Roadtrip in Neuseeland vom 15.12.2017 bis 13.01.2018

In den letzten Jahren war klassisches Weihnachten zu Hause mit der Familie irgendwie nicht so angesagt. 2015 war ich in Chile, 2016 im Kaisergebirge und dieses Jahr nun mit Claudia in Neuseeland. Schön war es aber trotzdem – und auch familiäre Atmosphäre wurde geboten.

21.12. Heute verlassen wir Blenheim und fahren weiter nordwärts weiter nach Picton, wo die Fähren zur Nordinsel abfahren. Wir bleiben jedoch auf der Südinsel und fahren nun den herrlich aussichtsreichen Queen Charlotte Drive auf der Südseite des gleichnamigen Sundes entlang. In Momorangi machen wir eine Kaffeepause, während uns das herrliche klare Meerwasser um die Füße spült. Irgendwo hier beschließe ich dann auch, dass Auto fahren in Schuhen in Neuseeland bei schönem Wetter nicht sinnvoll ist. Draußen möchte man eh nur in Flip-Flops (bzw. „Jandals“, wie sie dort heißen) herumlaufen und dafür ist barfuß fahren viel praktischer.

Der Hafen von Picton

Der Hafen von Picton

Der Queen Charlotte Sound war früher einmal ein Flusstal.

Der Queen Charlotte Sound war früher einmal ein Flusstal.

Weiter geht es nach Anakiwa, wo wir uns für zwei Nächte in der Okiwa Bay Lodge eingemietet haben. Suzie und Martin, zwei Einwanderer aus England, haben hier hoch über dem Ende des Sundes ein kleines Paradies für sich und ihre Gäste geschaffen. Dessen wichtigste Zutaten sind eine fantastische Aussicht, hervorragendes Essen und eine sehr familiäre Atmosphäre.

Abend und Ebbe am Queen Charlotte Sound

Abend und Ebbe am Queen Charlotte Sound

In Anakiwa gehen wir auch baden. Das Meerwasser ist recht frisch, dafür wunderbar klar und sauber. Es nerven nur die Sandflies, kleine blutsaugende Fliegen, die uns von hier an die gesamte Westküste hinab treue Begleiter werden.

22.12. Für diesen Tag ist eine erste kleine Wanderung geplant. Mit dem Wassertaxi lassen wir uns nach Mistletoe Bay fahren um von dort über den letzten Abschnitt des Queen Charlotte Tracks zurück nach Anakiwa zu wandern.

Per Boot verlassen wir Anakiwa.

Per Boot verlassen wir Anakiwa.

Die Wanderung führt uns dabei durch subtropischen Wald, der eine interessante Mischung aus Laubbäumen und Baumfarnen mit der ein oder anderen eingestreuten Palme bietet. Immer wieder fallen uns die weiß blühenden Mānuka-Bäume auf, aus deren Pollen die lokalen Bienen besonders guten Honig machen.

Der Wald ist ziemlich dicht.

Der Wald ist ziemlich dicht.

Besonders exotisch wirken die Baumfarne.

Besonders exotisch wirken die Baumfarne.

Die dichte Vegetation steht in auffälligem Gegensatz zum trockenen Boden. Wahrscheinlich liegt das am bislang sehr warmen und regenarmen Frühsommer, der auf der ganzen Insel zu erhöhter Waldbrandgefahr geführt hat.

Die Wanderung ist aussichtsreich.

Die Wanderung ist aussichtsreich.

Unterwegs haben wir fast immer einen Farn über dem Kopf.

Unterwegs haben wir fast immer einen Farn über dem Kopf.

Abends mache ich noch einen kleinen Ausflug auf einen Hügel oberhalb der Okiwa Bay. Er ist nur ein Ausläufer des benachbarten Mount Oliver, doch die herrliche Aussicht über die Bucht rechtfertigt den Aufstieg.

Der Tūī ist ein besonders einfallsreicher Sänger.

Der Tūī ist ein besonders einfallsreicher Sänger.

Ein weiterer Abend über dem Queen Charlotte Sound

Ein weiterer Abend über dem Queen Charlotte Sound

23.12. Heute verabschieden wir uns schon wieder von den Marlborough Sounds und setzen unsere Rundfahrt fort. Der Queen Charlotte Drive führt uns in den kleinen Hafenort Havelock, dann geht es auf der Südseite des Pelorus Rivers weiter nach Westen. Wo der Fluss schließlich überquert wird, nutzen wir die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im herrlich sauberen Wasser. Anschließend geht es über den Rai Saddle weiter an die Tasman Bay und nach Nelson.

