Stilles Gleirschtal

Skitour in den Stubaier Alpen am 07.04.2019

Für diesen Sonntag nahm ich mir einen Gipfel vor, den ich schon länger auf dem Zettel habe, den Gleirscher Fernerkogel. Leider ging sich dieser nicht ganz aus, eine wunderschöne Skitour durchs Gleirschtal wurde es trotzdem.

Viertel vor acht startete ich am Parkplatz in St.Sigmund. Das Wetter war freundlich, doch da zunehmende Bewölkung vorhergesagt war, hoffte ich darauf, dass der Firn weiter oben nicht zu früh weich werden würde.

Die Gleirschalm liegt noch im Schatten.

Die Gleirschalm liegt noch im Schatten.

Über die schneebedeckte noch Straße ging es zunächst flach zur Gleirschalm und dann etwas steiler durch die Engstelle hinein ins Obere Gleirschtal. Hier kam ich auch zum ersten Mal in die Sonne und schlagartig wurde es warm.

Aussichtsreich liegt die Pforzheimer Hütte über dem Gleirschtal.

Aussichtsreich liegt die Pforzheimer Hütte über dem Gleirschtal.

Es war erstaunlich wenig los hier. Bislang hatte ich nur vier andere Skitourengeher gesehen, die hier zur Pforzheimer Hütte aufstiegen. Ich hingegen ließ die Hütte links liegen und wanderte weiter ins Tal hinein.

Der hinterste Teil des Gleirschtals wird von der Grubenwand bewacht.

Der hinterste Teil des Gleirschtals wird von der Grubenwand bewacht.

Das Gleirschtal ist lang; noch länger als das berüchtigte Längental bei Lüsens. Aber es ist auch sehr schön gelegen zwischen den schroffen Sonnenwänden und den immer noch steilen Hängen zwischen Lampsenspitze und Zischgeles. Star des Tals jedoch ist die Grubenwand, die stolz den Gleirscher Ferner bewacht.

Der Gletscher ist fast erreicht.

Der Gletscher ist fast erreicht.

Am Rande des Gletschers machte ich eine kurze Pause und aß etwas. Der Anstieg bis hierher hatte sich doch etwas gezogen. Anschließend stieg ich auf ins Gletscherbecken, wo ich dann auch zum ersten Mal den Gipfel des Gleirscher Fernerkogels zu Gesicht bekam.

Am oberen Ende der ostseitigen Steilrinne, die zum Gipfelhang führt, waren gerade drei andere Tourengeher unterwegs. Es war klar, dass dort nur ein Fußaufstieg möglich sein würde. Zunächst wollte ich hinterher, doch dann hielt ich inne und prüfte die Schneeverhältnisse. Und die sprachen eher nicht dafür, weiterzugehen, war doch in der Sonne bereits alles weich.

Steil geht es hinauf zum Gleirscher Fernerkogel.

Steil geht es hinauf zum Gleirscher Fernerkogel.

Zwischendurch hatte es zwar zugezogen, doch nur kurz, und bereits seit über einer Stunde schien die Sonne wieder ungehemmt. Und da es auch bereits kurz nach Mittag war, beschloss ich, nicht mehr hinaufzugehen. Sehr wahrscheinlich würde er Hang auch später noch halten, doch war mir das Restrisiko einfach zu groß. Tja, wäre ich mal eine Stunde früher losgegangen…

Statt zum Gleirscher Fernerkogel wandte ich mich nach Süden zur Roßkarscharte, zu der auch bereits zwei andere Tourengeher stiegen. Oben angekommen konnte ich dann immerhin eine tolle Aussicht übers Längental genießen. Als Ausweichziel war das hier schon ein sehr nettes.

Auch aus der Roßkarscharte beeindruckt die Grubenwand.

Auch aus der Roßkarscharte beeindruckt die Grubenwand.

Lang ist's her: der Hohe Seeblaskogel war 2011 mein erster Stubaier Gipfel.

Lang ist’s her: der Hohe Seeblaskogel war 2011 mein erster Stubaier Gipfel.

Bekannte Gefilde: Zwischen Lampsenspitze und Zischgeles grüßt das Karwendel.

Bekannte Gefilde: Zwischen Lampsenspitze und Zischgeles grüßt das Karwendel.

Nach einer Schartenrast machte ich mich noch vor den anderen beiden Skitourengehern an die Abfahrt. Der Nordhang ist im oberen Teil ziemlich steil und wartete mit wechselhafter Schneequalität auf. Dann folgte ein flacheres Stück mit herrlichem Pulverschnee. Genial! Auch der Rest der Abfahrt war deutlich besser, als ich im Aufstieg gedacht hätte und es gab nur wenige Schiebestrecken. So kam ich recht zügig wieder nach St.Sigmund. Am Gipfel war ich heute zwar nicht gewesen, das schöne Gleirschtal zu erkunden, hatte sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Die Roßkarscharte bescherte mir eine schöne Pulverabfahrt.

Die Roßkarscharte bescherte mir eine schöne Pulverabfahrt.

Im Gleirschtal ist noch viel Platz für eigene Spuren.

Im Gleirschtal ist noch viel Platz für eigene Spuren.

2 Kommentare

  1. Das Gleirschtal zieht sich. Ich bin mal auf den Fernerkogel mit Schneeschuhen gelatscht – war eher langwierig.
    Wenn man über die Südlichste Sonnenwand absteigt (nur kurzer Gegenanstieg), kann man mögliche Probleme mit der steilen Ostrinne umgehen. Der steilste Teil ist dort nordexponiert.

    • Hannes
      Hannes

      16. April 2019 at 7:28 pm

      Servus Mark,
      Danke für den Tipp! Das ist fürs nächste Mal gut zu wissen.
      Mit Schneeschuhen stelle ich mir das sehr lang vor. Auf Ski kann man das Tal immerhin erstaunlich gut hinausgleiten.

      Schöne Grüße
      Hannes

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