Bike & Hike in den Hohen Tauern am 19.08.2026

Familienurlaub im Maltatal. Kleine Wanderungen, Radltouren, Wasserfälle, Spielplätze, alles sehr schön. Aber einmal wollte ich doch mal auf einen Berg, wenn ich schon da bin. Zum Beispiel auf das Stubeck.

Nach einer schönen Familienwanderung zu den Gössfällen am Vormittag und einer reichhaltigen mittäglichen Einkehr hatte ich nachmittags noch etwas Zeit. Die Familie war beschäftigt und ich konnte mich für ein paar Stunden absetzen. Das wollte ich nutzen, um einen Berg zu besteigen. Dafür wählte ich das Stubeck, da ich ab der Leonhardhütte mit dem Radl schnell wieder ins Tal kommen würde.

Später mit dem Radl abfahren zu wollen, bedingt allerdings, vorher mit dem Radl hochzufahren. Was in diesem Fall eine recht mühsame Angelegenheit für mich war. Etwa 750 Höhenmeter musste ich nach Maltaberg hinaufkurbeln. Die Straße wurde nach oben hin immer steiler und trotz einiger kurzer Pausen zwischendurch war ich ziemlich kaputt, als ich oben ankam. Ich mache solche langen und steilen Auffahrten nur selten und dementsprechend wenig trainiert ist meine Muskulatur für derartige Extravaganzen.

Das Zu-Fuß-Gehen hingegen ist mein Metier. Nur war meine Beinmuskulatur derart angegriffen, dass auch das nicht mit der üblichen Leichtigkeit vonstatten ging. Aber immerhin ging es.

Ich wanderte also in das hübsche Tal der Faschaun hinein – zunächst noch auf einem Forstweg, später auf einem wenig ausgetretenen Pfad. Die Gipfel am Talschluss – Reitereck und Wandspitze – hingen in dichten Wolken. Dadurch gewann das Tal eine leicht düstere und wilde Stimmung. Das Stubeck hingegen war frei und lud zu einer Besteigung ein.

Schließlich wandte sich der Weg nach rechts, überquerte den Feistritzbach und erklomm steile und teils von Rindviechern arg zertrampelte Wiesenhänge. Um meine geschwächten Oberschenkel zu entlasten, schnappte ich mir einen großen Stecken vom Wegesrand, den ich wie einen Bergstock einsetzte.

Als sich der Hang etwas zurücklegte, warf ich den schweren Stecken wieder fort und wanderte ohne ihn weiter zur Torscharte (2106 m). Nun waren es nur noch rund 250 Höhenmeter und ich war zuversichtlich, diese in weniger als der auf dem Schild angegebenen Stunde zurückzulegen.

Der grasige Nordwestrücken des Stubeck wies keinerlei Schwierigkeiten auf, nur einige kurze, steilere Aufschwünge, die ich jeweils möglichst muskelschonend überwand. Darauf so viel Rücksicht nehmen zu müssen, war wirklich seltsam, bin ich es doch gewohnt, für Touren dieser Größenordnung locker genügend Kraft zu haben.

Je näher ich dem Gipfel kam, desto mehr nahmen Aussicht und Wind zu. Bald konnte ich in die Niederen Tauern und die Nockberge hinüberblicken. Die höheren Gipfel der Ankogelgruppe blieben hingegen leider hinter Wolken verborgen.

Um 18:25 Uhr erreichte ich den Gipfel des Stubeck. Eigentlich hatte ich hier Pause machen wollen, doch dafür war es zu windig. Da ich mich direkt von einem Familienausflug abgesetzt hatte, hatte ich entgegen meiner Gewohnheit nichts zum Überziehen dabei. Nur einen Biwaksack für Notfälle. Also blickte ich mich nur kurz um und stieg gleich über den flachen Südostrücken ab. Hier kamen mir sogar noch drei Wanderer entgegen. Ob diese wohl den Sonnenuntergang am Gipfel betrachten wollten?

Für mich ging es jetzt nur noch talwärts. Ab dem Abzweig auf 2220 m ließ der Wind nach und der weitere Abstieg über Wiesen, durch kurze Waldstücke und an zahlreichen Rindern vorbei wurde wieder angenehm.

Kurz nach 19:00 Uhr erreichte ich mein Radl an der Leonhardhütte und die Abfahrt ging dann natürlich superschnell. Ich machte nur zwischendurch mal Pause, damit die Bremsen nicht überhitzten. So war ich dann auch rechtzeitig zur Bettzeit des Nachwuchsjodlers wieder zurück bei der Familie. Schön!

Schön auch, dass ich immerhin einen kleinen Tauern-Grasberg im Maltatal besteigen konnte. Es war keine große Tour, aber ein kleiner Ausflug in die nachmittägliche Berg-Einsamkeit mit Wolken, Wind und weiter Landschaft. Hauptsache Berg.

Daten zur Tour

  • Stubeck (2370 m) via Torscharte
  • Schwierigkeit T3
  • 1550 Höhenmeter ab Malta

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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