Wanderung in den Türnitzer Alpen am 07.03.2026
Es gibt hohe Berge. Es gibt große Berge. Und es gibt den Großen Sulzberg. Letzterer ist eigentlich eher klein, überragt seine Umgebung aber so deutlich, dass er eine lohnende Aussicht bietet.
Mark und ich starteten 12:30 Uhr am Sattel des Fadentals zu unserer kleinen Frühlingswanderung auf den Großen Sulzberg. Bei T-Shirt-Wetter gingen wir los über teils noch schneebedeckte Forststraßen. Bald erreichten wir den auf der Karte verzeichneten Abzweig eines Jagdsteiges, der in der Realität allerdings nur mit viel Fantasie erkennbar war.
Auf den Großen Sulzberg führt erstaunlicherweise kein markierter Weg, man muss sich seinen Anstieg also selbst suchen. Und die beste Variante schien uns besagter Jagdsteig zu sein, den wir jedoch zunächst nur auf der Karte finden konnten, sodass wir uns mehr oder weniger weglos durch den Wald arbeiteten.
Der Wald wurde steiler und wir fanden tatsächlich deutliche Steigspuren, denen wir nach Westen querend folgten. Der Wald wurde noch steiler und wir verloren die Steigspuren wieder. So wahnsinnig weit konnte es bis zum nächsten quer verlaufenden Forstweg nicht sein, also stiegen wir einfach mal gerade hoch. Auf altem Laub rutschend, hangelten wir uns etwas mühsam von Baum zu Baum, bis wir den Forstweg erreichten.
Über uns war der Wald gerodet und wir konnten über den nun wieder flacheren Wiesenhang deutlich angenehmer direkt zum Gipfel aufsteigen. Keine Ahnung, wo die Jagdsteige verliefen. Aber sei’s drum, so ging es auch.






Bald erreichten wir den Gipfel des Großen Sulzberges (1400 m), der trotz Weglosigkeit mit Gipfelkreuz und sogar einer Gipfelbank aufwarten konnte. Letztere nutzten wir gerne zu einer Pause.
Die Aussicht hier oben war umfassend, nur leider durch den Saharastaub in der Luft etwas eingetrübt. Trotzdem war es für uns spannend, die uns kaum bekannten Berggestalten des Alpen-Ostrandes zu sehen. Im Osten machte der Schneeberg mit einer weißen Haube seinem Namen alle Ehre. Weiter nach Süden zeigten sich die Massive von Schneealpe und Hoher Veitsch deutlich. Dann folgte der breite Riegel des Hochschwab und davor die bewaldeten Berge der Ybbstaler Alpen, aus denen im Westen markant und mächtig der Ötscher herausragte. Im Nordosten war schließlich auch die Reisalpe zu erkennen, der höchste Gipfel der benachbarten Gutensteiner Alpen.
Ein schönes Panorama, das zum Verweilen und Fotografieren einlud. Als wir uns schließlich sattgesehen hatten und aufbrachen, kam noch ein weiterer Bergfreund herauf. Zwei Partien an einem Tag waren – dem Gipfelbuch nach zu urteilen – schon eher ungewöhnlich auf diesem weglosen Gipfel.
Wir wollten unsere Wanderung noch ein wenig verlängern und folgten dem breiten Gipfelkamm nach Osten und dann Südosten. Durch lichten Wald, über Wiesen und einige Restschneefelder spazierten wir gemütlich dahin. Erst am Ende des Rückens folgten ca. 100 Höhenmeter steileres Waldgelände, das wir bis zu einem Sattel mit Forststraße abstiegen. Einige weglose Meter weiter hatten wir dann auch den Kleinen Sulzberg (1252 m) erreicht, der wenig Aussicht bot, aber immerhin ein gebasteltes kleines Gipfelkreuz.








Mangels Aussicht verweilten wir nicht, sondern stiegen bald zum Sattel zurück. Von diesem aus wandten wir uns nach Westen und stiegen eine mäßig steile Grasrinne hinab und zurück zum Forstweg. Kurz darauf waren wir dann auch schon wieder am Parkplatz. Nicht spektakulär, aber schön war dieser Ausflug auf den kleinen Großen Sulzberg.
Daten zur Tour
- Großer Sulzberg (1400 m) und Kleiner Sulzberg aus dem Fadental
- Schwierigkeit T3, oft weglos
- 550 Höhenmeter
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