Wie man den Lockdown produktiv nutzt

Home-Office, Kurzarbeit, Ausgangsbeschränkungen und Grenzschließungen. Aktuell hat der typische Bergfreund recht viel Zeit und recht wenige Möglichkeiten, diese zu nutzen. Hier ein paar Tipps, was man so alles an beinahe alpinistischen Tätigkeiten während des Lockdown zu Hause machen kann.

Eher Aktives

Ausrüstung ausmisten: Eine großartige Beschäftigung für Schlechtwettertage ist das (aus-)sortieren der Bergausrüstung. Es ist doch toll, wenn alle Handschuhe wieder in Paaren beieinander liegen. Wenn man sich für einen von 5 Biwaksäcken entschieden hat oder die 15 Jahre alten Bandschlingen in den Müll gewandert sind. Fortgeschrittene können bei dieser Gelegenheit auch gleich den ganzen Keller aufräumen. Ich kann’s empfehlen.

Online-Shopping: Der im Keller frei gewordene Platz will schnell wieder gefüllt werden. Gut, dass man jegliche Bergausrüstung auch online kaufen will. Außer die Jacke in den uncoolen 90er-Farben oder die Karabiner mit der abblätternden Eloxierung zu ersetzen, kann man sich natürlich auch sinnvolle Sachen kaufen. Einen 21er Friend z.B. (bedauerlicherweise gerade ausverkauft, aber kommt bestimmt wieder 😉 ) oder ein Taschenmesser mit Kompass. So tut man auch gleich was Gutes für Wirtschaft und hält das hart erarbeitete Geld artig in Umlauf.

Seiltechnik üben: Es gibt eine ganze Menge an Seiltechnik, die man prima an der heimischen Garderobe oder am Küchenschrank üben kann. Wer das Einhändige Mastwurf-Legen oder den Schweizer Flaschenzug schon im Schlaf beherrscht, kann sich zum Beispiel den FB-Bandklemmknoten aneignen. Weiter geht es dann ggf. mit Würgeknoten, Affenfaust oder gleich der behelfsmäßigen Seiltrage. Für den esoterisch veranlagten Bergfreund bietet eventuell auch die Knotenmagie ein spannendes Betätigungsfeld.

Und eher Besinnliches

Internet-Bergsteigen: Statt draußen Bergsteigen kann man sich auch in den Weiten des Internet austoben. Zahllose Tourenberichte warten da draußen auf Leser. Mittlerweile hat auch hikr.org seine – wie ich finde – unnötige Pandemie-Sperrung wieder aufgegeben und erlaubt Schmökern als Ersatzhandlung. In meiner Link-Liste findet Ihr darüber hinaus auch andere Tourenportale und eine ganze Reihe spannender Blogs. Zum Träumen und Gruseln ist also reichlich Stoff vorhanden.

Bergfilme anschauen: Auch Cineastik kann den Bergfreund durch den Lockdown bringen. Da wären zum einen natürlich die zahllosen Youtube-Clips der einschlägigen Helden und Profis. Aber auch der ein oder andere lohnende komplette Dokumentarfilm ist auf Maxdome, Netflix und Co. zu finden. Die Yosemite-Granit-Orgien „Dawn Wall“ und „Free Solo“ zum Beispiel. Oder die Leidensgeschichten „Meru“ und „Cold“. Zum Entspannen kann man sich dann noch einen Spielfilm reinziehen wie den total plausiblen „Cliffhanger“ (immerhin mit dem großen Wolfgang Güllich als Sylvester Stallones Stunt-Double). Auch Werner Herzogs reichlich seltsamer „Schrei aus Stein“ mit Stefan Glowacz in einer Hauptrolle ist so eine Perle. Oder natürlich das herrlich bescheuerte „Vertical Limit“.

Bergbücher lesen: Die Älteren werden sich erinnern. Früher war die Hauptquelle für alpine Informationen und Erlebnisberichte gebündelte Papierblätter, eng bedruck und zwischen Pappdeckel gepackt. Und Hurra! So etwas gibt es immer noch. Unter den bekannten (und auch unter den weniger bekannten) Kletterern und Bergsteigern sind auch eine ganze Reihe guter Autoren, die ihre Erlebnisse spannend und nachdenklich zu vermitteln wissen. Und wem trotz allem immer noch langweilig ist, der kann auch einfach die 5 Bände des SAC-Gebietsführers „Bündner Alpen“ komplett durchlesen.

Und was macht Ihr sonst noch so zu Hause? Weitere Ideen zur Bewältigung des Lockdowns sind herzliche willkommen.


Hannes

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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