Die Schopfwachtel wurde aus Kalifornien eingeführt.

Die Schopfwachtel wurde aus Kalifornien eingeführt.

Die Kleinstadt Nelson entpuppt sich als eine der schönsten auf der Südinsel. Es gibt viele Pubs, Restaurants und Geschäfte, dazu eine herrlich entspannte Atmosphäre. Doch sind wir hier noch nicht am Ziel, sondern fahren weiter um die Bucht herum bis nach Kaiteriteri. Hier haben wir nun drei Nächte im Everton B&B reserviert. Unsere Gastgeber Diane und Martin sind sehr herzlich, reservieren Ausflüge und Restaurants für uns und erklären uns allerhand über Neuseeland und seine Besonderheiten.

Nelson ist ein sehr gemütliches Städtchen.

Nelson ist ein sehr gemütliches Städtchen.

24.12. Was macht man üblicherweise an Heiligabend? Genau – an den Strand gehen. Von einem Ausflugsboot lassen wir uns nach Awaroa Bay im Abel Tasman Nationalpark bringen und wandern von dort aus südwärts bis Medland Beach, von wo aus wir per Boot wieder zurückfahren.

Kaiteriteri braucht keinen Bootsanleger.

Kaiteriteri braucht keinen Bootsanleger.

Die Elsterscharbe ist eine in Neuseeland und Australien verbreitete Kormoranart.

Die Elsterscharbe ist eine in Neuseeland und Australien verbreitete Kormoranart.

Ein Neuseeländischer Austernfischer beim Wadentraining

Ein Neuseeländischer Austernfischer beim Wadentraining

Wald und Strände prägen die Landschaft.

Wald und Strände prägen die Landschaft.

Die Wanderung führt uns durch dichten subtropischen Wald und an drei herrlichen Stränden entlang, die wir auch alle zum Baden nutzen – es ist ja schließlich Weihnachten. Mit knapp vier Stunden Gehzeit ist es eine eher kurze Wanderung, die sich aber trotzdem lohnt.

Die Brücke ins Paradies?

Die Brücke ins Paradies?

Dieser freche Weka will an unsere Rucksäcke.

Dieser freche Weka will an unsere Rucksäcke.

Lange Sandstrände und wenig Leute

Lange Sandstrände und wenig Leute

Auch nett, so eine Lagune.

Auch nett, so eine Lagune.

25.12. Am Weihnachtstag ist Entspannung angesagt: Ausschlafen, Gitarre spielen, am Strand liegen, lesen. Abends laden Diane und Martin alle Gäste zu einem Weihnachtsessen ein. Vorher spielen und singen wir spontan noch einige Weihnachtslieder. Von „Stille Nacht“ bis „Happy Xmas (War is over)“ ist alles dabei – Hauptsache die Akkorde sind nicht zu schwierig. Es fühlt sich fast wie Weihnachten im Familienkreis an, so nett ist das alles.

Den Weihnachtstag verbringen wir ganz gemütlich.

Den Weihnachtstag verbringen wir ganz gemütlich.

26.12. Bevor wir Kaiteriteri verlassen, nehmen wir noch an einem kleinen Kayak-Ausflug teil. Unter Anleitung von unserem humorvollen Guide Mark (laut seiner Kollegen „as funny as they come“) fahren wir zum Split Apple Rock, einem gespaltenen Granitmonolithen in einer Bucht, der – das wurde extra erwähnt – in keinem der drei Herr-der-Ringe-Fime zu sehen war. Aha. Beeindruckend ist er aber durchaus und man kann mit dem Kayak auch prima drum herum fahren,

Ab in die Kayaks!

Ab in die Kayaks!

Ein Fels wie ein gespaltener Apfel

Ein Fels wie ein gespaltener Apfel

Teepause am Strand

Teepause am Strand

Gegen Mittag waren wir wieder zurück und verließen nach einem kleinen Imbiß Kaitertri und den herrlichen, warmen Noden der Südinsel. Es ging nun richtung Westküste; Halt machten wir spontan im kleinen Ort Murchison. Dort fanden wir einen wunderschönen Campingplatz direkt am Buller River. Nach einem Bad im Fluß kochten wir dort unser Abendessen und ließen bei einem Glas Wein entspannt den Tag ausklingen.

So lässt es sich aushalten.

So lässt es sich aushalten.

Die Fortsetzung gibt es im nächsten Teil.