Skitour in den Tuxer Alpen am 25.02.2020

Faschingstour in den Tuxer Alpen. Zwischendurch musste ich mein Ziel wechseln, weil dem österreichischen Heer nicht nach Albernheit zumute war. So kam ich unverhofft aufs Naviser Kreuzjöchl, einem durchaus lohnenden Skiberg.

Dass heute die Schneebedingungen nicht so dolle sein würden, war vorher klar. Dementsprechend suchte ich mir eine aufstiegsorientierte Skitour aus. Also eine, bei der mich der Gipfel interessiert, ohne dass ich große Erwartungen an die Abfahrt hege.

Meine Wahl fiel auf den Lizumer Reckner, denn da war ich noch nie, der Berg ist nicht zu niedrig und dabei gut solotauglich. Und fahrtechnisch war das Ganze noch knapp im Bereich des Erträglichen für eine Tagestour.

Etwa zehn vor neun startete ich am Parkplatz kurz hinter Navis. Ich hatte mir diese Aufstiegsvariante ausgesucht, da sie besser zur Lawinenlage zu passen schien als der übliche Anstieg von Norden. So schob ich also bald den Forstweg zur Naviser Hütte  (1767m) hinauf, der mehr einer Eisbahn glich als einer Straße.

Aufstieg Naviser Hütte

Das Wetter war nur mäßig freundlich an diesem Tag.

Dort angekommen bog ich nach links ab zur Poltenalm (1880m) und weiter ins Außergriff. Hier waren nur noch Abfahrtsspuren zu finden und so suchte ich mir über regengehärteten Altschnee selbst meinen Weg.

An einem kleinen Joch kam ich schließlich an die Grenze des Truppenübungsgeländes Lizum. Ich war mir zwar sicher, dass dort ausgerechnet zu Fasching sicher nicht geübt werden würde. Aber sicherheitshalber schaute ich dann doch noch noch mal online nach. Und siehe da: Heute Schießzeiten von 09:00 bis 16:00 Uhr. Tja, blöd. Und vor allem saublöd, dass ich das nicht schon zu Hause nachgeschaut hatte.

Sperrgebiet bei Navis

Ab hier wird scharf geschossen.

Außergriff

Als Ausweichtour steige ich hier entlang.

Was also nun? Ich schaute auf die Karte und entschloss mich, dem Tal weiter zu folgen und das Naviser Kreuzjöchl zu besteigen. Das sollte auch eine ganze nette  Tour sein. Für die weitere Querung auf der Ostseite des Tales legte ich die Harscheisen an und ging dann los.

Außergriff

Weiter oben erwartete mich eine interessante Querung unter einigen Gratbuckeln.

Reckner und Geier

Da wäre er gewesen, der Lizumer Reckner.

Zuletzt querte ich steil unter einigen felsigen Gratbuckeln hindurch, wo ich auch auf etwas Triebschnee traf, dann ging es recht direkt zum Vorgipfel des Kreuzjöchels hinauf. Als ich den Grat erreichte standen schlagartig die beeindruckenden Gipfel des Tuxer Hauptkammes vor mir: Olperer, Fußstein, Schrammacher und Sagwandspitze sind schon recht beeindruckende Berggestalten. Darunter sorgte eine tiefe Wolkenschicht, die bereits langsam über den Kamm ins Navistal hinein floss, für geheimnisvolle Stimmung.

Tuxer Hauptkamm

Der Tuxer Hauptkamm ragt aus den Wolken.

Gipfel Naviser Kreuzjöchl

Das letzte Stück zum Naviser Kreuzjöchl.

Wolkenspiele

Schaut fast aus wie ein Wasserfall.

Während drüben am Gipfel die letzten anderen Besucher den Gipfel schon wieder verließen, machte ich mich an den Übergang über den breiten Grat, der problemlos auch mit Ski möglich ist.

Trotz des nur mäßig freundlichen Wetters bot der 2536m hohe Gipfel des Naviser Kreuzjöchls dann eine schöne Aussicht. Ich zog mir die Jacke über, setzte mich unters Kreuz und genoss meine Brotzeit, während ich den Blick über Gipfel und Wolken schweifen ließ. Es ist doch immer wieder schön im Gebirge!

Gipfelkreuz Naviser Kreuzjöchl

Nebel zieht auf.

Als ein kalter Wind aufkam und den Gipfel in Wolken hüllte, wurde es allmählich ungemütlich und ich beschloss aufzubrechen. Pünktlich zur Abfahrt hoben sich die Wolken wieder, so dass ich auch sehen konnte, wo ich hinfuhr. Das ist ja doch immer ganz praktisch.

Gipfelblick Naviser Kreuzjöchl

Pünktlich zur Abfahrt zieht es wieder auf.

Da die Spuren meiner Vorgänger ganz gut aussahen, fuhr ich zunächst den Nordhang hinunter (etwas Neuschnee auf windgepresstem Altschnee – ging ganz gut), dann ging es noch ein wenig ins Untere Knappenkuchl hinein, bevor ich um den Rücken herum zurück zur Poltenalm querte. Der teils windgepresste, teils sulzige Altschnee hier war nun kein Spaßgarant mehr, aber es ging schon. Und noch vor 14:00 Uhr war ich dann auch schon wieder unten. Nach diesem Ausflug, der zwar anders lief als geplant, aber sich dank viel eigener Wegfindung und einer besonderen Stimmung am Gipfel doch gelohnt hatte.