Skitour im Karwendel am 15.01.2012

Eigentlich sind die Alpen ein bisschen zu weit, um für eine Tagestour hin zu fahren. Doch wenn alles so gut passt, wie am vergangenen Wochenende, dann muss man die Fahrt schon mal auf sich nehmen. Zu meinem Glück hatten auch Simon und Rainer eine Skitour im Sinn, so dass sich schnell eine gemeinsame Unternehmung ergab, für die Rainer auch schnell ein schönes Ziel zur Hand hatte. Gut, wenn man Freunde in Bergnähe hat!

Wir starteten ca. 20 nach acht bei bitterer Kälte in Scharnitz. Als Ziel standen die als Skigipfel recht beliebte Pleisenspitze und die seltener begangene und anspruchsvollere Larchetkarspitze zur Auswahl; eine Entscheidung, welcher Gipfel es werden würde, wollten wir an der Pleisenhütte treffen.

Zunächst hieß es für eine knappe halbe Stunde, die Ski zu tragen, dann zweigte ein Forstweg von der Straße ab und wir konnten endlich mit Ski an den Füßen weiter gehen. Bald darauf trafen uns die ersten Sonnenstrahlen und milderten die Kälte etwas ab.

Über die Bäume hinweg konnte man auch schon die Pleisenspitze sehen, während die Larchetkarspitze von hier aus unscheinbar blieb.

Wir gingen den unteren Teil des Anstiegs bis zur Hütte in eher gemütlichem Tempo und trafen erst kurz vor elf dort ein.

Nach Erkundigung beim Hüttenwirt beschlossen wir, das einfachere – und vor allem auch lawinentechnisch sicherere – Ziel, also die Pleisenspitze anzugehen und ließen Steigeisen und Klettergurt vorerst zurück.

Hier nun verlässt man den Bergwald und kann herrliche Ausblicke auf die Gleirsch-Halltal-Kette genießen.

In die andere Richtung kann man den Weiterweg zum Gipfel einsehen. Zunächst geht es über einen Rücken rechterhand hinauf, dann am Grat nach links zum Gipfel (nicht mehr im folgenden Bild). Etwas unterhalb der Schulter konnte man bereits zahlreiche Tourengeher sehen.

Es war gut gespurt und so kamen wir gut voran. Inzwischen war auch die Temperatur angenehm geworden und wir genossen das perfekte Bergwetter.

Je weiter wir aufstiegen, desto weiter wurde die Aussicht nach Süden und Westen.

Wir stiegen nun schneller auf als unterhalb der Hütte und so dauerte es nicht allzu lang, bis wir uns dem Gipfel näherten.

Zwei Stunden nach Aufbruch an der Pleisenhütte erreichten wir dann das Skidepot kurz unterhalb des Gipfels.

Von hier aus konnten wir auch den östlichen Nachbarn Larchetkarspitze betrachten; die letzten 100 Hm muss man dort auf einem Klettersteig bewältigen und gespurt war auch nichts – für diesen Tag wäre diese Tour wohl etwas zu lang geworden, aber vielleicht ein anderes Mal.

Nach einer kurzen und nach 1600 Hm wohlverdienten Rast gingen wir die letzten Meter zum Gipfel zu Fuß und genossen die herrliche Aussicht. Der Gipfelblick bei solchem Wetter ist immer wieder etwas besonderes.

Für Simon und mich war es auch aus einem anderen Grund ein besonderer Gipfel, denn bisher waren wir auf gemeinsamen Touren stets gipfellos geblieben. Nun endlich war der Bann gebrochen!

Im Abstieg zum Skidepot bewunderte ich die Wechte am Gipfelgrat.

Dann ging es an die Abfahrt. Der Schnee war zwar stellenweise schon sehr zerfahren, ansonsten aber perfekt. Am Gipfelhang folgten wir der Normalabfahrt, dann wählte Rainer eine Rinne aus,

in die wir ihm folgten…

und nach einer Querung kaum verspurte Hänge genießen konnten. Eine tolle Abfahrt!

Nach einer Pause an der Hütte, einem Stück Kuchen, einer kleinen akrobatischen Einlage, die mir dank eines sehr freundlichen Hüttenwirtes ein zweites einbrachte, einem Kaffee und dem Wiedereinsammeln unseres Geraffels setzten wir die Abfahrt fort – teils dem Forstweg folgend, teils quer durch den Wald.

Auch dieser Teil der Abfahrt machte richtig Spaß und so nahmen wir auch gut gelaunt die Tragepassage zurück zum Parkplatz hin. Doch irgendwie hatte dieser untere Teil deutlich länger gedauert, als wir gedacht hätten, so dass die Sonne schon tief stand, als wir dort eintrafen.

Es war nun zwar etwas später als geplant, aber es war ein herrlicher Skitourentag, der zu Ende ging und nach so viel Bergfreude konnte ich auch die lange Rückfahrt nach Chemnitz verschmerzen.