Klettern in den Dolomiten vom 01.-03. 06. 2010

Nachdem wir uns mit Hochtouren, Klettersteigen und Sportklettern bereits von mehreren Seiten angenähert hatten, wollten Boris und ich nun erste alpine Klettertouren unternehmen. Durch die schlechten Wetteraussichten von der Alpennordseite vertrieben, fanden wir uns an den Cinque Torri ein, einem ja durchaus anfängerfreundlichen Gebiet.

Die beiden Hütten waren noch geschlossen, aber immerhin konnte man auf der Straße fast bis zum Rifugio Cinque Torri fahren (am Donnerstag war sie sogar bis ganz oben freigeschmolzen), so dass der Zustieg angenehm kurz ausfiel.

Schon bald zeigte sich der Torre Grande

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Hier vom Rifugio Scoiattoli aus

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Zwischen den Türmen und auf der Nordseite lag noch sehr viel Schnee, teilweise brach man hüfttief ein, was die Zustiege teils etwas mühselig machte, allerdings sind die Wege natürlich sehr kurz. Das Wetter war nicht schlecht, allerdings pfiff an den nach Norden offenen Stellen ein in Böen starker und dann unangenehm kalter Wind. Immerhin wurde es dann von Tag zu Tag etwas wärmer.

Von Szenerie und Kälte beeindruckt war ich am ersten Tag psychisch nicht ganz auf der Höhe – einer der Gründe, warum wir nur zwei erste Seillängen schafften. Immerhin kamen wir so dazu, ein paar Seilmanöver noch mal zu üben und alpine Tiefbauexperten zu beobachten (Oh hätte man in Köln doch solche Spezialisten beschäftigt!).

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Nachdem ich mich eine Seillänge im Vorstieg nach oben gefürchtet hatte, kam auch ein wenig Sicherheit zurück, so dass wir am Mittwoch dann unsere erste Tour machen konnten, den Normalweg auf den Torre Quarta Bassa (IV-). Die Tour begann in noch etwas winterlicher Umgebung,

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wurde dann aber um so schöner und machte trotz einer gewissen Anspannung richtig Spaß!
Beim Abstieg dann dramatisch beleuchtete Dolomitenszenerie:

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Am Donnerstag nahmen wir uns dann den Torre Latina vor (II-III, eine Stelle III+). Die Kletterei ist sehr einfach, allerdings gibt es so gut wie keine fixen Zwischensicherungen und im einfachen Gelände kann man auch kaum selbst sichern. Da ich den ersten Standplatz nicht finden konnte, gingen wir die Tour in 2 statt 3 Seillängen. Oben grüßte dann die beeindruckende Südwand der Tofana die Rózes herüber und rief „Durchsteigt mich! Durchsteigt mich!“

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Tja, nicht allzu bald, befürchte ich! Bis dahin ist doch noch einiges an Übung nötig. Doch ein gelungener Einstieg ins alpine Klettern ist gelungen und jetzt heißt es üben, üben, üben, damit wir uns irgendwann auch größere klassische Touren vornehmen können.