Über die Hammerspitzen

Bergtour in den Allgäuer Alpen am 26.08.2018

Wochenende, durchwachsenes Wetter – irgendwie die Regel bei meinen Touren in diesem Sommer. Trotz Hitzerekorden und Dürre. Auch dieses Mal war alpin klettern nicht drin, dafür eine schöne Bergtour in einer uns bis dato unbekannten Gegend.

Da es nach Kaltfront-Durchzug am Sonntag von Westen her besser werden sollte, fuhren Stefan und ich ausnahmsweise mal ins Allgäu. Die Überschreitung der Hammerspitzen von Riezlern aus hatten wir uns vorgenommen.

In den Bergen hängen morgens noch Wolken.

In den Bergen hängen morgens noch Wolken.

Nach doch etwas gurkiger Anfahrt starteten wir viertel nach neun am Parkplatz der Kanzelwandbahn. Zu Fuß allerdings, nicht mit der Bahn. Von hier aus führen zwei Wege hinauf zur Kanzelwand. Wir wählten den steileren, über den man sehr schnell Höhe gewinnt. Schon noch 1:15h hatten wir die 800Hm zur Gehrenspitze (1857m) zurückgelegt. Für mich war es schon die dritte Besteigung eines Berges dieses Namens, wobei die anderen beiden Exemplare (Nr.1, Nr.2) zugegebenermaßen etwas eindrucksvoller waren als dieses hier.

Bei mäßigem Wetter wandern wir von der Gehrenspitze zur Kanzelwand.

Bei mäßigem Wetter wandern wir von der Gehrenspitze zur Kanzelwand.

So gingen wir auch bald weiter zur Bergstation. Die Bewölkung hielt sich noch hartnäckig und immer wieder hüllte Nebel die umliegenden Gipfel dramatisch ein. Auch ein wenig Schnee aus der letzten Nacht war oberhalb von ca. 1800m vereinzelt zu sehen. Es war wohl ganz gut, dass wir nicht klettern waren.

Dieses Prachtexemplar von einem Wegweiser ist sogar selbst ausgeschildert.

Dieses Prachtexemplar von einem Wegweiser ist sogar selbst ausgeschildert.

Nachdem wir uns an der Bergstation am selbst tatsächlich auch ausgeschilderten Hauptwegweiser über die richtige Richtung informiert hatten, gingen wir weiter zur Kanzelwand. Deren Gipfel auf 2059m kann man entweder über einen kurzen und sehr vollen Klettersteig oder über einen einfachen Weg (T3) erreichen. Es ist ein typischer Seilbahngipfel: Aussichtsreich, leicht erreichbar und stark bevölkert.

An der Kanzelwand nehmen wir die geplante Überschreitung in Augenschein.

An der Kanzelwand nehmen wir die geplante Überschreitung in Augenschein.

Die Kanzelwand ist gut besucht.

Die Kanzelwand ist gut besucht.

Nach einer kurzen Pause wanderten wir weiter, nun unserer eigentlichen Überschreitung entgegen. Das Wetter wurde mittlerweile etwas freundlicher, was uns natürlich nur recht war. Von der noch recht leicht erreichbaren Walser Hammerspitze (T4, I) kamen uns ein paar Wanderer und Bergläufer entgegen, danach wurde es ruhig.

Die Wolken sorgen immer wieder für interessante Aussichten.

Die Wolken sorgen immer wieder für interessante Aussichten.

Auch unsere letzten beiden Gipfelziele sind umwölkt.

Auch unsere letzten beiden Gipfelziele sind umwölkt.

Hier begann nun der interessante Teil der Überschreitung. Zunächst ging es in Gehgelände südostwärts, dann mussten die Hände aus den Hosentaschen und in leichter Kraxelei (bis II, meist leichter) und über wegloses Gehgelände gelangten wir zum Gipfel der Hochgehrenspitze (2252m). Trotz ihres Namens ist diese Spitze ca. 100m niedriger als die Gehrenspitze im Wetterstein – immerhin aber höher als ihre anderen beiden Namensvettern in den Allgäuer Alpen.

Die Walser Hammerspitze ist erreicht.

Die Walser Hammerspitze ist erreicht.

Ab der Hochgehrenspitze wird das Gelände etwas wilder.

Ab der Hochgehrenspitze wird das Gelände etwas wilder.

Ab hier wird der Grat etwas wilder, ist aber insgesamt doch eher leichter als er aussieht. Leider sind die anspruchsvolleren Stellen alle im Abstieg zu bewältigen, sonst würde diese Tour wahrscheinlich noch mehr Spaß machen. Immerhin genossen wir die schöne Aussicht und das Gratambiente auch so. Die Route ist hier meist gut zu finden, da sich an den entscheidenden Stellen Steinmänner oder rote Markierungen finden. Im Abstieg vom letzten Gratzacken folgt man dann einfach den Versicherungen.

Die erste abzukletternde Rinne ist einfach (I)...

Die erste abzukletternde Rinne ist einfach (I)…

...Die Zweite schon etwas schwerer (II).

…Die Zweite schon etwas schwerer (II).

Das Ambiente am Grat ist schon schön.

Das Ambiente am Grat ist schon schön.

Schließlich erreichten wir die Oberstdorfer Hammerspitze (2259m), den letzten Gipfel der Überschreitung. Hier machten wir noch mal Pause und blickten zufrieden auf die bewältigte Strecke zurück. Eine schöne Tour war es bis hierhin, die dazu noch perfekt zum Wetter passte.

Die Hochgehrenspitze liegt bereits hinter uns.

Die Hochgehrenspitze liegt bereits hinter uns.

Von der Oberstdorfer Hammerspitze kann man bereits die Hütte sehen.

Von der Oberstdorfer Hammerspitze kann man bereits die Hütte sehen.

Im Abstieg wartete dann die Schlüsselstelle der ganzen Tour auf uns. Hier geht es mithilfe von drei Stahlspangen eine fast senkrechte Wand hinab (II – III), anschließend überkletterten wir eine letztes Köpfel. Nun ging es in einem Bogen zurück in die Rinne, die unter der Gipfelwand ansetzt und nach einigen letzten Schrofen ins Gehgelände. Über einen Pfad erreichten wir dann zügig die Fiderepasshütte.

Das Wandl unter dem Gipfel ist die Schlüsselstelle der Tour.

Das Wandl unter dem Gipfel ist die Schlüsselstelle der Tour.

Danach wird es wieder leichter.

Danach wird es wieder leichter.

Noch mal hinsetzen und die Aussicht genießen. Dazu ein Weißbier und einen Apfelstrudel. Das Leben kann so schön sein. Schade nur, dass sich die Sonne meist hinter Wolken versteckte. Nach diesem entspannten Zwischenstopp stand nur noch der Abstieg an. Dieser zieht sich aufgrund der Strecke, die zurückgelegt werden muss; dafür ist er einfach. Halb sechs waren wir schließlich zurück in Riezlern. Uns hatte es hier wirklich gut gefallen. Man könnte schon öfter ins Allgäu fahren. Wenn es nur nicht so weit wäre.

Die Aussicht ins Allgäu wird allmählich besser.

Die Aussicht ins Allgäu wird allmählich besser.

An der Fiderepasshütte leben glückliche Almschweine.

An der Fiderepasshütte leben glückliche Almschweine.

Wir steigen wieder ab ins Kleinwalsertal.

Wir steigen wieder ab ins Kleinwalsertal.

2 Kommentare

  1. Da sindse die Wolken!! Hätten wir hier auch mal brauchen können….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2018 Deichjodler

Theme von Anders NorénHoch ↑