Skitour in den Chiemgauer Alpen am 17.12.2021

Nach einer Woche unter beständigem Hochnebel wollten Boris und ich im Gebirge ein paar Sonnenstrahlen tanken. Der Schnee würde nicht mehr so der Hit sein, trotzdem freuten wir uns darauf, draußen unterwegs zu sein. Und wählten den großen Chiemgauer Klassiker Geigelstein als Ziel.

Kurz vor halb zehn starteten Boris und ich in Sachrang. Wir folgten der Loipe, bis diese kurz vor der Berger Ried endet. Anschließend ging es auf dem nun nicht mehr präparierten Forstweg weiter durch den Wald. Ja, die Tour auf den Geigelstein ist schon ein ziemlicher Hatsch. Aber durchaus schön dabei.

Als wir an der Talalm aus dem Wald kamen, waren wir schon über dem Hochnebel. Ringsum blitze der Schnee in der Sonne und mit jede Schritt nahm die Aussicht auf die umliegenden Gipfel zu. Bald darauf kamen uns schon die ersten Skitourengeher entgegen. Die waren heute wohl ein wenig früher gestartet als wir.

Kurz vor der Priener Hütte machten wir kurz Pause, dann gingen wir das letzte Stück zum Geigelstein an. An der (geöffneten) Priener Hütte und der Mitterkaseralm vorbei stiegen wir schließlich durch das Tälchen, das zum Sattel nördlich des Gipfels zieht. Da der Hang oberhalb noch ziemlich verlatscht war, ließen wir die Ski stehen und gingen die letzten etwa 100 Höhenmeter zu Fuß. Kurz nach halb eins erreichten wir dann den 1808m hohen Gipfel des Geigelstein.

Herrlich war es dort oben. Kaum Wind, viel Sonne. Und natürlich die Aussicht! Aus dem Nebelmeer erhoben sich in drei Richtungen unzählige Gipfel. Vom Wendelstein im Westen bis Hochkalter und Watzmann im Osten. Im Süden stand der Ostkaiser direkt vor uns mit Lärchegg und Ackerlspitze als markanteste Gipfel. Links dahinter die Glocknergruppe mit Hohem Tenn, Großem Wiesbachhorn und Großglockner. Noch weiter links zeigte sich sogar die Hochalmspitze. Davor wiederum die Gruppe der Steinberge mit Ulrichshorn und Birnhorn. Ein irres Panorama!

Wir genossen diesen Rundumblick und die warme Sonne, aßen dazu Plätzchen, Käse und Riegel. Nach dieser wunderbaren Gipfelpause stapften wir zurück zu den Ski und machten uns an die Abfahrt. Diese war dann eher ruppig. Na ja, wie erwartet. Immerhin die direkt südseitig ausgerichteten Hänge hatten etwas aufgefirnt, der Rest war nicht so die pure Freude.

An der Oberkaseralm fellten wir noch einmal auf und machten uns an den kurzen Gegenanstieg zur Mühlhornwand (1658m). Auch hier erfreuten wir uns noch einmal an der Aussicht, bevor wir endgültig abfuhren. Zumeist ruppig fuhren wir an der Schreckalm vorbei und durch den Wald zurück zum Forstweg. Und dann diesen hinab ins Tal. Bald war die Sonne wieder hinter Wolken verschwunden. Doch ein klein wenig von ihr nahmen wir im Herzen mit nach München.

Fakten zur Tour

  • Geigelstein (1808m) und Mühlhornwand, von Sachrang
  • SKT-Schwierigkeit PD-
  • 1250 Höhenmeter


Hannes

Ursprünglich Flachländer bin ich als Jugendlicher zufällig zur Liebe zu den Bergen gekommen. Seitdem bin ich immer wieder im Gebirge und gelegentlich auch am Meer unterwegs. Da ich schon immer gern geschrieben habe, startete ich 2010 dieses Blog, um andere Reiselustige und Bergfreunde an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

2 Kommentare

Klaus Eickhoff · 30. Mai 2022 um 7:42 am

Bin auch Flachländer, aber oft in den Bergen . Die Region kenne ich auch gut… Schöne Tour und informativer Bericht

    Hannes · 2. Juni 2022 um 6:19 am

    Danke Dir, das freut mich. Dir weiterhin schöne Touren in den Chiemgauern und anderswo!

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