Skitour in den Tuxer Alpen am 27.02.2026
Die Lawinenlage war angespannt und ich hatte wenig Lust, auf die typischen Standardtouren rund um München. Wohin also? Zum Beispiel zum Morgenkogel, der ein ordentliches Verhältnis aus überschaubarer Lawinengefahr und schönen Skihängen bietet.
Nach einer schwierigen Nacht war mein Enthusiasmus begrenzt, als früh der Wecker klingelte. Was, aufstehen? Jetzt schon? Ach ja, ich will ja auf Skitour. Also aufstehen, frühstücken, Auto beladen und los.
Nach einer entspannten Fahrt erreichte ich gegen 08:00 Uhr Oberellbögen. Das Wetter war herrlich, der große Parkplatz noch fast leer. Und mittlerweile freute ich mich auch auf die bevorstehende Tour. Na dann mal guten Morgen, Kogel, auf geht’s!
Mit Ski am Rucksack stiefelte ich ein Stück an der Straße zurück und dann einen schmalen Weg aufwärts, der nach etwa 100 Höhenmetern auch Schneebedeckung zeigte. Noch ein Stück weiter kam ich an einen eingespurten Querweg, und hier stieg ich dann auch auf die Ski.
Es folgte ein langer, ein wirklich langer Forststraßenhatscher. Zunächst war die Schneeauflage noch sehr dürftig, wurde dann aber mit zunehmender Nordausrichtung des Weges und leichtem Höhengewinn immer besser. Langsam ging es über den sehr flachen Weg dahin durch den schattigen Bergwald. Und lang zog er sich um den halben Berg herum. Moment, erwähnte ich schon, dass der Forststraßenhatscher lang war?






An einem sonnigen Fleckchen machte ich irgendwann Pause, weil ich Hunger hatte. Pause an der Forststraße. Mache ich eigentlich nie. Aber diese hier zog sich gefühlt schon fünf Stunden hin. Kurz nach der Pause erreichte ich dann die Profeglalm, vor der gerade zwei Tourengeher in der Sonne saßen. Auch kein schlechtes Platzerl. Und hier hatte auch der Hatsch endlich ein Ende!
Weiter ging es nun durch eine breite Waldschneise aufwärts. Der Schnee war hart, die Spuren der Vortage hatten sich tief eingegraben. Hmm, würde das später halten? Oder Bruchharsch geben? Ich hatte da so eine Ahnung …
Nach dem ewigen Hatsch zog ich das Tempo jetzt ein wenig an und erreichte bald die Waldgrenze, über der weite, flache Hänge vor mir lagen. Das sah nicht unbedingt nach rassigem, aber doch schönem Skigelände aus. Und etwas weiter oben wurde auch der Schnee trockener und nachgiebiger. Hier würde ich nachher sicher gut fahren können.
Über das offene Gelände näherte ich mich allmählich dem runden Gipfelaufbau. Im Bereich des Morgenkogel Westgrates war der Hang teilweise abgeblasen und es schauten immer mehr Felsen aus der Schneedecke. Nach einem kurzen Schlenker nach Norden erreichte ich die breite Westflanke und ging die letzten Kehren an. Hier kamen mir zwei andere Tourengeher entgegen, dann war ich wieder allein.
Kurz nach 12:00 Uhr nahm ich die letzten Schritte zum Morgenkogel Gipfelkreuz (2607 m). Die Aussicht war gut, das Wetter herrlich, nur der Wind sehr störend. Daher blieb ich auch nicht lange, machte ein paar Fotos, baute die Ski um und machte, dass ich wegkam.
Erst auf ca. 2400 m setzte ich mich zu einer verspäteten Gipfelpause und aß die zweite Hälfte meiner Brotzeit. Währenddessen kamen die beiden Almhüttenfreunde vorbei, die nun die letzten Hänge zum Gipfel angingen. Ich hingegen legte mich noch fünf Minuten in die Sonne und ging dann die Abfahrt an.








Die war zu Beginn richtig schön, auch wenn ich heute nicht so gut auf den Ski stand wie sonst. Irgendwie fehlte ein wenig Gefühl. Trotzdem, die ersten Hänge waren prima. Bis dann der Bruchharsch kam. Bruchharsch kann ich nicht leiden. Ich fahre den auch nie gut und an diesem Tag ganz besonders schlecht. So stöpselte ich mühsam hinunter zur Almhütte, bei der ich tatsächlich froh war, die Forststraße zu erreichen. Diese war allerdings auch nicht sehr angenehm, da uneben und hart.
Na ja, man kann nicht immer Glück haben. Ich rutschte die Straße (die übrigens recht lang ist) so weit hinunter, wie es sinnvoll ging. Dann packte ich die Ski wieder an den Rucksack und ging den Rest zu Fuß. Bei frühlingshaften Temperaturen erreichte ich die mattgrünen Wiesen rund um Oberellbögen. Ein ungetrübtes Vergnügen war es heute nicht, gelohnt hatte es sich trotzdem wieder mal.
Daten zur Tour
- Morgenkogel (2607 m) von Oberellbögen
- SKT-Schwierigkeit F+
- 1300 Höhenmeter
0 Kommentare