Skitour in den Brandenberger Alpen am 07.01.2024

Skitouren bei Schneefall sind nicht Jedermanns Sache. Auch ich bin lieber bei Sonnenschein in den Bergen. Aber ab und zu hat es was, bei nicht so tollem Wetter unterwegs zu sein. Vor Allem, wenn es – wie neulich am Kotalmjoch – dazu Neuschnee gibt.

Kurz nach neun trafen sich Leonhard und ich am Achensee. Unser Ziel war das Kotalmjoch, ein klassischer Skigipfel im nördlichen Rofan. Ski ausgepackt, Schuhe angezogen, Piepser eingeschaltet und los. Ich fühlte mich so angenehm leicht. Ach so, Rucksack vergessen. Na dann noch mal runter von den Ski, Rucksack aus dem Auto geholt und dann aber wirklich los.

Über die lange Forststraße stiegen wir gemütlich auf. Zwei Tölzer Bergfreunde waren etwas vor uns gestartet und hatten hier gespurt. Die Bäume hingen voller Schnee und es fielen auch immer noch einige Flocken vom Himmel. Eine schöne Stimmung.

Schließlich holten wir die beiden Tölzer ein, bedankten uns artig und übernahmen die Spurarbeit. Nach einigen weiteren Kurven auf dem Forstweg ging es über weite weiße Almflächen zum Kotalm Mittelleger. Anschließend ging es zunächst weiter das Tal hinein, zwischen schneebehangenen Bäumen und Latschen hindurch. Dann folgte der Steilhang zum Hochleger, der zum Spuren sowohl für Leonhard vorne als auch für mich als Spurzweiten eine Herausforderung darstellte. Der lockere Neuschnee rutschte bei Belastung auf der Harschschicht des Altschnees ab, was das Aufsteigen sehr mühsam machte.

Am Hochleger wandten wir uns nach links Richtung Kotalmjoch. Auch hier war erschwerte Spurarbeit im Spitzkehrengelände angesagt. Dazu steckten wir bald in den Wolken und die Sicht ging gegen null. Ein Stück stiegen wir noch auf, dann – ca. 100m unter dem Gipfel – ließen wir es gut sein.

Ich traute dem Schnee nicht ganz: Die Neuschneedecke war horizontal gebunden und eine Schwachschicht gabt es auch. Steilgelände kann auf dieser Tour zwar eigentlich vermieden war, aber ohne Sicht war die optimale Routenführung nicht so ganz klar.

Während wir kurz Pause machten, holten uns die beiden Tölzer wieder ein, bedankten sich nun ihrerseits und setzten den Aufstieg fort. Wir hingegen machten uns für die Abfahrt bereit. Die natürlich super wurde. Ca. 30cm Neuschnee lagen auf dem rutschigen Harschdeckel. Das staubte sauber und machte richtig Spaß.

Höhepunkt war der steile Hang unterhalb des Hochlegers. Wie Leonhard bemerkte hatte sich die Tour schon allein für diesen Hang gelohnt. Auch der Rest einschließlich des Forstweges ging super. 13:10 Uhr waren wir zurück am Parkplatz und freuten uns über diese stimmungsvolle und abfahrtstechnisch geniale Tour. Da störte auch der ausgelassene Gipfel nicht wirklich.

Daten zur Tour

  • P2030 unterhalb des Kotalmjochs
  • 1050 Höhenmeter
  • SKT-Schwierigkeit PD

Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

2 Kommentare

Rebecca · 4. März 2024 um 6:16 pm

„Ach so, Rucksack vergessen.“ 😀 😀 Sehr gut!

    Hannes · 5. März 2024 um 7:41 pm

    Ja, wir haben auch Beide gelacht. 🙂

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