Wandern auf Kreta am 10.05.2026

Familienurlaub auf Kreta. Und wir wollten auch wandern. In der Pefki-Schlucht fanden wir eine sehr abwechslungsreiche Rundtour, die Groß und Klein gefiel.

Im Urlaub sind wir nicht immer Frühaufsteher. Und auch das Frühstücksbuffet im Hotel wollten wir genießen. Also erreichten Claudia, der Nachwuchsjodler und ich erst 10:45 Uhr den kleinen Ort Pefki, der im Südosten Kretas im Thrypti-Gebirge liegt. Von hier aus wollten wir durch die Pefki-Schlucht Richtung Meer wandern und anschließend außen herum zurück.

Bald legten wir los und stiegen von der Straße zunächst durch einen Olivenhain und an hübschen Hühnern vorbei abwärts. Der Weg war gleich zu Beginn schmal und steinig. Der in den Alpen oft übliche und insbesondere für den Nachwuchs ermüdende Forststraßenauftakt entfiel. Ganz ohne Schotterstraßen kommt auch diese Runde nicht aus, aber die Abschnitte sind kurz.

Am Ende des Olivenhains trafen wir eine Dame, die gerade eines der Hinweisschilder mit einem feinen Pinsel nachmalte. Offenbar wurde der Weg für die bald beginnende Sommersaison herausgeputzt. Wir bedankten uns artig, bevor wir unseren Weg fortsetzen. Der Weg führt nun oberhalb der Schlucht entlang und gewährte bereits einige Blicke auf die beeindruckenden Felswände, die etwas weiter schluchtabwärts selbige begrenzten.

Kurz darauf kamen wir an einen Abzweig, der hinab in die Schlucht führte. Steil stiegen wir hinab und fanden uns bald am Schluchtgrund wieder. Unter dichten Bäumen führt der Weg weiter. Wasser gurgelte hinter den Büschen. Es war ganz anders hier als an den trockenen Berghängen weiter oben.

Wir kamen an wunderschönen Gumpen und kleinen Wasserfällen vorbei. Der Weg schlängelte sich über Felsen und zwischen Bäumen. Und führte dann unter einem riesigen Felsblock hindurch. Ein nach unten weisender roter Pfeil auf dem Felsen war ein unmissverständlicher Hinweis, dass wir hier wie durch einen Tunnel gehen mussten. Und zwar zusammen mit dem kleinen Bach, der durch die Schlucht floss.

Also zogen wir uns die Schuhe aus, stiegen vorsichtig über nasse Felsen ins Kiesbett und wateten ein paar Meter durch den Bach, bis wir auf der anderen Seite wieder aussteigen konnten. Das war ja spannend! Nach diesem tollen kleinen Abenteuer machten wir erst einmal eine Pause und stärkten uns ein wenig.

Anschließend wanderten wir weiter, an weiteren Gumpen vorbei, über Leitern herab und zwischen beeindruckenden Felswänden entlang. Schön war das und gefiel auch dem kleinen Wanderfreund sehr gut.

Die Schluchtwände bestehen übrigens aus einem groben Konglomeratgestein, das sehr brüchig zu sein scheint. Die Oberfläche ist von der Witterung geglättet, darunter befindet sich grobes Kekiesel, das in großflächigen Ausbrüchen zutage tritt. Eine sehr ungewöhnliche Struktur.

Schließlich erreichten wir das untere Ende der Schlucht. Über eine Schotterstraße wanderten wir noch ein Stück bergab, dann führte uns ein schmaler Pfad auf der Westseite wieder steil bergwärts. Hier erreichte die Laune des Nachwuchses ihren Tiefpunkt. Aber mit einigen Pausen und Snacks ging es trotzdem weiter.

Am Schluchtrand angekommen, konnten wir die Felswände der Schlucht noch einmal von oben bestaunen. Dann wanderten wir allmählich zurück. An der Schlucht entlang, dann durch Wiesen und den schönen Olivenhain bis zur Straße, an der wir gestartet waren. 15:00 Uhr erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt. Nach einer sehr unterhaltsamen Runde, die uns allen gut gefallen hatte.

Daten zur Tour

  • Pefki-Schlucht ab Pefki
  • 300 Höhenmeter
  • Schwierigkeit T3

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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