Skitour in den Ybbstaler Alpen am 08.03.2026

Nach der Wanderung vom Vortag wollten wir heute noch einmal auf die Ski steigen. Und mit diesen den Hochstadl erklimmen, woraus eine schöne, etwas länglich und erstaunlich einsame Unternehmung wurde.

Als wir kurz nach halb acht das Auto in Dürradmer (808 m) abstellten, fühlten wir uns wie mitten im Nirgendwo. So abgelegen liegt dieser kleine Weiler, den man nur auf einer unbefestigten Straße aus dem auch nicht gerade übersiedelten Salzatal erreicht. Das Gebirge hier mag nicht besonders hoch sein, außer für Jagd- und Forstzwecke ist es erstaunlich wenig erschlossen.

Und obwohl wir für eine schöne Skitour nicht allzu viel brauchen, fehlte doch etwas Entscheidendes. Schnee! Überall um uns herum war es erschreckend grün, und eine geschlossene Schneedecke war nirgendwo in der Nähe auszumachen.

Also packten wir die Ski erst einmal an die Rücksäcke und stiefelten los. Über die breite Forststraße ging es durch den Wald flach dahin. Nach etwa 45min wurde es merklich kälter und nach der nächsten Biegung zeigte sich der Weg schneebedeckt. Sehr schön, konnte es endlich richtig losgehen!

Mit Ski an den Füßen anstatt auf dem Rücken ging es nun deutlich entspannter weiter. Im Bereich der Nappenbachklause (1171 m) kamen wir zu einer großen Lichtung. Hier gab es noch ein paar kurze Unterbrechungsstellen, doch allmählich wurde die Umgebung immer weißer und sah bald wie die passende Kulisse für eine Skitour aus.

An der geschlossenen Kräuterinhütte (1394 m) setzen wir uns in die Sonne und machten Pause. Schön war es hier. Irgendwie ganz anders als in den heimatlichen Bergen. Und so ruhig. Ganz am Anfang hatte uns ein Einheimischer überholt, seitdem hatten wir keine Menschenseele mehr zu Gesicht bekommen. Und das sollte den Rest des Tages auch so bleiben.

Oberhalb der Hütte folgten wir den Skispuren weiter, erst über flache Waldhänge, dann durch sanft kupiertes Latschengelände. Vor jedem Aufschwung hofften wir, bald unser Tagesziel zu sehen, doch der Hochstadl blieb schüchtern. Und als er sich doch endlich zeigte, schien er viel weiter weg als erwartet. Das würde noch dauern, dachten wir uns.

Bei herrlichem Wetter gingen wir weiter zu einem flachen Wiesensattel auf ca. 1640 m. Und hier zeigte sich, dass die Perspektive zum Glück getäuscht hatte. Wir waren dem Gipfel schon ein gutes Stück näher gekommen, und allzu lange würde es nicht mehr dauern.

Kurz mussten wir absteigen, dann ging es auf dem Nordrücken des Hochstadls wieder bergauf – immer in sehr gemäßigter Steigung. Erst ganz am Ende, in einer Rinne, die direkt zum Gipfelkreuz führt, wurde es doch mal steiler und anstrengender. Vom Gipfelkreuz aus war es dann auch nicht mehr weit zum höchsten Punkt, der etwas weiter südlich liegt.

Kurz nach halb zwölf hatten wir den Gipfel auf 1919 m erreicht und konnten Pause machen. Der Wind war lebhaft und etwas kalt, aber die Sonne schien und die Aussicht war herrlich. Direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Salzatals, standen die steilen Abstürze und flachen, schneebedeckten Gipfelhänge des Hochschwab. Im Westen konnten wir die Gesäuseberge mit dem markant gebankten Hochtor erkennen. Und dazwischen zeigten sich in der Ferne die Seckauer Tauern mit Hochreichart und Geierhaupt durch den Saharastaub. Mal wieder ein tolles Panorama.

Nach einer ausführlichen Pause machten wir uns zur Abfahrt bereit. Wir erwarteten, dass die nordseitigen Hänge noch hart sein würden. Aber solange zu warten, bis sie auffirnen würden, war für uns keine Option; schließlich wollten wir später noch heimfahren.

Also los! Wie so oft waren die ersten Meter der Abfahrt die anspruchsvollsten: Recht steil und eng, dazu noch hart zeigt sich die Gipfelrinne. Danach wurde es flacher und kurz vor der Gegensteigung konnten wir in einem Osthang sogar durch perfekten Butterfirn surfen. Dann fellten wir nochmals auf, um den Wiesensattel zu gewinnen, bevor wir die Abfahrt fortsetzten. Meist war der Schnee hart und griffig und ließ sich recht gut fahren. Und kurze Abschnitte mit leichter Ost-Ausrichtung hielten auch Firn bereit.

So kamen wir gut bergab, bis wir schließlich wieder das Ende der geschlossenen Schneedecke erreichten. Mit Ski am Rucksack wanderten wir noch eine gute halbe Stunde zurück nach Dürradmer, das wir um 14:00 Uhr erreichten. Wir freuten uns über die gelungene Tour und die Eindrücke, die wir unterwegs gesammelt hatten. Es ist doch immer wieder spannend, ein uns noch unbekanntes Stück Gebirge zu erkunden.

Daten zur Tour

  • Hochstadl (1919 m) von Dürradmer
  • SKT-Schwierigkeit PD
  • 1200 Höhenmeter

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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