Wanderung in der Nonsberggruppe am 08.06.2021

Wenn beim Dolomitenurlaub das Wetter nicht für Touren taugt, muss man eben zwischendurch woanders hin. Ich wählte die Laugenspitze als Ausweichziel, die sich gut für eine Halbtagesrunde über dem Gampenpass eignet.

Westlich von Eisack- und Etschtal war die Gewitterneigung deutlich niedriger vorhergesagt als in den Dolomiten, daher gönnte ich mir einen Abstecher zum Gampenpass. Mein Plan war, die Laugenspitze zu besteigen und mich anschließend mit meiner besseren Hälfte zum Eis essen und schlendern in Bozen zu treffen.

Schien ein guter Plan. Also los. Da ich dem Wetter nicht komplett traute und erst kurz nach halb zehn am Gampenpass losging, wollte ich schnell sein. Also wählte ich das leichteste der drei Paar Schuhe, die ich im Auto hatte, und gab ein bisschen Gas.

Der Aufstieg zum Laugensee führt zunächst sehr steil durch den Bergwald, später dann etwas gemächlicher durch offeneres und zunehmend aussichtsreiches Gelände. Leider war der Himmel heute wolkenverhangen, so dass mir die ganz große Aussicht verwehrt blieb. Trotzdem war es schön hier.

Interessant ist die Tour auch geologisch. Die Laugenspitze ist das Überbleibsel eines 280 Millionen Jahre alten Vulkans. Der vulkanische Quarzporphyr hebt sich deutlich ab von den typischen Gesteinen der südlichen Kalkalpen und erinnert teilweise an Granit.

Diese interessante Landschaft genießend erreichte ich den Laugensee, der noch recht winterlich wirkte. Über angenehm festen Schnee wanderte ich hinüber zum Ansatz des Südostgrates, den höchsten Punkt des Großen Laugen genannten Hauptgipfels bereits vor Augen.

Am Südosstgrat geht es nun wieder steiler bergauf, einige Versicherungen entschärfen die Angelegenheit. Nach knapp anderthalb Stunden hatte ich es dann geschafft und konnte mich am Gipfel (2434m), den ich ganz für mich hatte, ausruhen. Leider traf genau gleichzeitig mit mir eine große Wolke am Gipfel ein, so dass ich gar keine mehr Aussicht hatte. Aber für etwas Ruhe und eine Brotzeit reichte es auch so.

Nach der Pause machte ich mich an den Weiterweg zum Ultner Spitz. Dieser ist trotz seines Namens kaum mehr als eine Schulter im Nordgrat der Laugenspitze. Da der Steig, der dorthin führt, teilweise unter Schnee lag und meine Laufschuhe zumindest für steile Schneeflanken ungeeignet waren, musste ich einige Stellen im Schrofengelände umgehen. Trotzdem war dieser Gratspaziergang der unterhaltsamste Teil der Tour.

Der Abstieg vom 2370m hohen Ultner Spitz verlief dann Pfadspuren folgend entlang dessen Ostsporn zurück zum Laugensee. Von hier aus machte ich mich dann noch zum Kleinen Laugen auf, dem östlichen Nebengipfel der Laugenspitze. Vom 2297m hohen Gipfel hatte ich nun eine etwas bessere Aussicht, da die Wolken mittlerweile weiter gezogen waren. So legte ich mich hier noch ein wenig in die Sonne und genoss den Augenblick, bevor ich den Abstieg zurück zum Gampenpass anging.

13:15 Uhr war ich dann zurück am Auto – genau richtig für Eis und Schlendern in Bozen nach dieser schönen Halbtagestour zur Laugenspitze.

Fakten zur Tour

  • Laugenspitze (2434m), Südost-Nord-Überschreitung
  • Erstbesteigung durch Jakob von Boymont zu Payersberg, Regina von Brandis und Katharina Botschaft am 24.08.1552 (! – frühere undokumentierte Besteigungen sind nicht auszuschließen)
  • Schwierigkeit T3
  • 1000 Hm



Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

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