Wanderung im Vorkarwendel am 25.05.2019

Für das letzte Maiwochenende suchte ich eine Tour mit begrenztem Stapffaktor und wurde an der Schreckenspitze fündig. Nur wettermäßig erwischte ich nicht den besten Tag.

Nachdem die letzten beide Touren sehr niedrig gelegen waren, wollte ich heute ein wenig höher hinaus. Für Sonntags- und Schreckenspitze erwartete ich eine vertretbare Schneelage und ging daher diese beiden Gipfel im Vorkarwendel an.

Ich begann meine Runde an der Talstation der Christlum-Lifte in Achenkirch. Von hier zieht ein Forstweg ins Unterautal hinein. Das Tal ist hübsch, der Weg eher langweilig. Aber gut, was soll’s. Es war warm und schwül an diesem Samstag und so ich war nicht gerade in Rekordtempo unterwegs. Aber ich würde schon ankommen.

Da muss ich noch hin.

Da muss ich noch hin.

Etwas unterhalb der Gröbenalm traf ich auf die ersten zusammenhängenden Schneefelder. Diese ließen sich allesamt gut begehen und waren kaum mühsam. So hatte ich mir das vorgestellt. Der Grat zur Sonntagsspitze war dann weitgehend schneefrei. Das war zwar überraschend, mir aber sehr willkommen, warten hier doch einige kurze Kraxelstellen (I). So hatte ich diese bald überwunden und konnte mich am Gipfel (1926m) ins Gras setzen.

Am Gröbner Hals liegt noch Schnee.

Am Gröbner Hals liegt noch Schnee.

Ich werde beobachtet.

Ich werde beobachtet.

Die Sonntagsspitze zeigt sich überraschend schneefrei.

Die Sonntagsspitze zeigt sich überraschend schneefrei.

Die Aussicht war an sich gar nicht schlecht, nur zog im Karwendel bereits schlechtes Wetter auf und die entfernteren Gipfel verschwommen im Niesel. Sollte es hier nicht trocken bleiben? Aber vielleicht kommt das davon, wenn man am Samstag auf die Sonntagsspitze geht: Das Wetter hält sich aus Protest einfach nicht an die Vorhersage.

Weiter geht's zur Schreckenspitze.

Weiter geht’s zur Schreckenspitze.

Guffert und Unnütze sind auch nicht weit.

Guffert und Unnütze sind auch nicht weit.

Den Weiterweg zur Schreckenspitze nahm ich trotzdem noch in Angriff. Schließlich war der Wiesengrat dort hinüber weder weit noch schwierig. Das letzte Gratstück bot noch ein wenig optionale Kraxelei und Ausgesetztheit, die ich gerne nutzte, um mich wieder einzugewöhnen. Und dann hatte ich es geschafft. Der 2022m hohe Gipfel der Schreckenspitze war erreicht. Und damit mein letzter Vorkarwendel-Zweitausender.

Nicht mehr weit zu meinem letzten Vorkarwendel-Zweitausender.

Nicht mehr weit zu meinem letzten Vorkarwendel-Zweitausender.

Denn tatsächlich habe ich nun alle Zweitausender des Vorkarwendels bestiegen. Alle sechs (siehe auch Nr. 1, 2-4 und 5). Lange hielt ich mich mit der Freude über diesen voralpinen Meilenstein nicht auf, zogen doch vom Tegernsee bereits erste Schauer hinüber zu den Unnützen. Also zurück.

Die Gratfortsetzung zur Hohen Gans erfordert den Latschenliebhaber.

Die Gratfortsetzung zur Hohen Gans erfordert den Latschenliebhaber.

An der Sonntagsspitze hatte sich die Schauersituation schon wieder entspannt und ich machte noch einmal kurz Pause. Dann machte ich mich an den Abstieg. Um nicht den ganzen Forstweg zurück gehen zu müssen, stieg ich weglos nach Osten ab. Über steiles Grasgelände und einige Rutschpartien im Altschnee erreichte ich so die Moosenalm.

Da geht es nun hinab.

Da geht es nun hinab.

Hier kam ich dann leider schon wieder ins Reich der Forstwege. Aber immerhin andere Forstwege! Durchs Skigebiet ging es entspannt wieder ins Tal. Immerhin der Teil zwischen den Schotterstraßen hatte richtig Spaß gemacht. Und so richtig schrecklich war die Spitze am Ende auch nicht, und das obwohl ich mich am Samstag hierhergewagt hatte.

Das Aurikel blüht.

Das Aurikel blüht.