitness schon wieder für eine schöne Skitour reichen würde. Als erste Tour hatte ich mir eigentlich eine etwas kürzere, dafür steilere ausgesucht. Aber die Lawinenlage ließ mich meine Pläne ändern…

Blöderweise kam ich erst zehn vor sieben zu Hause los, so dass ich mich auf der A8 in den Stau einreihen durfte. Krass, was hier los war! Auch richtung Spitzingsee war es recht voll und ich befürchtete schon das Schlimmste. Doch wider Erwarten war der Parkplatz an der Kirche noch halbleer und so konnte es dann bald losgehen mit der Rotwand-Reib’n.

Zwanzig vor neun startete ich richtung Rotwand. Nach dem unvermeidlichen Skitrage-Hatscher freute ich mich, als ich am P1212 endlich auf die Ski steigen konnte. Ich war mir heute meiner Form nicht sicher und schlug ein eher gemäßigtes Tempo an. Zwei Skitourengeher überholten mich bald, dann kam ich an zwei Fußgängern vorbei. Ansonsten war es ruhig. Wo waren die denn alle?

Während ich aufstieg, wurde das Wetter immer besser und im offenen Gelände ab der Wildfeldalm (1607m) strahlte die Sonne. Als ich auf den Gipfelhang zuging, kamen gerade ein paar runter gefahren. Dann holte ich noch einen Skifreund ein, mit dem mich mich kurz unterhielt. Aber immer noch war es verdächtig ruhig.

Kurz nach elf erreichte ich den Gipfel (1884m). Kurz vorher drehte ich mich noch mal um, und da waren sie endlich, die anderen Skifreunde. In größeren Gruppen kamen sie über die Forststraße. Na, da hatte ich es zeitlich ja doch nicht so schlecht erwischt, wie befürchtet.

Leider war es am Gipfel zu windig, um länger zu bleiben. Daher machte ich mich gleich zur Abfahrt bereit. Vor dem ersten Schwung, war ich noch etwas unsicher, wie es gehen würde, schließlich war die letzte Skitour ja schon wieder über einen Monat her. Nach dem ersten Schwung war mir klar, dass es heute sehr entspannt gehen würde. Der Schnee war prima und ich wusste noch, wie das funktioniert mit dem Skifahren.

Der steile Hang vom Rotwandhaus zur Kümpflscharte (1695m) war großer Spaß und unten holte ich dann auch die Pause nach. Hier ohne Wind in der Sonne zu setzen, war schon super. Anschließend stieg ich zum Auerspitz (1810m) auf. Hier war nicht allzu viel los, während der Blick zurück reges Treiben auf der Rotwand zeigte. Wirklich gut erwischt heute!

Die Abfahrt zwischen Sebaldstein und Ruchenköpfen hindurch machte richtig Spaß. Da gab es sogar noch einige unberührte Pulverflecken zu haben. Herrlich! Anschließend musste ich wieder aufsteigen, dieses Mal zum Miesingsattel. Zwischendurch traf ich ein paar Bergfreunde, die die Nordostrinne der Rotwand abgefahren waren. Mir wäre es heute zu heikel gewesen, aber vielleicht bin ich auch zu vorsichtig. Die, die sie gefahren sind, hatten auf jeden Fall Spaß.

Den Hochmiesing ließ ich heute aus und ging gleich am stark abgeblasenen Miesingsattel (1703m) die nächste Abfahrt an. Dort sorgte kleinräumiger Wechsel von Pulver und Eisplatten für Abwechslung. Anschließend fellte ich ein letztes Mal an und stieg zur Bergstation der Taubensteinbahn (1612m) auf. Hier waren natürlich einige Schneeschuh- und Skitourengeher unterwegs. Aber doch deutlich weniger, als ich erwartet hatte.

Oben machte ich noch mal Pause, aß eine Riegel und packte die Felle endgültig weg. Also ab zurück ins Tal! Der obere Teil der Taubensteinabfahrt war dann auch noch mal richtig gut mit einigen pulvrigen Abschnitten. Der untere Teil war dann Buckelpiste, aber auch ok. Mit einem Spaziergang am Seeufer entlang beendete ich diese schöne Tour. Viertel nach zwei war ich wieder am Auto. So ein schöner Tag im Gebirg! Und von der Fitness her war es auch ganz ok gewesen.

Daten zur Tour

  • Rotwand (1884m) mit Rotwand-Reib’n (ohne Hochmiesing)
  • SKT-Schwierigkeit PD
  • 1300 Höhenmeter

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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