Wandern im Mangfallgebirge am 08./09.08.2026

Die erste Hüttenübernachtung war für den Nachwuchs ein Erlebnis, der anschließende Gipfel ging erstaunlich locker dahin. Und nebenbei konnte ich mit dem Rotkopf eine Lücke in meiner Gipfelsammlung füllen.

Gemeinsam mit einer befreundeten Familie wollten wir mit den Kindern eine erste Hüttenübernachtung unternehmen. Objekt dieser Übung war die Albert-Link-Hütte südlich des Spitzingsees, die mit ungefähr 0 Höhenmetern Zustieg, einer schönen Lage und gutem Essen lockt.

So starteten wir bei perfektem Bergwetter gegen 11:00 Uhr am Parkplatz der Taubensteinbahn und wanderten zunächst um den Spitzingsee herum. An geeigneter Stelle badeten wir im herrlich frischen See, dann wanderten wir weiter. Steine, Stöcke und Pflanzen sorgten bei den kleinen Wanderern bereits für Abwechslung. Eigentlich war alles links und rechts des Weges interessant, sodass wir nicht besonders schnell vorankamen. Das Tempo spielte zum Glück keine Rolle, denn heute war der Weg das Ziel.

Doch trotz aller Steine, Stöcke und Pflanzen erreichten wir um 13:30 Uhr die Hütte, deren Terrasse bereits ziemlich voll war. Kein Wunder an diesem Prachttag! Nach einem leckeren Mittagessen erkundeten wir die Hütte, unsere Lager und natürlich den Spielplatz. Dabei fiel mir der Rotkopf ins Auge, der ziemlich direkt über der Hütte liegt und der mir als einziger Gipfel im Kammverlauf zwischen Rainerkopf und Stolzenberg noch fehlte.

Da könnte ich doch schnell mal hoch, meinte auch Claudia. Also los. Ohne Rucksack, gewissermaßen im Spaziermodus. Bis zur Unteren Haushamer Alm folgte ich dem Wirtschaftsweg, dann kurz dem Wanderweg, der zum Kamm führt. Bald bog ich von diesem ab, um den Südostrücken des Rotkopfes direkt anzugehen. Über steile Wiesen, durch Wald und Büsche suchte ich mir einen Weg nach oben und erreichte schließlich auch den 1602 m hohen Gipfel. Die Aussicht dort oben war nett, aber zugegebenermaßen auch nicht spektakulär. Es ist kein Gipfel, den man kennen muss.

Nachdem ich die nachmittägliche Gipfelstimmung in mich aufgesogen hatte, machte ich mich wieder auf den Weg. Dieses Mal folgte ich schwachen Pfadspuren nach Süden zum markierten Weg. Und weil es gerade so gut lief, ging ich auch noch zum Stolzenberg (1609 m) hinüber. Den mag ich schließlich eh. Anschließend ging es zügig talwärts, um rechtzeitig zum Abendessen wieder an der Hütte zu sein. Nach 1:40h war mein kleiner Ausflug beendet und ich konnte mit den anderen gemütlich essen.

Später brachten wir die Kinder ins Bett, die natürlich ganz aufgeregt waren und eine Weile brauchten, um zur Ruhe zu kommen, und saßen noch gemütlich auf der Terrasse.

Am nächsten Morgen starteten wir eher langsam. Ein ausführliches Frühstück war natürlich wichtig für die Laune und den weiteren Tagesverlauf. Und dazu ist die Logistik mit kleinen Kindern einfach etwas aufwendiger. Um zehn nach neun ging es dann aber doch los und wir wanderten dem Taubenstein entgegen, unserem heutigen Tagesziel.

Die Kinder machten super mit. Nur gegen Ende der Forststraße, kurz nach der Unteren Maxlrainer Alm, wurde die Stimmung kurzzeitig etwas schlechter, was wir aber mit einer kleinen Jause wieder ins Lot bringen konnten.

Kurz darauf schlossen sich noch Armin und Familie an, die ebenfalls gerade am Spitzingsee weilten, und gemeinsam kehrten wir schließlich in der Oberen Maxlrainer Alm ein. Schließlich gibt es da einen Spielplatz. Und Kaffee. Und einen ausgezeichneten Kaiserschmarrn.

Nach ausgedehnter Pause machten wir uns wieder auf den Weg und erklommen die letzten steilen Wiesenhänge zur Bergstation der Taubensteinbahn. Die Kinder waren jetzt richtig zügig unterwegs und wir kamen gut voran. Heute machte es einfach allen Spaß.

Für das kleinste Kind war an der Bergstation Schluss, die anderen drei machten sich inklusive Eltern noch zum Gipfel auf. Gespannt war ich, wie gut die Kraxelei am Gipfelaufbau gehen würde. Und war dann beeindruckt, wie entschlossen und unerschrocken die drei zu Werke gingen. Den Nachwuchsjodler musste ich sogar zurückhalten, damit er zu den Vorauskletternden Abstand hielt.

Um 14:00 Uhr saßen wir also am Gipfel des Taubensteins, genossen die Aussicht und diesen tollen Erfolg der kleinen Bergfreunde, die sich heute großartig geschlagen hatten. Später kletterten wir vorsichtig wieder ab, wanderten zur Bergstation und schwebten mit der Seilbahn zu Tal. Den Abschluss dieses gelungenen Wochenendes bildete ein zweites Bad im Spitzingsee.

Daten zur Tour

  • Rotkopf Südostrücken und Stolzenberg (1609 m)
    • Schwierigkeit T4
    • 700 Höhenmeter ab Albert-Link-Hütte
  • Taubenstein (1692 m)
    • Schwierigkeit T4, I
    • 650 Höhenmeter ab Albert-Link-Hütte

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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