Wanderung im Mieminger Gebirge am 18.06.2016

Wie so oft in diesem Frühjahr war auch für heute wechselhaftes Wetter angesagt, dazu Gewitter am Nachmittag. Es galt also, eine kurze Tour oder eine mit Abkürzungsmöglichkeit zu finden. Ich entschied mich für die Gegend rund um die Coburger Hütte mit dem Plan, bei eher stabilem Wetter die Marienbergspitzen anzugehen und ansonsten den Vorderen Drachenkopf zu besteigen.

Kurz nach halb neun startete ich – mal wieder an der Talstation der Ehrwalder Almbahn. Durch den Wal wanderte ich zum Hohen Gang. Unten waren die Wege noch nass und matschig vom vielen Regen der vergangenen Tage, nach oben hin wurde es allmählich besser. Das Wetter war noch freundlich, doch zeigten sich im Westen bereits dichtere Wolken.

Der Geiß-Bach führt derzeit viel Wasser.

Der Geiß-Bach führt derzeit viel Wasser.

Kurz vor dem schön gelegenen Seebensee traf ich einen Bergfreund aus Nürnberg, der heute noch Tajakante oder Ehrwalder Sonnenspitze angehen wollte und das Wetter ebenfalls skeptisch beobachtete. Und während wir Erlebnisse an Watzmann und Jubiläumsgrat sowie auf diversen Karwendeltouren austauschten, erreichten wir auch schon die Coburger Hütte, wo bereits allerhand los war und wo sich unsere Wege wieder trennten – er machte hier halt, ich ging gleich weiter und stieg auf dem markierten Steig ins Schwärzkar auf.

Da geht's hoch - vorne der Vordere Drachenkopf, rechts dahinter die Mrienbergspitzen

Da geht’s hoch – vorne der Vordere Drachenkopf, rechts dahinter die Mrienbergspitzen

Blick zurück zum Seebensee - im Wetterstein hängen bereits Wolken.

Blick zurück zum Seebensee – im Wetterstein hängen bereits Wolken.

Gegen 11:00 Uhr machte ich auf einem Hügel kurz Pause, aß einen Riegel und beobachtete das Wetter. Dunkle Wolken zogen heran und die Gipfel von Sonnenspitze und Westlicher Marienbergspitze steckten bereits im Nebel. Da schien ein Versuch an letzterer nicht ratsam, auch wenn die Firnrinne hinauf durchaus einladend aussah. Also wandte ich mich dem Vorderen Drachenkopf zu, wo gerade zwei andere Wanderer das Firnfeld zur Vorderen Drachenscharte erkommen und sich eine andere Gruppe im Abstieg befand. Erstaunlich, was hier bei diesem unbeständigen Wetter los war.

Das Firnfeld an der Vorderen Drachenscharte

Das Firnfeld an der Vorderen Drachenscharte

Nach Bewältigung des Firnfeldes führte mich ein markierter Steig durch brüchiges Gestein (Stellen I) zum Gipfel (2302m), der inzwischen auch schon umwölkt war. Aussicht war also mal wieder Mangelware. Pünktlich zum Abstieg begann es dann zu nieseln, was sich – zurück an der Scharte – zu einem Graupelschauer entwickelte. Komischer Sommer bislang.

Am Gipfel

Am Gipfel

Im Abstieg zeigt sich der Drachensee

Im Abstieg zeigt sich der Drachensee

Der Abstieg über den griffigen Schnee ging problemlos, anschließend ging es auf direktem Weg zurück zu vollbesetzten Hütte, wo ich mir unter dem Vordach noch einen Milchkaffee samt Apfelstrudel gönnte. Mittlerweile besserte sich das Wetter schon wieder und so stand einem trockenen Abstieg nichts mehr im Wege. Fast ärgerte ich mich ein bisschen, vorhin doch nicht weitergegangen zu sein, aber man kann das Wetter eben nicht vorhersehen und Vorsicht ist nicht das schlechteste im Gebirge.

Schneefernkopf

Schneefernkopf

Für den Abstieg wählte ich eine andere Variante und wanderte zunächst zur Seebenalm, wo ganze Karawanen an Wanderern unterwegs waren. Von der Fahrstraße zur Ehrwalder Alm bog ich schließlich auf den Immasteig ab, einen schönen Steig von ähnlicher Schwierigkeit wie der Hohe Gang.

Noch einmal Wasserspiele

Noch einmal Wasserspiele

Anschließend ging es noch ein Stück durch herrliche Blumenwiesen zurück zum Parkplatz, wo ich kurz vor 15:00 Uhr meine Tour beendete. Schön war’s mal wieder, auch wenn sich heute nur die kleine Tour ausgegangen war.

Blumenpracht

Blumenpracht

Eine schöne Orchidee

Eine schöne Orchidee